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Rohöl-Aufsuchungs-AG - Konzeption eines innovativen Ideenmanagementsystems

Sommersemester 2007 

Executive Summary

Ausgangssituation

Die RAG befindet sich derzeit in einer Wachstumsphase und verfügt über viel kreatives Potenzial seiner MitarbeiterInnen. Dieses kann allerdings mit dem aktuell vorhandenen, jedoch wenig bekannten und teilweise ineffizienten betrieblichen Vorschlagswesen nicht im gewünschten Maße ausgeschöpft werden. Lange Bearbeitungszeiten, fehlende Freiräume sowie mangelnde innovationsfördernde Kommunikation und eine rein monetäre Belohnung bei erfolgreicher Umsetzung von eingebrachten Ideen wirken zusätzlich kontraproduktiv und bremsen den Innovationserfolg. In den vergangen Jahren wurden daher nur wenig Ideen eingereicht und MitarbeiterInnen sehen nur wenig Anlass zur Änderung dieser Situation. Die RAG sah sich daher ermutigt, den Lehrstuhl für Entrepreneurship & Innovation mit der Konzeption eines neuen Ideenmanagements zu beauftragen. 

Projektziel

Erklärtes Ziel ist die Entwicklung eines neuen Ideenmanagementsystems, welches die MitarbeiterInnen motiviert zu innovieren. Das Ideenmanagement befasst sich in Abgrenzung zum Innovationsmanagement mit der Generierung neuer Ideen und der Einreichung derselben in einen Bewertungsprozess. Wesentliche Zielsetzungen des Projektes waren somit:

  • Die Schaffung einer hinreichenden Transparenz und Verständlichkeit des neuen Ideenmanagementsystems.

  • Die Akzeptanzsicherung unter MitarbeiterInnen für das neue Ideenmanagementsystem.

  • Die Identifikation erfolgskritischer Faktoren, aus denen konkrete Maßnahmen zur Etablierung eines erfolgreichen Ideenmanagementsystems abgeleitet werden können.

Vorgehensweise

Das Vorgehen zur Erstellung eines neuen Ideenmanagementsystems gliedert sich in verschiedene Teilbereiche. Zunächst wurde eine tief gehende Analyse des bestehenden betrieblichen Vorschlagwesens durchgeführt. Damit einhergehend konnten Schwachstellen identifiziert werden, an denen ein neues System ansetzen sollte. Nach Vollendung dieses Prozesses wurden zahlreiche Einzelinterviews mit MitarbeiterInnen der RAG durchgeführt. Durch dieses Vorgehen wurden eine hierarchieübergreifende Sichtweise und Einschätzung der Situation sowie Bedürfnisse und Probleme vermittelt. Diese Erkenntnisse wurden bei der Erstellung des neuen Innovationsmanagementsystems berücksichtigt.
Zur Erstellung der konkreten Vorschläge für ein Ideenmanagementsystem der RAG wurde in weiterer Folge eine umfangreiche Literaturrecherche vorgenommen. Diese wurde durch ein telefonisches und persönliches Benchmarking mit mehr als 25 Vergleichsunternehmen ergänzt. Den Erstellungsprozess komplettierten Expertengespräche mit InnovationsmitarbeiterInnen von Top-Managementberatungen. In diversen Workshops des StudentInnenteams konnte eine abschließende, auf die RAG angepasste Lösung entwickelt werden, deren wesentliche Ergebnisse nachfolgend dargestellt werden.

Ergebnisse

Das neue Ideenmanagement der RAG berücksichtigt drei Aspekte und deckt deren Hauptproblemfelder ab:
Strukturelle Aspekte, wie hierarchische Hemmnisse des Einreichprozesses oder langwierige Entscheidungswege im Bewertungsprozess wurden primär durch die Etablierung einer Innovationsstelle erfasst, die den Prozess der Ideenbewertung vorantreibt und unterstützt durch Change Agents zur Einreichung von Ideen motiviert. Zudem findet eine Erleichterung bei der Ideeneinreichung statt, da die MitarbeiterInnen die Möglichkeit bekommen, neben traditionellen Einreichwegen auf eine intranetbasierte Lösung zurückzugreifen.
Die Anreizproblematik (welche Anreize sollen für Ideen zur Verfügung gestellt werden?) wurde durch den Vorschlag der Einführung eines Cafeteria-Punkte Modell gelöst. Durch das Cafeteria-System werden individuelle Präferenzen von MitarbeiterInnen berücksichtigt. Sowohl materielle, als auch immaterielle Komponenten fließen hierbei in das System ein. Das Sammeln von Punkten erlaubt den MitarbeiterInnen auf größere Gegenleistungen zu „sparen“, wodurch verstärkt individuelle Bedürfnisse berücksichtigt werden können.
Kulturelle Hemmnisse des Ideenmanagements sollen vor allem durch die Einrichtung von Change Agents abgebaut werden, deren primäre Aufgabe in der Akzeptanzsicherung des neuen Ideenmanagements zu sehen ist. Begleitet wird dieser Aspekt u.a. von der Verleihung eines MitarbeiterInnen-Innovations-Awards, der die Bedeutung von Innovationen für die RAG öffentlich hervorhebt. Maßnahmen zur Sicherung der Innovationskultur im Unternehmen sind ferner die laufende Kommunikation mittels eines i-RSS-Feeds sowie eines i-Newsletters.
Zusätzlich wurde ein neuer Ideenbewertungsprozess modelliert, der die individuellen Bedürfnisse der RAG berücksichtigt und schnelle Entscheidungen, unterstützt durch das Cafeteria-Punkte Modell, ermöglicht.
Durch das neue Ideenmanagementsystem wird für die RAG ein hohes Maß an Flexibilität, Transparenz und Planbarkeit geschaffen, woraus eine gesteigerte Motivation der MitarbeiterInnen resultiert und zusätzliche Anreize für neue Ideen geschaffen werden.

Cooperation Partner

Student Team

  • Thomas Isamberth
    Elvira Kukula
    David Liebig
    Mario Linzbauer
    Christian Vogel