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Finding commercially attractive user innovations: An exploration and test of the 'lead user' theory

Wintersemester 2004/05 

Executive Summary 

Kitesurfer und Innovationen - Eine empirische Überprüfungder Lead User Theorie: 

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Eric von Hippel (Sloan School of Management, MIT) durchgeführt.  

Hintergrund: User Innovation

Prof. Eric von Hippel ist Begründer des Forschungsfeldes 'User Innovationen'. Er entdeckte in den 80er Jahren dass, entgegen der vorherrschenden Meinung, es oft nicht die Hersteller sind, die neue Produkte schaffen, sondern die Nutzer der Produkte selbst. 
Sie haben Bedürfnisse, die durch das bestehende Marktangebot meist nur schlecht oder gar nicht befriedigt werden. Beispiele hierfür finden sich in allen Branchen, egal ob in „B2B Märkten“ wie beispielsweise wissenschaftlichen Instrumenten, Traktorenschaufeln oder Computern oder „B2C Märkten“ wie etwa Sportgeräte, Nahrungsmittel oder Kleidung. In zahlreichen empirischen Studien konnte gezeigt werden, dass User hier oft die ersten sind, die einen Prototyp entwickeln, der später zu einem kommerziell wertvollen Produkt wird.  Meist ist dabei eine bestimmte Gruppe von Usern für die Innovationen verantwortlich. Von Hippel nannte diese Nutzer mit ganz bestimmten Eigenschaften „Lead User“.  

Forschungsfrage 

Lead User sind als Nutzer mit zwei Eigenschaften definiert: (1) sie haben einen besonders hohen Nutzen durch eine Innovation, weil sie unbefriedigte Bedürfnisse haben und (2) sie haben Bedürfnisse, die die breite Masse erst Jahre später haben wird, sind also Trendführer.
Dass Lead User gute Quellen für innovative Produktideen sind, wird durch den großen praktischen Erfolg der Lead User Methode sichtbar (siehe auch Seminar Sources of Innovation in diesem Bericht). Aus wissenschaftlicher Sicht jedoch ist die Frage offen, warum dies so ist bzw. ob die theoretischen Überlegungen der Lead User Theorie auch tatsächlich gültig sind und die beiden Komponenten so wirken wie vermutet.
Ziel des Semesterprojekts war es daher, die Lead User Theorie empirisch zu testen. Damit wurde wissenschaftliches Neuland betreten, denn eine entsprechende Untersuchung existiert bislang nicht. 

Fazit und Ausblick 

In der vorliegenden Untersuchung wurde die Lead User Theorie erstmals einer umfassenden empirischen Überprüfung unterzogen. Dabei konnte gezeigt werden, dass das Lead User Konstrukt tatsächlich so arbeitet wie theoretisch vermutet: ein hoher erwarteter Nutzen einer Innovation führt zu einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Innovation (1. Lead User Komponente) und eine hohe Trendführerschaft führt dazu, dass – wenn ein User überhaupt innoviert – es sich auch um eine wirkliche Neuerung handelt und nicht nur um eine kleine Verbesserung. Auch der Einfluss der Ressourcen entsprach den theoretischen Vermutungen. Insgesamt zeigen die Befunde also, dass die Lead Theorie bestätigt werden kann. Das Projekt erbringt damit einen originären Forschungsbeitrag.
Darüber hinaus wurden einige zusätzliche signifikante Einflussbeziehungen sichtbar, die über die bestehende Theorie hinausgehen. Es wird nun notwendig sein, diese Befunde auch theoretisch zu durchdringen, um gegebenenfalls die Lead User Theorie zu erweitern.
Abschließend sei allen Personen, die unsere Forschungsgruppe hinter den Kulissen aktiv und passiv unterstützt haben und dadurch einen wesentlichen Teil zum Gelingen dieses Forschungsprojektes beigetragen haben, an dieser Stelle unser herzlicher Dank ausgesprochen.

Student Team

  • Andrea Altmann
    Christian Chini
    Christian Fromm
    Maria Fuchs
    Birgit Hathum
    Jürgen Huber
    Florian Lipok
    Alfred Lurf
    Stefan Oberhauser
    Martin Ponweiser