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Agenda 21 - Neupositionierung der Nußdorfer Straße

Wintersemester 2007/2008 

Executive Summary

Einleitung

Der Kooperationspartner Agenda 21 sieht die Nußdorfer Straße mit zunehmenden Strukturproblemen und sinkender Attraktivität konfrontiert. Ziel ist ein detailliertes Konzept zur Neupositionierung der Nußdorfer Straße zu entwickeln, welches durch innovative Maßnahmen die Einkaufsstraße wiederbeleben soll.

Dazu wurde mittels Analysen ein Stärken-Schwächen Profil der Nußdorfer Straße entworfen. Dieses diente als Grundlage für die Erstellung des Konzeptes. Zur Implementierung der Strategie wurden Maßnahmen bestimmt und bewertet.

Ist-Analyse der Nußdorfer Straße

Eine überdurchschnittlich hohe Leerstandsquote von 16%, die hohe Fluktuation der Geschäftslokale und die starke Verkehrsbelastung wirken sich negativ auf das Erscheinungsbild der Straße aus. Als Resultat sinkt die Passantenfrequenz und die Kaufkraft wandert in benachbarte Bezirke ab. Diese Abwärtsspirale wird durch die fehlende Kommunikation zwischen den Geschäftstreibenden verstärkt.

Die Gegenüberstellung der Branchenmix-Analyse und der Erhebung der Kundenbedürfnisse ergab sowohl ein fehlendes Angebot in den Nahversorgungsbereichen Gastronomie, Lebensmittel und Buchhandel, als auch ein qualitativ unzureichendes Angebot. Mittels einer Positionierungsstudie konnte die fehlende Positionierung der Nußdorfer Straße nachgewiesen werden.

SWOT-Analyse

Die im Rahmen der Ist-Analyse erhobenen Schwächen und Risiken stehen folgende Stärken und Chancen der Nußdorfer Straße gegenüber.

Stärken sind die gute öffentliche Anbindung, bestehende Strukturen wie das Schuberthaus und vereinzelt attraktive Geschäfte, als auch dort ansässige Kunsthandwerker. Chancen werden im sehr hohen Kaufkraftpotenzial des großen Einzugsgebietes gesehen. Auf die Stärken und Chancen der Nußdorfer Straße wurde bei der Erstellung des Konzepts besonderes Augenmerk gelegt.

Das Lösungskonzept

Um die langfristige Positionierung der Nußdorfer Straße gewährleisten zu können, ist in erster Linie die mangelhafte Nahversorgung zu stärken. Dadurch kann einerseits die Passantenfrequenz erhöht und andererseits Kaufkraft gebunden werden.

Dies initiiert in weiterer Folge den Anreiz zur Niederlassung spezialisierter Geschäfte des Gourmet-, Health- und Kunstbereiches, welche zum Teil von der bereits vorhandenen Struktur begünstigt werden, zum Teil aber auch Vorteile aus dem Mangel an bestehender Konkurrenz und den qualitativ hochwertigen Ansprüchen der Kunden ziehen können.

Unter den Motto der „Clusterbildung“ werden sich ergänzende Geschäftsmodelle nahe beieinander angesiedelt. Dies ermöglicht starke Zusammenarbeit, forciert intensive Kommunikation und löst somit Synergien sowohl innerhalb eines Clusters als auch zwischen den Clustern selbst aus.

Konkurrenzanalyse

Im Rahmen des Projekts wurde auch eine Konkurrenzanalyse durchgeführt, um zu sehen, inwieweit die angestrebte Positionierung auch als einzigartiges Alleinstellungsmerkmal Nutzen stiften kann. Das Ziel der interdisziplinären Kooperation von Gourmet, Health und Kunst wird von anderen Wiener Einkaufsstraßen nicht ausreichend verfolgt, sodass durch die Kombination dieser Cluster eine einzigartige Positionierung der Nußdorfer Straße möglich ist.

Implementierung der Maßnahmen

Die Durchführung genereller Maßnahmen bildet das Fundament zur Umsetzung des oben skizzierten Lösungskonzepts. Zur Identitätsschaffung wird auf Grund der herausragend starken Verbundenheit des Projektgebiets mit Franz Schubert die Benennung „Schubert-Grätzl“ vorgeschlagen. Das Grätzlblatt, ein Internetportal und Orientierungspläne auf der Nußdorfer Straße fungieren als Werkzeuge der Grätzlkommunikation mit dem Kunden. Die Verbesserung der Infrastruktur (Parkbänke, Fahrradständer, Grünbepflanzung etc.) sowie die temporäre Nutzung der Leerstände (Galerie, Werbefläche etc) verbessern das Erscheinungsbild und Ambiente der Nußdorfer Straße. Besonders starke Anziehungspunkte können durch die Etablierung eines Wochenmarktes und regelmäßiger Events geschaffen werden.

Ein gutbürgerliches Restaurant, ein Szenelokal, eine Buchhandlung und ein Geschenksartikelladen sind repräsentative Geschäfte der Nahversorgungsmaßnahmen, für welche geeignete Leerstände auf der Nußdorfer Straße bestimmt wurden.

Der Gourmetcluster kann mittels Ansiedlung eines Feinkostladens initiiert werden. Gemeinsame Themenschwerpunkte wie beispielsweise „Gesundes Leben“ könnten in Kooperation mit einem Gesundheitszentrum des Healthclusters verwirklicht werden. „Schubert“ als kultureller Schwerpunkt kann durch ein Kulturcafé, eine innovative Musikhandlung und ansässige Kunsthandwerker realisiert werden.

Die Schaffung einer zentralen Instanz erfolgt mittels der Gründung eines Geschäftsstraßenvereins. Dieser bildet den organisatorischen Rahmen für Netzwerkbildung, stimmt gemeinsame Maßnahmen ab, informiert und berät Mitglieder und verwaltet das „Schubert-Grätzl“.

Cooperation Partner

  • Agenda 21 Die Plattform für nachhaltige Bezirksentwicklung und BürgerInnenmitbestimmung
    Mag. Sabine Gruber, M.C.D.

Student Team

  • Christian Timen Genow
    Lukas Hasenöhrl
    Britta Heißenberger
    Hermann Sussitz
    My Van Tran