Potentiale von Intermediären im Produktspendensprozess

30. Jänner 2019

Wintersemester 2018/19 - Die Fairmittlerei

EXECUTIVE SUMMARY

Problemstellung und Ausgangslage

Im gesamten Non-Food Bereich werden tagtäglich gebrauchsfähige Artikel aufgrund Produktionsfehler, schlechter Verkaufszahlen, Erreichung des Mindesthaltbarkeitsdatums, oder eines Sortimentswechsels zu überschüssiger Ware. Allein in Österreich können jedes Jahr um die 1.600 Tonnen (+/- 650 Tonnen) Körperpflege-/Wasch- und Reinigungsprodukte von den Herstellern nicht verkauft werden. In vielen Fällen werden diese Produkte entsorgt, da dies meist die Möglichkeit mit dem geringsten finanziellen und logistischen Aufwand darstellt.

Die Fairmittlerei sieht es als ihre Aufgabe, das Spenden dieser Ware an gemeinnützige Organisationen zu erleichtern und setzt hier mit ihrem Konzept an. Via Onlineshop werden gespendete Produkte an jene Organisationen vermittelt, die gerade Bedarf haben.

Im Rahmen dieses Projekts wurde die Bedeutung von Überschussware auf Seiten der Anbieter und gemeinnütziger Abnehmer dargestellt. Anfangs wurde ein Überblick über vorherrschende Praktiken im Umgang mit überschüssigen Produkten erstellt. Schließlich wurden Gründe, die vom Spende abhalten, und die Attraktivität des Einsatzes eines Intermediären für Unternehmen identifiziert und eine Handlungsempfehlung an die Fairmittlerei entwickelt.

Vorgehensweise und Ergebnisse

Im ersten Schritt des Projekts wurden Erkenntnisse einer Literaturrecherche zum Umgang mit überschüssiger Ware zusammengetragen und Vor- und Nachteile verschiedener Praxen dargestellt.  Des Weiteren wurde die Entwicklung des Spendens im Lebensmittelbereich als Vergleich zum Non-Food Bereich unter die Lupe genommen. Initiativen der EU haben hier dazu beigetragen, dass das Spenden attraktiver wird. Daraufhin entwickelten sich mehr und mehr Organisationen, die die gespendeten Produkte verwerten, wie zum Beispiel „Die Wiener Tafel“. Mit den Ergebnissen einer empirischen Untersuchung, die in Form von Interviews mit sozialen Hilfsorganisationen und Unternehmen aus Produktion, Vertrieb und Handel durchgeführt wurde, konnten weitere wichtige Aspekte beleuchtet werden.

Es wurde unter anderem ersichtlich, dass sich bereits einige Unternehmen bemühen im Bereich Corporate Social Responsibilty voranzuschreiten. Ein Teil der Interviewten haben angegeben, bereits im Spendenprozess integriert zu sein. Andere wiederum versuchen überschüssige Produkte durch Lean-Management-Ansätze im Vorhinein zu vermeiden oder mit Hilfe von Abverkäufen, Rückführung in die Produktion oder Weitergabe an Mitarbeiter zu verwerten. Ein weiteres Hindernis stellt die dezentrale Verwaltung in Filialen oder Produktionsstätten internationaler Unternehmen dar. Weitere Bedenken betreffen die Vertrauenswürdigkeit der Empfängerorganisation. Aufgrund dezentraler Handhabung der Spenden und stark variierenden Mengen werden außerdem sehr flexible Prozesse benötigt.

Auf Basis der Ergebnisse aus Literatur und empirischer Untersuchung wurde schließlich eine umfangreiche Handlungsempfehlung an die Fairmittlerei erstellt. Ziel war es hier aufzuzeigen, wie neue Spenden lukriert werden können.

Cooperation Partner

  • Die Fairmittlerei
    Haslingergasse 51/3
    1160 Wien
    Österreich

Contact Person

  • Michael K. Reiter

Student team

  • Samuel Gürtl

  • Melina Matzawrakos

  • Lea Radu

  • Mario Schafzahl

Projektbetreuung

  • MMag. Reinhard Millner

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