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3s invest - Bioethanol - Treibstoff der Zukunft?

Wintersemester 2005/06 

Executive Summary 

Ausgangssituation
Seit 1998 hat sich Erdöl um mehr als 450 % verteuert und kam 2005 mit dem bisherigen Höchststand von 65 USD/Barrel dem Preis von Erdöl während des 2. Ölschocks von 1980/81 gefährlich nahe. Aufgrund dieser neuen Preisentwicklungen sind alternative Energieträger wieder vermehrt ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Eine mögliche Alternative zu den bisherigen Kraftstoffen stellt Bioethanol dar. Dabei handelt es sich um Alkohol, der aus biologisch abbaubaren Rohstoffen, wie etwa Getreide oder Zuckerrüben, erzeugt wird. 

Projektziel
Ziel des Projektes ist es, zu untersuchen, ob geeignete Rahmenbedingungen für die Durchsetzung von Bioethanol in Österreich und Deutschland vorhanden sind. Darauf aufbauend soll dann in einem zweiten Schritt ein geeigneter Standort für den Betrieb einer Bioethanolanlage in Österreich identifiziert werden. 

Vorgehensweise
Im Rahmen einer für Österreich und Deutschland durchgeführten PESTLE-Analyse wurden die politischen (P), ökonomischen (E), sozialen (S), technologischen (T), rechtlichen (L) und ökologischen (E) Rahmenbedingungen für die Chancen von Bioethanol als alternativer Kraftstoff auf diesen Märkten erhoben.
Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse wurde anschließend eine Standortanalyse für Österreich durchgeführt, um eine Empfehlung über den Errichtungsort der Anlage abgeben zu können.  

Ergebnisse
Die Ergebnisse der umfassenden PESTLE-Analyse haben zusammenfassend gezeigt, dass
- politischer Wille zur Etablierung von Bioethanol am deutsch-österreichischen Markt vorhanden ist,
- gesetzliche Vorschriften zur Beimischung von Bioethanol verpflichten,
- hohe Kosten des Bioethanolproduktionsprozesses behindern
- und attraktivere Technologien zur Bioethanolproduktion in Entwicklung sind.

Alles in allem bedeutet das Ergebnis, dass – in jedem Fall mittelfristig – überwiegend günstige Rahmenbedingungen für die Durchsetzung von Bioethanol am deutsch-österreichischen Markt bestehen, vor allem da Bioethanol derzeit die einzig gangbare Alternative zu fossilem Benzin darstellt. Jedoch müssen eine Reihe von Faktoren und deren zukünftige Entwicklung speziell berücksichtigt und einer laufenden Beobachtung unterzogen werden.
Durch die Beimischverpflichtung von Bioethanol in Österreich ab 1. Oktober 2007 wird die Produktion von Bioethanol auch hier interessant. Dafür sprechen auch einzelne Standortfaktoren, wie die Lage an der Donau (die eine zukunftssichere und günstige Versorgung mit Rohstoffen aus dem Osten sicherstellt), die sehr gut ausgebauten Hafenanlagen und erschlossenen Industriegebiete sowie das Vorhandensein des technologischen Know-hows, gut ausgebildeter Arbeitskräfte, lokaler Anbauflächen und lokaler Abnehmer.
Als geeigneter Standort für die Bioethanol-Anlage konnte so, nach einem umfangreichen Selektions- und Bewertungsprozess, Enns und dessen Hafen Enns-Ennsdorf identifiziert werden. Die ausgezeichnete Infrastruktur, niedrige Grundstückskosten, die Nähe zum großen Abnehmer OMV in St. Valentin und die Lage innerhalb von lokalen Anbaugebieten macht den Standort Enns für den Bau einer Bioethanolanlage besonders attraktiv. Aber auch die anderen in die engere Auswahl gekommenen Standorte, vor allem aber Linz und Schwechat, sind für eine Ansiedelung - als Alternative zu Enns - interessant.
Die finanziellen Aspekte des Vorhabens wurden im Rahmen dieser Arbeit nicht untersucht. Daher sollte in einem nächsten Schritt eine Wirtschaftlichkeitsprüfung für die Errichtung dieser Anlage durchgeführt werde. 

Cooperation Partner

  • EUROPE BIOETHANOL
    Anna und Erwin Pfabl
    3s invest Beteiligungen GmbH

    Ing. Karl Scheipl
    www.3s-invest.com

Student Team

  • Andrea Müller
    Christian Polster
    Lukas Schwarz
    Christian Schwarzott