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Biolab GesmbH & Co. KG - Übernahme als Chance zur strategischen Neuausrichtung

Wintersemester 2006/07 

Executive Summary 

Unternehmen
Die im Jahr 1983 gegründete Biolab Ges.m.b.H. & Co. KG vertreibt von ihrem Firmensitz in Wien analytische Labormessgeräte innerhalb Österreichs. Zu den Kunden zählen sowohl öffentliche Institutionen wie z.B. Krankenhäuser, als auch private Forschungslabore. Das Sortiment von Biolab stammt größtenteils von Herstellern aus Japan, den Niederlanden, Großbritannien und Schweden, für die Biolab als exklusiver Vertriebspartner am österreichischen Markt agiert. Das Unternehmen soll nun – aufgrund des bevorstehenden Pensionsantritts des bisherigen Eigentümers – an einen geeigneten Nachfolger übergeben werden. 

Markt und Konkurrenz
Das mit jährlich 5 bis 7 Prozent überdurchschnittlich wachsende Segment der Medizintechnik ist Motor des gesamten, noch entwicklungsfähigen österreichischen Health-Care-Marktes. Aufgrund der voranschreitenden Überalterung der Bevölkerung wird dieses Marktwachstum auch zukünftig anhalten.
Momentan beträgt das Volumen des Marktsegments „Medizintechnik“ etwa 362 Mio. EUR. Innerhalb dieses Marktes bewegt sich Biolab in einer überschaubaren, aber hoch-attraktiven Nische. Diese zeichnet sich auf Kundenseite durch hohe Kosten beim Wechsel des Anbieters, und daher durch langfristige Kundenbeziehungen aus. Die wichtigsten Kunden sind mehrheitlich staatlich subventionierte Abnehmer, deren knapp bemessene Budgets und Staatsnähe auf der anderen Seite langwierige Ausschreibungsverfahren erforderlich machen und kaum Spielraum bei Preisverhandlungen lassen. Die, oftmals von Seiten der Kunden geforderten Vorfinanzierungen belasten außerdem die Liquidität der Händler von Laborgeräten.
Obwohl Biolab momentan aufgrund des Allein-vertriebsrechts für die Geräte bestimmter Hersteller eine stabile und gute Marktposition mit Marktanteilen von 100% in bestimmten Untersegmenten des Marktes für analytische Messgeräte innehat, ist eine strategische Neuausrichtung im Rahmen der Übergabe des Unternehmens anzuraten. Der österreichische Markt für Medizintechnik ist heute schon hart umkämpft und der Konkurrenzdruck weiter steigend, da immer mehr Hersteller ihre Sortimente diversifizieren und mit neuen Produkten in bisher nicht bearbeitete Marktsegmente drängen. 

Strategische Neuausrichtung
Dreh- und Angelpunkt der innovativen Neuausrichtung sind Finanzierungsmodelle, wie etwa das Anbieten maßgeschneiderter Leasingangebote, die mit niedrigen Raten den Kunden die Anschaffung der teuren Laborgeräte erleichtern und die Umsätze von Biolab steigern sollen. Auch (noch) branchenunübliche Bezahlungsmodelle wie „Pay Per Use“ könnten den Absatz stimulieren und Biolab als innovatives Unternehmen positionieren, das nicht nur bei der Gerätetechnologie auf der Höhe der Zeit ist. Eine Ausweitung der Produktpalette und damit einhergehend ein Verlassen der angestammten Nische würde – im Gegensatz zu neuen Serviceleistungen im Bereich Finanzierung – nur mehr Wettbewerb ohne signifikanten Nutzen bedeuten, und ist daher nicht anzuraten. Vielmehr sollte der bestehende Ruf von Biolab als „Spezialist für Spezialisten“ weiter gestärkt werden. Mit dem Angebot von Produktschulungen für Laborpersonal auf Seiten der Kunden könnte Bioforum ein weiteres interessantes und lukratives Geschäftsfeld erschließen.
Insgesamt könnte die Übergabe des Unternehmens also genützt werden, um die Biolab GmbH & Co. KG als modernen Anbieter von Laborgeräten mit innovativen Finanzierungs- und Beratungsleistungen zu positionieren. 

Übergabestrategie
Die ideale Option zur Begleichung des Kaufpreises bildet ein so genanntes „Earn Out-Modell“: Der Nachfolger leistet eine Anzahlung, und begleicht den Restbetrag sukzessive über 3 bis 5 Jahre. Die Auszahlung des Restbetrages an den Übergeber kann durch eine vertragliche Vereinbarung an den Unternehmenserfolg gekoppelt sein – was die Nachhaltigkeit seines befristeten Engagements im Unternehmen sicherstellen würde. Es wird empfohlen, den Geschäftsführer aktiv in der Übergabephase zu involvieren, denn es gilt, auf dessen Fach- und Branchenkenntnis aufzubauen. Auch erscheint ein fließender Übergang sinnvoll in Bezug auf die exklusiven Vereinbarungen mit den Herstellerfirmen. Persönliche Kontakte wollen erst geknüpft oder übernommen werden, und das Vertrauen von Lieferanten und Stammkundschaft in die Kompetenz und Verhandlungsstärke des Nachfolgers gewonnen werden.
Im Zuge dieses Projekts wurde auch eine Bewertung des Unternehmens nach der DCF- Methode durchgeführt, die als Basis für einen möglichen Kaufpreis dient. Aus Vertraulichkeitsgründen können die Ergebnisse der Bewertung an dieser Stelle allerdings nicht bekannt gegeben werden.

Cooperation Partner

  • Biolab Ges.m.b.H. & Co. KG 

Student Team

  • Johannes Gabriel
    Moritz Jäger
    Katharina Pernkopf
    Alois Poyer
    Thomas Schmid
    Shuai Wang