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TU Wien - Zackl-Pumpe

Wintersemester 2007/2008 

Executive Summary

Ausgangssituation

Bei der Zackl-Pumpe handelt es sich um eine ventillose Strömungspumpe, die vom TU-Studenten Wilhelm Zackl erfunden und entwickelt wurde. Aufgrund ihres Aufbaus – sie besteht lediglich aus einem Rohr und einer elastischen Membran – ist sie in der Lage, Flüssigkeiten in Verbindung mit Feststoffen schonend und zuverlässig zu befördern. Mit der Zackl-Pumpe ist zwar eine Technologie vorhanden, es fehlt jedoch an konkreten Anwendungsmöglichkeiten.

Projektziel

Ziel war es, neue Anwendungsbereiche zu identifizieren, diese zu analysieren und für die Vielversprechendsten Kommerzialisierungsstrategien zu entwickeln. Bisherige Forschungs- und Entwicklungskosten sollen so schnell als möglich amortisiert werden

Vorgehensweise und Methodik

Zur Zielerreichung wurde die ISAA-Methode angewandt. Sie läuft in 4 Phasen ab:

  1. Identifikation nutzenbasierter Trends  

  2. Suche nach alternativen Anwendungen

  3. Analyse potentieller Anwendungen

  4. Ausarbeiten von Kommerzialisierungsstrategie

Der erste Arbeitsschritt war die Ableitung der Trends aus den technischen Stärken der Zackl-Pumpe. Parallel dazu wurden in Phase 2  Personen befragt, die sich mit einem konkreten Problem konfrontiert sahen, welches durch die Technologie der Zackl-Pumpe gelöst werden konnte. So entwickelte sich ein iterativer Prozess, durch den die nutzenbasierten Trends laufend überarbeitet wurden, aber gleichzeitig auch neue alternative Anwendungsbereiche für die Zackl-Pumpe identifiziert werden konnten. Den nächsten Schritt stellte die Grobanalyse der relevanten Anwendungsfelder hinsichtlich „Strategic Fit“, „Trend Relevance“ und Marktpotential dar. Gemeinsam mit dem Projektpartner wurden anschließend die zwei interessantesten Einsatzmöglichkeiten ausgewählt und im Detail analysiert. Aufbauend auf diesen Feinanalysen wurden schlussendlich zwei Kommerzialisierungsstrategien entwickelt.

Ergebnisse

Von den 20 Anwendungsgebieten, die gemeinsam mit dem Projektpartner und durch die ISAA-Methode identifiziert werden konnten, zeigten sich die Bereiche Maischebeförderung und Schiffsmodellbau als besonders interessant. Bei beiden waren die Problemlösungsrelevanz der Zackl-Pumpe sehr hoch, die notwendigen Modifikationen an der Technologie gering und das Marktpotential erfolgsversprechend.

Bei der Maischebeförderung besteht die Problematik, dass die in der Maische vorhandenen Kerne beim Transport durch Reibung beschädigt werden, ein Problem, das bei der Herstellung von Wein auftreten kann. Dadurch werden bittere Gerbstoffe abgegeben, welche die Qualität des Endproduktes negativ beeinflussen. Aufgrund des schonenden Pumpvorgangs der Zackl-Pumpe kann man eine Beschädigung der Kerne ausschließen. Zudem kann sie im Vergleich zu den vorhandenen Lösungen weitaus billiger angeboten werden. Die Marktanalyse ergab allein in Österreich einen möglichen Absatz von 100 bis 150 Pumpen innerhalb des ersten Jahres.

Im Schiffsmodellbau zeichnet sich die Zackl-Pumpe einerseits – da sie ohne Schraube arbeitet – durch die nicht vorhandene Verletzungsgefahr aus, andererseits sind aufgrund ihres offenen Aufbaus keine Probleme mit Algen bzw. Beschädigungen und Beeinträchtigungen durch andere Fremdkörper zu erwarten. Dadurch kann sie mit zwei entscheidenden Vorteilen gegenüber bestehenden Technologien aufwarten. Das jährliche Verkaufspotential im deutschsprachigen Raum beläuft sich auf rund 1.000 Antriebe.

Aufgrund fehlender Ressourcen für die serienmäßige Herstellung durch den Projektpartner wird für beide Anwendungsfelder die Kommerzialisierung über die Vergabe einer alleinigen und exklusiven Lizenz an ausgewählte Unternehmen empfohlen.

Cooperation Partner

  • TU Wien
    Außeninstitut Technologietransfer
    Dipl.-Ing. Peter Heimerl

Student Team

  • Elisabeth Ecker
    Volkmar Meidinger
    Christof Miska
    Alois Poyer
    Lukas Trojer