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Lead-user-Projekt:  The Generation of Breakthrough Aircraft Lavatory Innovations

Sommersemester 2010

Executive Summary

Hintergrund

Jeder Passagier der während einem Flug die Lavatory aufsuchen musste, wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit noch gut erinnern können: Flugzeug Lavatories sind viel zu eng, laut, und wirken oft unhygienisch. Etwas weniger offensichtlich ist allerdings, dass die Lavatory schon seit annähernd 60 Jahren von radikalen Neuerungen „verschont“ geblieben ist.
Der Projektpartner Airbus ist ein global agierendes und weltweit führendes Unternehmen, welches Flugzeuge entwickelt, fertigt und vertreibt. Mit der Entwicklung der A380, der momentan weltgrößten Passagiermaschine, setzte Airbus neue Maßstäbe für die Luftfahrtindustrie. In Kooperation mit dem Institut für Entrepreneurship und Innovation der WU Wien wurde daher ein Innovationsprojekt durchgeführt, mit dem ambitionierten Ziel im Bereich der Lavatory radikale Innovationen zu generieren.

Methode

Die Lead User Methode, welche von Professor Eric von Hippel am MIT entwickelt wurde, basiert auf der Annahme, dass radikale Innovationen häufig nicht vom Hersteller selbst, sondern von fortschrittlichen Usern generiert werden. Lead User sind Anwender, welche eine hohe Expertise besitzen und diese nutzen, um neuartige Lösungen zu entwickeln. Sie verspüren Bedürfnisse schon lange bevor Lösungen am Markt angeboten werden, und sind als Trendführer auch in der Lage ihre Ideen selbst umzusetzen. Die Lead User Methode nutzt das hohe Innovationspotential dieser Anwender um radikale Innovationen zu generieren.

Projektablauf

Typischerweise folgt die Lead User Methode einem vierstufigen Phasenmodell.
In der ersten Phase wurde ein interdisziplinäres Team aufgestellt sowie das Suchfeld „Innovative Konzepte zur Verbesserung der Hygiene und deren Wahrnehmung in Aircraft Lavatories“ definiert.
Im Verlauf der zweiten Phase wurden die für das Suchfeld relevanten, nicht gedeckten Bedürfnisse von Passagieren und Airlines ermittelt. Hierzu wurden 342 Interviews geführt, sowie 37 Foren und über 250 Sekundärdatenquellen bearbeitet. Die herausgefilterten Bedürfnisse wurden zu insgesamt 14 Trends aggregiert, aus denen gemeinsam mit dem Projektpartner die drei relevantesten Trends – intuitive Benutzung, Vermeidung von Verschmutzung, und Verringerung von Kontaktpunkten – für den weiteren Projekt-verlauf ausgewählt wurden.
In der dritten Phase, dem Herzstück des Projektes, wurde innerhalb der identifizierten Haupttrends nach der Nadel im Heuhaufen, den Lead Usern und Experten gesucht, wobei drei systematische Suchmethoden eingesetzt wurden. „Pyramiding“ nutzt die sozialen Netzwerke von Personen, um über Verweisketten zu Personen mit der höchsten Expertise und Trendführerschaft in Bezug auf Bedürfnisse zu gelangen. Bei „Broadcasting“ wendet man sich mit gezielten Fragen aktiv an User in Online communites und Groups. Im Gegensatz dazu werden bei „content Analysis“ bereits bestehende Forumseinträge und andere Sekundärdaten (passiv) nach Hinweisen zu potentiellen Lead Usern durchsucht. Insgesamt wurden auf der Suche nach Lead Usern 387 Personen telefonisch oder persönlich kontaktiert. Darüber hinaus wurde in 68 Foren aktiv gepostet, und 101 Sekundärquellen wurden nach Hinweisen zu Lead Usern durchkämmt.
Den Höhepunkt des Projekts bildete ein mehrtägiger Workshop in einem Seminarhotel, bei welchem neun der zuvor identifizierten Lead User und Experten, gemeinsam mit Mitarbeitern des Projekpartners Airbus, innovative Lösungskonzepte für zukünftige Lavatories entwickelten. Der Workshop wurde – aufgrund der Internationalität der eingeladenen Lead User und Experts (u.a. Deutschland, USA, Russland) – in englischer Sprache abgehalten. Die Teilnehmer absolvierten mehrere Arbeitseinheiten in Kleingruppen, welche von Präsentationen und intensiven Diskussionen im Plenum begleitet wurden. Unterstützt wurden sie hierbei von Studierenden des Instituts für Entrepreneurship und Innovation sowie den Kursleiterinnen. Am Lead User Workshop wurden vier Konzepte entwickelt, die nicht nur auf Grund ihres hohen Innovationsgrades überzeugen, sondern sich auch durch ihre Realisierbarkeit innerhalb der nächsten 5 Jahre auszeichnen. Dabei handelt es sich um Konzepte zu den einzelnen Komponenten einer Lavatory (Floor, Door, Wash Basin, All-in-One).
Für weitere Informationen zu Projektablauf und Kursdesign wenden Sie sich bitte an die Kursleiterinnen.

Cooperation Partner

  • Airbus Operations GmbH

  • Ansprechpartner:
    Matthias Zachaeus
    Cabin Innovation Strategy
    Cabin Innovation & Design
    E-Mail: Matthias.Zachaeus@airbus.com

Student Team

  • Sabine Maria Chorherr
    Bernhard Haas
    Radoslaw Karpienko
    Matthias Kraetschmer
    Jelena Kristic
    Anna Aleksandra Moroz
    Nicole Moser
    Camillo Pachmann
    Walter Pongratz
    Nicole Schüller-Buczolich
    Dijana Stanojevic
    Afrah Tenambergen
    Caroline Louise Williams