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Freeze Klima- und Energietechnik GmbH - Management-Buyout vs. externe Unternehmensnachfolge

Sommersemester 2006

Executive Summary 

Unternehmen 

Das Unternehmen Freeze wurde vor rund 40 Jahren in Niederösterreich gegründet und ist Anbieter für kundenindividuelle Lösungen auf dem Gebiet der Klima- und Energietechnik sowie alternativer Energiequellen. Die Anlagen werden jedoch nicht nur installiert, sondern es werden auch Service und Wartung angeboten. Die Kunden schätzen vor allem die Flexibilität, die Freeze durch die überschaubare Administration gewährleisten kann, die Freundlichkeit sowie den prompten Kundendienst und die Position des Unternehmens als Gesamtanbieter mit hohem technischem Verständnis.
Mit 10-20 Mitarbeitern ist Freeze vergleichsweise klein, verfügt jedoch über eine Produktpalette, mit der nur einige größere Unternehmen mithalten können. Diese große Produktvielfalt kann durch einen hohen Grad an Outsourcing erreicht werden, was eine Konzentration auf die Kernkompetenzen ermöglicht. 

Markt und Konkurrenz 

Die Position als kompetenter Gesamtanbieter offenbart dem Unternehmen auch die Möglichkeit, an dem starken Wachstumsmarkt der Klimaanlagen sowie der alternativen Energiequellen zu partizipieren. Alleine im Bereich der Wärmepumpen waren in den letzten Jahren Zuwachsraten von 25- 27% zu beobachten. Laut einer Studie im Auftrag der Europäischen Kommission wird sich die gekühlte Fläche in Europa im Zeitraum von 2000-2010 verdoppeln und auch nach 2010 noch stark wachsen. Dazu kommt, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern und dadurch große Chancen für Fachfirmen entstehen, da die Nachfrage nach anspruchsvollen, energieeffizienten Lösungen steigen wird. Von dieser Entwicklung profitieren auch alternative Energiequellen, die sich vor allem im industriellen Bereich noch nicht durchsetzen konnten.
Das Marktvolumen stieg in den vergangenen Jahren um durchschnittlich 2,37% pro Jahr auf einen Gesamtumsatz innerhalb der Branche von 3,2 Mrd. Euro (2004). Im Raum Niederösterreich und Wien bestehen fünf größere Anbieter, die vor allem bei Ausschreibungen oft in einem Konkurrenzverhältnis zu dem Unternehmen stehen. Weitere Firmen weisen zwar teilweise Überschneidungen mit dem Produktangebot, stehen aber bei Ausschreibungen nicht in Konkurrenz mit dem Unternehmen.  

Strategische Neuausrichtung 

Die strategische Neuausrichtung basiert auf einer Analyse der Stärken und Schwächen des Unternehmens und soll den nachhaltigen Erfolg des Unternehmens gewährleisten. Es sollen neue, qualifizierte Mitarbeiter eingestellt werden, um auch in dem Bereich der alternativen Energiequellen als kompetenter Anbieter auftreten zu können. Eine Erweiterung des Produktsortiments um Heizungstechnik würde die Position als Gesamtanbieter weiter stärken.
Neben der Ausweitung des Produktsortiments ist auch die geographische Ausweitung des Zielmarktes wichtig. Diese wurde bis jetzt nicht durchgeführt, da aufgrund der mit der Neuanlageninstallation einhergehenden Service- und Wartungsaufträge eine solche nicht wirtschaftlich erscheint. Aber durch eine Kooperation mit lokalen Anbietern könnte man diese Problematik überwinden, indem man Service und Wartung an diese auslagert. Mit diesem Zugang kann man auch in erfolgsträchtige ausländische Märkte eindringen. 

Übergabestrategie 

Es bieten sich zwei Übergabevarianten an:

Bei der Gesamtübernahme wird das Unternehmen innerhalb von einem Jahr veräußert. Anfangs wird eine 75%ige Anzahlung fällig, nach Ablauf dieses einen Jahres der Rest. Dies ermöglicht eine schnelle Übergabe, schließt aber eine Beratungsfunktion des Übergebers aus und ist gleichzeitig eine finanzielle Belastung. Dies macht diese Option vor allem für gewerbliche Käufer interessant.

Eine weitere Option ist die Sukzessive Übergabe, die sich über mehrere Jahre erstreckt und eine Beratungsfunktion des Übergebers mit sich zieht. Anfangs wird eine Anzahlung auf den Unternehmenswert fällig. Der Übernehmer wird dadurch vorerst Miteigentümer und Prokurist, steigt aber im Laufe der Übernahme bis zum Geschäftsführer auf. Während dieses Prozesses erwirbt der Übernehmer immer mehr Anteile an dem Unternehmen, sodass bis zum Pensionsantritt des Übergebers 75% bezahlt sind. Der restliche Betrag wird dann über ein Treuhand-Konto als Zusatzpension ausgezahlt. Es bietet sich als Motivation für den Übergeber an, bei dieser Variante die weiteren Zahlungen vom Erfolg des Unternehmens abhängig zu machen (Earn-Out-Modell). Die Vorteile sind die geringere finanzielle Belastung, die langfristige Beratung durch den Übergeber und die daraus resultierenden besseren Kundenbeziehungen. Nachteilig ist jedoch die geringe Kontrolle besonders im Anfangsstadium der Übernahme. Insgesamt scheint diese Variante eher für private Käufer attraktiv.

Im Zuge dieses Projekts wurde unter anderem auch eine Unternehmensbewertung nach der DCF- und Multiples-Methode durchgeführt, die als Basis für den Kaufpreis dient. Aus Vertraulichkeitsgründen können die Ergebnisse der Bewertung an dieser Stelle allerdings nicht bekannt gegeben werden.

Cooperation Partner

  • Freeze Klima- und Energietechnik GmbH*
    Niederösterreich 

Student Team

  • Robert Adelmayer
    David Lielacher
    Jun Jun Pan