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Frequentis Nachrichtentechnik GmbH - Innovationen durch Lead User

Sommersemester 2004

Executive Summary

Das Frequentis Lead User Projekt:

Phase 1: Start des Lead User Projektes

Der Startschuss des Lead User Projektes erfolgte am 4. und 5. März 2004 in Bratislava im Rahmen einer Kick-off Veranstaltung, bei der das achtköpfige Studententeam erstmals mit dem Projektpartner Frequentis GmbH, vertreten durch Herrn Dr. Hölzl (Product Manager), in Kontakt trat.
Nach einer kurzen Unternehmensvorstellung wurde gemeinsam das Suchfeld 'The Operator Position as a Decision and Execution Tool' festgelegt. Weiters wurden Projektziele definiert, Terminvereinbarungen getroffen und das Budget festgelegt:

  • Lösungskonzepte mit einem Innovationsgrad von 7-10 auf einer zehnstufigen Skala

  • 2-3 radikale Innovationskonzepte

  • Abschluss Phase 2 mit 24.3.2004

  • Abschluss Phase 3 mit 12.5.2004

  • Durchführung des Lead User Workshop am 4. und 5. Juni 2004

Phase 2: Identifikation von Trends und Bedürfnissen

Um Trends und Bedürfnisse für das Suchfeld zu identifizieren, wurden verschiedenste Informationsquellen verwendet, wie etwa Datenbanken, Foren, spezielle Communities, telefonische Interviews und persönliche Gesprächen mit Markt- und Technologieexperten und MitarbeiterInnen von Frequentis. Weiters wurden Trendforscher befragt, im Internet recherchiert und analoge Bereiche zu dem Suchfeld genauer betrachtet.
Aus der Menge an gesammelter Information konnten schließlich folgende acht Trends/Bedürfnisse herausgefiltert werden, die dann gemeinsam mit dem Projektpartner Frequentis nach den beiden Kriterien Relevanz für und Transferierbarkeit auf das Suchfeld bewertet wurden:

Zunahme der globalen Mobilität Mensch-Maschine Kommunikation
Steuerung / Kommunikation durch KI Systeme Informationskonzentration und Visualisierung
Der Mensch im Fokus Standardisierung
Personalisierung Sicherheit

Folgende vier der oben genannten Trends/Bedürfnisse wurden basierend auf der gemeinsamen Bewertung weiterverfolgt und dienten als Basis für die Identifikation von Lead Usern und Lead Experts:

  • Personalisierung

  • Informationskonzentration und Visualisierung

  • Steuerung / Kommunikation durch KI-Systeme (Künstliche Intelligenz Systeme)

  • Sicherheit

Phase 3: Identifikation von Lead Usern und deren Ideen

In dieser Phase des Lead User Prozesses wurde nach Lead Usern in den vier zuvor selektierten Trends, sowohl im Zielmarkt als auch in analogen Märkten, gesucht. Das Projektteam ist nach dem Pyramiding-Ansatz vorgegangen. Insgesamt wurden 287 themenbezogene Erstkontakte hergestellt, woraus sich 80 weiterführende Kontakte ergaben und schließlich zehn Lead User identifiziert werden konnten. Darauf basierend wurden acht Lead User ausgewählt und zum Lead User Workshop eingeladen. Die in den Interviews genannten Lead User Ideen wurden gesammelt und als Input für den Lead User Workshop in Phase vier aufbereitet. Gemeinsam mit den vier MitarbeiterInnen des Projektpartners Frequentis bildeten die identifizierten Lead User ein hochkarätiges Team für die Entwicklung von innovativen Produktideen in Phase vier.

Phase 4: Entwicklung von Lösungskonzepten (Workshop)

Der zweitägige Workshop wurde in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Frequentis am 4. und 5. Juni 2004 im Seminarhotel Marienhof in Reichenau/Rax duchgeführt. Ziel des Workshops war die Entwicklung von innovativen, möglichst konkreten Lösungskonzepten für das Suchfeld 'The operator position as a decision and execution tool' durch die eingeladenen Lead User, Lead Experts und MitarbeiterInnen von Frequentis.

Ablauf des Workshops:

Nach der offiziellen Begrüßung fand im Plenum eine genaue Vorstellung des Projektes sowie die Festlegung und Definition von Zielen und Bewertungskriterien statt. Folgende fünf Bewertungskriterien wurden zu Beginn des Workshops gemeinsam festgelegt, um die entwickelten Ideen am Ende des Workshops zu bewerten:

  • Hoher Innovationsgrad

  • Umsetzbarkeit innerhalb von ca. 5 Jahren

  • Nutzerakzeptanz

  • Sicherheit / Situation Awareness

  • Wirtschaftlichkeit

Nach der Bildung von drei Teams (Team rot, Team blau und Team gelb) zu je vier Personen bestehend aus Lead Usern, Lead Experts und MitarbeiterInnen von Frequentis startete die erste Arbeitseinheit. Der Workshop gliederte sich insgesamt in vier Arbeitseinheiten zu je 1,5 Stunden. Nach jeder dieser Gruppeneinheiten kamen die einzelnen Untergruppen wieder im Plenum zusammen, um die erarbeiteten Konzepte zu präsentieren und Feedback von den anderen Teilnehmern zu erhalten. Die Anregungen konnten somit unmittelbar in die weiteren Arbeitseinheiten einfließen.

1. Gruppenarbeit:

In der ersten Gruppenarbeit wurden unter der Moderation und Dokumentation eines Studententeams durch Brainstorming eine Vielzahl von Ideen generiert, die alle festgehalten und gegen Ende einer internen Bewertung unterzogen wurden. Diese ersten Ideen wurden mit Hilfe der PMI-Methode (Plus/Minus/Interessant) evaluiert, um die Konzentration auf die vielversprechendsten Ideen zu ermöglichen und potentielle Breakthrough-Innovationen herauszufiltern. Anschließend wurde die Bewertung der gesammelten Ideen im Plenum vorgestellt und die weitere Vorgehensweise abgestimmt.

2. und 3. Gruppenarbeit:

In diesen beiden Abschnitten wurden die Ideen der ersten Arbeitseinheit näher betrachtet und hinsichtlich ihrer Relevanz für die Zieldefinition des Workshops überprüft. Die dabei weiterverfolgten Ideen wurden teilweise kombiniert und durch die direkte Zusammenarbeit zwischen Lead Usern und Lead Experts fortwährend verbessert, bis sich immer konkretere und gut durchdachte Konzepte entwickelten. Dabei erhielten die einzelnen Gruppen nach den Arbeitsarbeiten wieder Feedback im Plenum, das auf noch nicht bedachte Problemfelder aufmerksam machte und/oder auch die Gruppe in Richtung ihrer Arbeit bestärkte.

4. Gruppenarbeit:

In der letzten Einheit der Gruppenarbeit wurden die einzelnen Lösungskonzepte finalisiert und bereits konkrete Vorgehensweisen für eine Umsetzung angedacht. Nach der letzten Präsentation vor dem Plenum wurden die einzelnen Lösungskonzepte abschließend mit Hilfe der zu Beginn festgelegten Kriterien einer Bewertung unterzogen.
Nachfolgend ist zuerst die Bewertung der entwickelten Produktkonzepte beispielhaft in Hinblick auf den erreichten Innovationsgrad und anschließend die Bewertung eines Konzeptes in Bezug auf alle fünf Bewertungskriterien dargestellt. Aus Geheimhaltungsgründen können keine inhaltlichen Ergebnisse veröffentlicht werden.

Abbildung 1

Abbildung 1: Innovationsgrad der entwickelten Produktideen

Abbildung 2

Abbildung 2: Gesamtbewertung des Lösungskonzepts der Gruppe Blau

Fazit

Die Abwicklung eines realen Lead User Projektes in einer Lehrveranstaltung erwies sich abermals als sehr erfolgreich. Innerhalb eines einzigen Semesters bearbeitete das StudentInnenteam alle vier Phasen eines Lead User Projektes unter Einhaltung sämtlicher Projektziele. Sowohl die festgelegten Budgetziele als auch die Ziele in Bezug auf den zeitlichen Rahmen und die Qualität der entwickelten hinsichtlich der Forderung nach radikal neuen Produktkonzepten konnten eingehalten werden. Zwei der vier entwickelten Konzepte erhielten eine sehr hohe Bewertung bezüglich des Innovationsgrades, wobei, wie üblich, ein hoher Innovationsgrad meistens mit einer geringeren Umsetzbarkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre einhergeht.

Auch in diesem Projekt hat sich die Lead User Methode wieder einmal als eine hervorragende Möglichkeit erwiesen, Breakthrough-Innovationen zu generieren. Die Ergebnisse des Workshops wurden sowohl von den Lead Usern als auch vom Projektpartner als sehr innovativ eingestuft und stellen mit Sicherheit einen wertvollen Input für das Unternehmen dar.

Cooperation Partner

Student Team

  • Marc Bintinger
    Rosa Hareiter
    Nina Mallinger
    Susanne Reiss
    Stefan Siroky
    Robert Steiner
    Georg Steinhauser