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Gesundheitszentrum - Alle unter einem Dach

Wintersemester 2008/2009 

Executive Summary

Das österreichische Gesundheitssystem ist in einem schlechten Zustand. Patienten/Patientinnen sind unzufrieden, weil sie einen unzureichenden Service erhalten (lange Wartezeiten, weite Wege zu Fachärzten/Fachärztinnen,...). Ärzte/Ärztinnen können sich entweder für die Selbständigkeit mit großem finanziellem Risiko und teils ungeliebten administrativen Aufwand entscheiden oder müssen für ein relativ niedriges Gehalt lange Arbeitszeiten in Krankenanstalten in Kauf nehmen. Zudem stehen die Krankenkassen aufgrund ständig steigender Ausgaben vor enormen Finanzierungsproblemen. Laut einer Studie der Statistik Austria werden sich die Gesundheitskosten zwischen 2005 und 2020 mehr als verdoppeln. Die staatlichen Kosten werden von 19,0 Mrd. € auf 43,8 Mrd. € (+121%) steigen1. 2007 überstiegen die Ausgaben der Krankenversicherungsträger die Einnahmen um 339 Mio. €.

Das Gesundheitszentrum bietet für jede dieser Gruppen (Patienten/Patientinnen, Ärzte/Ärztinnen und Gesundheitswesen) eine Verbesserung. Patienten/Patientinnen können in ganzheitlicher Form komfortabel behandelt werden, Ärzten/Ärztinnen wird eine risikolose Alternative zu den bisherigen Arbeitsmöglichkeiten geboten und dem Gesundheitssystem kann durch Kosteneinsparung geholfen werden.

Die Dienstleistung (Das Unternehmen)

Das Unternehmen wird als GmbH gegründet und betrieben werden. Im Gesundheitszentrum werden Ärzte/Ärztinnen verschiedener Fachrichtungen sowie unterstützendes Personal angestellt und in einem einzigen Gebäude untergebracht. Das bringt diverse Vorteile: Durch die räumliche Anordnung können Patienten/Patientinnen alle notwendigen ambulanten Arztwege mit einem Besuch abwickeln („One-Stop-Shop“ Service). Ein zentrales EDV-System erfasst alle PatientInnendaten in einer Datenbank, die von allen Ärzten/Ärztinnen genützt werden kann. Das Zentrum stellt den Ärzten/Ärztinnen die Räumlichkeiten und die Gerätschaften zu Verfügung, weshalb für diese kein Finanzierungsbedarf und kein persönliches Risiko entstehen. Durch gemeinsame Anschaffung und Nutzung der Geräte und Räumlichkeiten können Kostenvorteile generiert werden. Die Medikamentenbeschaffung kann ebenfalls zentral vonstatten gehen. Das Gesundheitszentrum (GZ) bietet damit eine höhere Qualität der Leistung, sowohl für Ärzte/Ärztinnen als auch für Patienten/Patientinnen, bei geringeren Kosten. Das GZ spricht alle bei Krankenkassen versicherten Patienten/Patientinnen mit Bedürfnis nach ambulanter Behandlung an. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit, medizinische Privatleistungen zu beziehen.

Know How

Das Gesundheitszentrum wird von der medizinischen Seite aus von Herrn Ass. Prof. Dr. N.N. (Facharzt für innere Medizin und Kardiologe im AKH Wien und in der Privatklinik Confraternität) betreut, welcher zugleich auch der Initiator des Projektes ist. Er wird betriebswirtschaftlich von Herrn Mag. N.N. (studierter Betriebswirt und Unternehmensberater) unterstützt. Somit kann das Unternehmen kompetent geführt werden.

Branche und Markt

Die Anzahl älterer Menschen (über 60 Jahre), welche signifikant häufiger zum Arzt/zur Ärztin gehen, wird zwischen 2007 und 2030 von 23% auf 32% ansteigen3. Das steigende Gesundheitsbewusstsein (die Ausgaben für Alternativmedizin und freiwillige ärztliche Leistungen stiegen zwischen 1998 und 2008 von 3,3 Mrd. € auf 4,6 Mrd. €, das sind +3,9% p.a.) erhöht die Anzahl der Arztbesuche in Zukunft ebenfalls4.

Der Standort wird mit „Wien Süd“ (69.200 Einwohner im Einzugsgebiet) unter anderem deshalb gewählt, weil das Gebiet dicht besiedelt ist und ein Bevölkerungswachstum prognostiziert wird.

Die Konkurrenz besteht hauptsächlich aus niedergelassenen Ärzten/Ärztinnen, „gewöhnlichen“ Ärztezentren und öffentlichen Krankenanstalten. Das Gesundheitszentrum grenzt sich von der Konkurrenz dahingehend ab, dass es Patienten/Patientinnen ein besseres Service bietet und durch Skaleneffekte und Synergien Kosten eingespart werden können.

Ziele

Wenn die politischen EntscheidungsträgerInnen von dem Konzept überzeugt und InvestorInnen gefunden wurden, soll das erste Gesundheitszentrum im Gebiet „Wien Süd“ errichtet und eröffnet werden. Der erwartete Erfolg soll die EntscheidungsträgerInnen davon überzeugen, das Projekt um weitere Gesundheitszentren zu erweitern und schließlich eine österreichweite Abdeckung mit analogen Zentren zu erreichen.

Markteintritt

Im Business Plan wird der Start des ersten Gesundheitszentrums mit Anfang 2010 geplant. Es sollen neben Jungärzten/Jungärztinnen nach ihrer Facharztausbildung auch ehemals niedergelassene Ärzte/Ärztinnen angestellt werden. Diese sollen ihre Patienten/Patientinnen zum Wechsel ins Gesundheitszentrum bewegen und so von Anfang an für eine gute Auslastung sorgen.

Finanzen

Im wahrscheinlichsten Fall wird davon ausgegangen, dass die Zahl der behandelten Patienten/Patientinnen im Anlaufjahr der Geschäftstätigkeit monatlich um 5% steigt, und insgesamt der Durchschnittswert an Fällen von niedergelassenen Ärzten/Ärztinnen erreicht wird. Trotz der hohen Anfangsinvestitionen von ca. € 15,5 Mio. erwirtschaftet das Gesundheitszentrum bereits im ersten Jahr ein positives EGT von € 740.000. Aufgrund eines kontinuierlichen Anstieges an Besuchern/beucherinnen und der deutlich werdenden Synergieeffekte, erhöht sich das EGT von € 3 Mio. im Jahr 2011 auf € 4,9 Mio. in 2013. Die Anfangsinvestitionen (15,5 Mio. €) werden im wahrscheinlichsten Fall unserer Berechungen bereits nach 14 Monaten amortisiert sein.

Cooperation Partner

  • Ass. Prof. Dr. Johannes KASTNER
    Mag. Martin HÜLSENBÖCK

Student Team

  • Christoph Apfelthaler
    Marlene Huber
    Andreas Kardinal
    Béla Szegedi-Székely