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Die Leih-Enkerl

Studentisches Gründungsprojekt / Wintersemester 2017-2018

EXECUTIVE SUMMARY

Rund 608.000 Senioren über 60 in Österreich leben alleinstehend, die Mehrheit davon im urbanen Raum (vgl. Statistik Austria, 2016). Gesellschaftliche Trends lassen die Generationen auseinanderdriften: Häuser, in denen die gesamte Familie mit allen Generationen zusammenlebt, gehören der Vergangenheit an. Raum und Zeit, um sich vor allem den älteren Generationen zu widmen, wird durch Hektik im Alltag verdrängt. „Die Leih-Enkerl“ stellt eine innovative Lösung dar, um Senioren und junge Menschen wieder zu vernetzen.

Problem und Lösung

Das Kernproblem gliedert sich in zwei Teile: Einerseits leiden Senioren oft unter Einsamkeit und fehlenden sozialen Kontakten, auch im Haushalt fallen Alltagstätigkeiten immer schwerer. Von der Gesellschaft werden sie schnell als hilflos oder pflegebedürftig abgestempelt, Wertschätzung und Autonomie geht verloren. Andererseits wünschen sich viele Studenten einen Nebenjob "mit Sinn". Passend zum "Social Entrepreneurship" Trend wollen wir Jobs mit Impact schaffen, wo Studenten das Gefühl haben, neben einem kleinen Taschengeld ihre Zeit gut investiert zu haben.

Nach zahlreichen Interviews mit Senioren, Start-ups, Studierenden und sozialen Organisationen entwickelten wir das Business Model einer generationsübergreifenden Plattform. Mittels eines Gutscheinkarten-Systems sollen Senioren sich stundenweise Enkerl "leihen" können, um mit ihnen Zeit zu verbringen - ob im Haushalt oder in der Freizeit, das sei ihnen überlassen. Die Vernetzung mit den Studenten findet schließlich über eine intuitive, benutzerfreundliche Plattform statt. Es bestehen die Möglichkeiten eines Basis- und Premium Accounts auf beiden Seiten. Ersterer ist kostenlos, ermöglicht die Kontaktaufnahme und Vernetzung, letzterer soll den Prozess unterstützen indem Features freigeschalten werden, die den Vorgang noch transparenter, organisierter und auch unterhaltsamer machen.

Methodik und Ergebnisse

Im Kurs erhielten wir detaillierte Informationen über die Lean-Startup-Methode und den Prozess, ein Business Model schrittweise zu entwickeln. Somit wurden in mehreren Iterationen Hypothesen über das Geschäftsmodell aufgestellt und mittels Interviews und anderen Aktivitäten getestet. Um beispielsweise Kanäle zu evaluieren, wie Senioren am ehesten erreicht werden können, verteilten wir Flyer in Supermärkten in ganz Wien, stellten uns bei einem Pensionistenclub einer Pfarre vor und führten auch mit Betreibern von Seniorenresidenzen Gespräche. Weitere Interviews ergaben, dass sich Senioren vermehrt gerne im Internet informieren und Zeitungsinserate mit Internetadresse wirkungsvoll wären. So kamen wir letztendlich zum Entschluss, eine Plattform zu kreieren, die simpel, unterhaltsam und intuitiv sein sollte, um die Autonomie von Senioren zu bewahren und auch um Studenten einen Job mit Impact zu verschaffen.

Contact Person

  • Melanie Zitka (melanie.zitka@gmail.com)

Student Team

  • Melanie Zitka (WU)

  • Jakob Kofler (WU)

  • Lisa Massinger (Universität Wien)

  • Ines Wiesmüller (BOKU)

Projektbetreuung

  • Dr. Rudolf Dömötör (WU)

  • DI Stefan Kreppel, MBA (FFG)



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