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Magna Powertrain 'MRF' - Eine Kupplungstechnologie auf neuen Wegen

Sommersemester 2009 

Executive Summary

Unternehmen und Technologie

Magna Powertrain ist ein in Österreich ansässiges, stark innovationsorientiertes Unternehmen. Als Tochter der Magna-Gruppe besteht das Betätigungsfeld der Magna Powertrain in der Entwicklung von Antriebs- und Kupplungssystemen. Ausgangspunkt für die vorliegende Kooperation war die innovative MRF-Technologie, die bei Magna Powertrain eigentlich für die Verwendung in Allrad-Kupplungssystemen weiterentwickelt wurde. Die Technologie basiert auf der Grundlage, eine mit Eisenmolekülen versetzte Flüssigkeit durch den Einsatz von Elektromagneten in verschiedene Zustände unterschiedlicher Viskosität bringen zu können. Der große Vorteil der Technologie aus Sicht von Magna Powertrain besteht darin, „reibungslose“ und damit verschleißarme Kraftübertragung zu ermöglichen. Aufgrund der Tatsache, dass die Automobilindustrie – der Hauptabsatzmarkt von Magna Powertrain – besonders von der momentan vorherrschenden Weltwirtschaftskrise betroffen ist, sollten im Rahmen dieses Projekts alternative Anwendungsbereiche für die MRF-Technologie identifiziert und analysiert, sowie eine eventuelle Kommerzialisierungsempfehlung abgegeben werden, was auch das Projektziel darstellt.

Vorgehensweise und Überblick über die Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes kam eine am Institut für Entrepreneurship & Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelte Methode zur systematischen Identifikation und Bewertung von alternativen Anwendungsfeldern für bestehende Technologien zum Einsatz. Diese Methode, die auf den Einsatz von User-Communities zum Auffinden neuer Marktopportunities für die MRF-Technologie setzt, besteht aus 4 Schritten:

In einem ersten Schritt wurden durch zahlreiche Interviews mit momentanen Usern dieser Technologie, Experten aus universitärer und betrieblicher Forschung sowie Herstellern der Flüssigkeit die zentralen Benefits der MRF-Technologie aus Kundensicht ermittelt. Aufbauend darauf wurde in einem zweiten Schritt nach Personen / Unternehmen gesucht, die sich mit Problemen konfrontiert sehen, die genau mit diesen spezifischen Nutzendimensionen der Technologie gelöst werden können. Hieraus konnten über ca. 200 Interviews und 22 Broadcastings insgesamt 37 potentielle Anwendungsbereiche identifiziert werden; nach einer Vorselektion anhand der Kriterien „Benefit Relevance“ („Wie gut eignet sich die Technologie zur Lösung eines spezifischen Problems im jeweiligen Anwendungsfeld?“) und „Strategic Fit“ („Wie gut passt das jeweilige Anwendungsfeld zur aktuellen strategischen Ausrichtung von Magna Powertrain?“) blieben 10 besonders Erfolg versprechende Anwendungsbereiche über. Diese reichten vom Einsatz von MRF in der Turbine eines Gaskraftwerks, über Druckmaschinen und Kräne bis hin zum Glasschliff in der Feinoptik.

Gemeinsam mit Magna Powertrain wurden in einem dritten Schritt die beiden Anwendungsbereiche, ein MRF-basierter Türstoppmechanismus für Aufzugstüren und eine adaptive Dämpfung des Antriebsstrangs bei Windkraftanlagen ausgewählt, für die anschließend umfassende Markt- und Konkurrenzanalysen durchgeführt wurden.

Als vierten und letzten Schritt wurde – basierend auf den zuvor gewonnen Ergebnissen der Markt- und Konkurrenzanalysen – die strategische Empfehlung abgegeben, zunächst in den Markt für Windkraftwerke einzutreten; dabei soll Magna nicht als eigenständiger Hersteller von Windkraftanlagen agieren, sondern als Zulieferer für den im Moment größten Hersteller auftreten. Nähere Details über die Ergebnisse dieses Projekts können an dieser Stelle aufgrund ihrer hohen Relevanz für das Auftrag gebende Unternehmen Magna nicht genannt werden.

Cooperation Partner

  • DI Wolfgang Ekam
    Director Innovation- and Patentmanagement

Student Team

  • Petra Hochwarter
    Peter Komenda
    Patrick Madl
    Katja Reisel
    Christina Schwarzböck