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Miba Sinter - Idea Generation für die Sintertechnologie

Wintersemester 2009/2010 

Executive Summary

Ausgangssituation

Die Miba ist eine internationale Unternehmensgruppe, die Antriebskomponenten mittels der Sintertechnologie produziert. Gesinterte Werkstücke werden aus Metallpulvern hergestellt, die durch hohen Druck zu Presslingen geformt werden und durch eine anschließende Wärmebehandlung (Sintern) ihre Endfestigkeit erreichen.

Als Zulieferunternehmen ist die Miba Sinter Group stark abhängig vom Automobilmarkt und von konjunkturellen Schwankungen daher enorm betroffen. Die Suche nach neuen Anwendungs-möglichkeiten soll es der Miba Sinter ermöglichen, ihre innovative Technologie auch außerhalb der Automobilbranche zur Anwendung zu bringen, um ihr Portfolio zu diversifizieren und die negativen Auswirkungen auf das Unternehmen zu reduzieren. 

Projektziel

Ziel war es daher, möglichst viele neue Anwendungsbereiche für die Sintertechnologie zu finden und hinsichtlich ihrer kommerziellen Attraktivität zu analysieren. Für den aus Unternehmenssicht potenziell interessantesten Markt sollte darüber hinaus eine Kommerzialisierungsstrategie erstellt werden.

Vorgehensweise

Um das Projektziel zu erreichen, wurde eine aus vier Schritten bestehende Vorgehensweise gewählt:

  • Identifikation der Benefits der Technologie aus Kundensicht

  • Suche nach alternativen Anwendungsbe reichen mittels Pyramiding und Broadcasting

  • Erstellung von Markt- und Konkurrenzsowie SWOT-Analysen für die interessantesten Anwendungsbereiche

  • Ausarbeitung einer Kommerzialisierungsstrategie 

Ergebnisse

Die Benefits der Technologie
Im 1. Schritt wurden im Zuge von 32 Telefoninterviews mit Experten und bestehenden Kunden der Miba Sinter die relevanten Benefits der Technologie eruiert. Die Benefits gesinterter Metallteile sind: hohe Passgenauigkeit, geringes spezifisches Gewicht bei großer Härte, Verschleißfreiheit und die schallabsorbierende Wirkung.

Die identifizierten Anwendungsbereiche
Auf Basis der identifizierten Benefits wurde anschließend nach Anwendungsbereichen gesucht, in denen diese Benefits ebenfalls relevant sind. Insgesamt konnten 13 potenziell für die Sintertechnologie interessante Anwendungsbereiche gefunden werden, die von Komponenten für spezielle Förderanlagen über Zahnräder für Uhrwerke bis hin zu Atemreglern für Taucher reichen. Eine Erstanalyse aller identifizierten Anwendungsbereiche ergab, dass die Bereiche „Komponenten für Förderanlagen“ und „Umwelttechnik“ aus unternehmensstrategischer Sicht für Miba besonders Erfolg versprechend sind.

Markt- und Konkurrenzanalysen
Der aus Sicht des Projektpartners prioritär zu behandelnde Anwendungsbereich der „Komponenten für Förderanlagen“ stellte sich im Zuge der Recherchen des Projektteams als besonders interessanter Markt dar. Der Markt für Komponenten von Förderanlagen ist ein rasch wachsender. Derzeit sind ca. 500.000 solcher Anlagen weltweit im Einsatz und 2009 wurden 38.500 neue errichtet. Erste Gespräche mit potenziellen Kunden lassen darauf schließen, dass die Miba aufgrund des technischen Vorteils gesinterter Komponenten innerhalb von 5 Jahren einen Marktanteil von bis zu 8% im Fördertechnikzuliefermarkt erreichen kann. Diese Schätzung ist in Hinblick auf die hohe Verhandlungsmacht der wenigen existierenden Großkunden bewusst konservativ angesetzt. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil von Miba gegenüber den meisten direkten Konkurrenten ist die unternehmenseigene Produktionsstätte in China.

Die Kommerzialisierungsstrategie
Bei Ausnutzung ihrer Innovationskraft und ihrer F&E Kapazität kann es der Miba Sinter gelingen, sich mit der Herstellung von Metallkomponenten auf dem wachsenden Fördertechnikmarkt zu etablieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird empfohlen mit einer Niedrigpreisstrategie sofort und direkt in den Markt einzutreten, da ein starker Wettbewerb herrscht. Außerdem sollte eine Zusammenarbeit mit einem etablierten Fördertechnikhersteller als Entwicklungspartner angestrebt werden, um auf Dauer in diesem kompetitiven Markt bestehen zu können.

Der Anwendungsbereich der Umwelttechnik wird aus heutiger Sicht aufgrund von für den Einstieg notwendigen Weiterentwicklungen der Technologie als weniger attraktiv erachtet. Aus diesem Grund stellt er für Miba eher eine Option für die Zukunft dar, auf der kurzfristig kein Fokus liegen sollte.

Cooperation Partner

  • Dipl.-Ing. Christian Sandner
    Miba Sinter AG

Student Team

  • Christina Silmbroth
    Victoria Ghaffari
    Alexandra Pasich
    Stefanie Strasser
    Stefan Fessl
    Konstantin Gerhard