Markteintritt für Spot 4-D: Eine technologische Innovation im humanitären Demining

25. Februar 2016

Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) - Wintersemester 2015/2016

Executive Summary

Ausgangssituation

Weltweit sind 61 Länder von Kontamination durch Antipersonenminen betroffen. Dies stellt mit 3.678 bekannten Minenopfern (2014) eine große Gefahrenquelle für die zivile Bevölkerung dar. Dabei werden jährlich alleine USD 350 Millionen für die Detektion und Entfernung von Landminen ausgegeben. Die bisher angewendeten Methoden im humanitären Demining sind jedoch sehr langsam und kostenintensiv.

Das Anwendungszentrum für multimodale und luftgestützte Sensorik AMLS am Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) hat dafür eine neue Lösung entwickelt. Die innovative Technologie Spot 4-D ermöglicht die Detektion und Kartierung von Landminen aus der Luft. Ihre spezielle Sensorik nutzt Pflanzen als Bioindikatoren für im Boden befindliche Sprengstoffe, die aus Antipersonenminen austreten. Aus den generierten Informationen werden georeferenzierte Karten erstellt. Die Technologie ermöglichte es somit, große Landflächen schnell und zu sehr niedrigen Kosten auf Kontaminationen durch Antipersonenminen zu überprüfen.

Projektziele

Das Ziel des Social Entrepreneurship-Projektes war es daher, eine Strategie für den Markteintritt zu erarbeiten und eine nachhaltige Handlungsempfehlung zu geben. Mit dieser sollte das Potenzial der Benefits von Spot 4-D ideal ausgeschöpft werden und so auf Wunsch des Projektpartners möglichst große positive soziale Auswirkungen erzielt werden.

Methodik

Die ausführliche Sekundärrecherche bildete die Grundlage für die Aneignung einer fundierten Wissensbasis über die Landminenthematik. Somit konnten Technologievergleiche erstellt und die Benefits von Spot 4-D herausgearbeitet werden. Für die Primärdatenrecherche, auf der der Schwerpunkt der Arbeit lag, wurden in Summe 41 Experten weltweit telefonisch interviewt. In diesen Interviews wurden Informationen über die Bedürfnisse bei der Detektion von Antipersonenminen von potenziellen Anwendern identifiziert und ein guter Einblick in den Markt gewonnen.

Resultate

Durch die gewonnenen Informationen aus den Interviews konnte gezeigt werden, dass es einen sehr großen Bedarf, nach einer schnellen, präzisen und günstigen Technologie für Minendetektion gibt. Es stellte sich ebenfalls heraus, dass Spot 4-D im Vergleich zu seinen Mitbewerbern insbesondere durch die Kosten-, und Zeitersparnis glänzen kann. Mit ungefähr einem Hundertstel der Kosten bisheriger Technologien gelingt es Spot 4-D, weitläufige Gebiete präzise auf Minen zu untersuchen. Zudem ist es bis zu fünf Mal schneller in der Detektion, als bisherige Technologien. Spot 4-D ist dabei nahezu unabhängig von Terrain und kompatibel zu bestehenden Prozessen. Es konnte ein jährliches Marktpotenzial allein im Bereich des humanitären Demining von bis zu USD 130 Millionen ermittelt werden.

Aufgrund dieser gewonnenen Erkenntnisse wurde unter Miteinbeziehung aller identifizierten Eintrittsbarrieren vor allem eine Positionierung im humanitären Demining empfohlen. Für den geplanten Markteintritt wurde eine strategische Zusammenarbeit mit den, in den Interviews ermittelten und potenziell interessierten Partnern vorgeschlagen.

Kooperationspartner

  • Anwendungszentrum für multimodale und luftgestützte Sensorik AMLS am Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR)

  • Kontaktpersonen:
    Dr. Frank Lorenz
    Prof. Dr. Jens Bongartz

Studententeam:

  • Ines Wieland
    Jan Kruse
    Alexandra Olsacher
    Juraj Hunák
    Ilja Frolov

Projektbetreuung:

  • Dr. Peter Vandor

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