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Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie - Erfolgsfaktoren für Ideenwettbewerbe

Wintersemester 2005/06 

Executive Summary 

Ausgangssituation
Der Ideenwettbewerb „ideenreich.at“ wurde bereits zwei Mal vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) veranstaltet. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, den Erfindergeist und das Innovationsbewusstsein der Bevölkerung zu wecken.
Das vorliegende Projekt wurde ins Leben gerufen, um den Wettbewerb, der das nächste Mal 2007 durchgeführt wird, zu evaluieren und eventuell vorhandenes Verbesserungspotential aufzuzeigen.  Projektziel
Ziel dieses Projektes ist die Erstellung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung von „ideenreich.at“. Unter anderen weisen folgende Bereiche bzw. Aspekte aus Sicht des Auftraggebers BMVIT Verbesserungspotenzial auf: 

  • Weiterverfolgung/Verwertung von eingereichten Ideen  

  • Ideentracking (Sammlung von „Erfolgsstories, die aus dem Wettbewerb hervorgegangen sind

  • Akzeptanz der Online-Community

Vorgehensweise
Ausgehend von der Zieldefinition wurden nach einer umfassenden Literaturrecherche und sechs Expertengesprächen sowie einer Befragung der TeilnehmerInnen von „ideenreich.at“ 19 nationale und internationale Ideenwettbewerbe analysiert, um allgemeine Erfolgsfaktoren für Ideenwettbewerbe identifizieren zu können. Aus den gewonnenen Informationen wurden jene erfolgskritischen Evaluationskriterien abgeleitet, die zur Bewertung und zum Benchmarking von „ideenreich.at“ und ausgewählten Ideenwettbewerben herangezogen werden konnten.

Ergebnisse
Aus dem durchgeführten Benchmarking leiten sich folgende besonders wichtige Handlungsempfehlungen ab: 

  • Ideenverwertung: Damit möglichst viele Ideen tatsächlich umgesetzt und verwertet werden können, ist es notwendig, sie potenziellen InvestorInnen zugänglich zu machen. Da die öffentliche Zugänglichkeit der eingereichten Ideen allerdings im Konflikt zu deren Schutz steht, empfiehlt es sich, den TeilnehmerInnen freizustellen, ob und welche Teile der Idee sie veröffentlichen möchten. Darüber hinaus könnten zweckgebundene Preisgelder einen Anreiz zur Weiterverfolgung der Idee schaffen. 

  • Ideentracking: Durch die Schaffung von zweckgebundenen Preis- und Forschungsgeldern, über deren Verwendung Rechenschaft abzulegen ist, könnte das Tracking von „Erfolgsstories“ erleichtert werden. 

Darüber hinaus kann die Umsetzung der folgenden, als Best Practices identifizierten, Maßnahmen zur weiteren Verbesserung von „ideenreich.at“ beitragen: 

  • Jury-Ausgestaltung: Wie die Analyse gezeigt hat, sollte die Jury fachkompetent und heterogen sein, wie es bei „ideenreich.at“ durchaus der Fall ist. Allerdings würde eine individuelle Vorstellung der einzelnen Jury-Mitglieder ein transparentes Bild nach Außen kommunizieren und Vertrauen fördern. 

  • Incentives: Über die Bereitstellung von verschiedenen Preiskategorien lässt sich das Anspruchsniveau des Wettbewerbs steuern. Um einerseits eine breite Masse an TeilnehmerInnen, die an einer Umsetzung ihrer Idee vielleicht weniger interessiert sind, und andererseits gleichzeitig möglichst viele echte Entrepreneure anzusprechen, könnte eine Einteilung in Gruppen für Sachpreise (eventuell mit geringerem Wert, aber ohne Verpflichtung) sowie zweckgebundene Geldpreise (zur weitern Umsetzung der Idee) angeboten werden. 

  • Feedback: Individuelles Feedback an alle TeilnehmerInnen wäre wünschenswert, ist jedoch aufgrund der Anzahl der bei „ideenreich.at“ eingereichten Ideen schwer zu realisieren. Es sollte aber in Erwägung gezogen werden, ausgewählten TeilnehmerInnen ein individuelles, qualitativ hochwertiges Feedback zugeben (zB. den an der Umsetzung ihrer Idee interessierten Einreichern). Alle übrigen TeilnehmerInnen sollten zumindest ein standardisiertes Feedback erhalten.

Wie das Projekt gezeigt hat, ist der Ideenwettbewerb „ideenreich.at“ des BMVIT im Vergleich zu nationalen und internationalen „Konkurrenzveranstaltungen“ durchaus gut aufgestellt. In einigen Bereichen konnten jedoch wichtige Optimierungspotenziale ausgemacht werden, die mithilfe der hier vorgeschlagenen Maßnahmen ausgeschöpft werden können. 

Cooperation Partner

  • Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
    Frau MR Mag. Oberzaucher
    www.bmvit.gv.at

Student Team

  • Clemens Andrée
    Christian Goldschwend
    Lisa Haber
    Robert Schrenk
    Gustav Wagner