25. Februar 2016

Caritas der Erzdiözese Wien - Wintersemester 2015/2016

Executive Summary

Weltweit gibt es über 50 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene. Vier von fünf Flüchtlingen leben aktuell in Entwicklungsländern, nur ein geringer Teil von ihnen sucht Zuflucht in Europa.

Für das Jahr 2014 wurden 866.000 neue Asylanträge weltweit gestellt. Diese Zahl kommt fast an das Allzeithoch aus dem Jahr 1992, von ca. 900.000 neuen Asylanträgen heran. Österreich liegt im EU-Vergleich mit 22.700 Asylanträgen 2014 an sechster Stelle. In den vorangegangenen fünf Jahren haben jeweils zwischen 11.000 und 17.500 Menschen um Asyl angesucht. Bis August 2015 wurden 46.133 Anträge in Österreich gestellt, jedoch wird erwartet, dass die Zahl bis Ende des Jahres auf 90.000 steigen wird, was einen Anstieg von ca. 300% bedeuten würde.

Unsere Aufgabe

Das Hauptziel des Projektes war die Erhebung des Qualifikationsprofils und der Gründungsbereitschaft der Bewohner des Haus Damaris (einer Unterkunft für Asylwerber). Des Weiteren wertete das Projektteam die Daten aus um eine anschließende Formulierung und Ausarbeitung von konkreten Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen zur besseren Integrierung der Asylwerber in den österreichischen Arbeitsmarkt zu erarbeiten.

Insgesamt wurden 157 Personen befragt, darunter waren 130 Männer und 27 Frauen. 47,7% der Befragten waren Irakischer Herkunft, 21,0% Syrischer, 20,4% Afghanischer und 7,0% Iranischer Herkunft. Weitere 3,9% kamen aus anderen Ländern, wie Somalia, Jemen, Algerien und Palästina. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 28,7 Jahre.

Ergebnis

Vor allem die länderspezifischen Unterschiede im Bereich der Bildung waren auffällig. Deutlich wird dies an den zwei Extremfällen Afghanistan und Syrien. Unter den Befragten aus Afghanistan hatten nur 3% einen akademischen Abschluss, wohingegen diesen unter den befragten Syrern 24% vorweisen konnten.

Die Arbeitserfahrung der Befragten war besonders in der AMS-Branche 1 und 15 (Baugewerbe und Kfz/Metall-Branche) hoch. Auch hier gab es viele Unterschiede bezüglich der Herkunft. Die Wunschbranche deckte sich in den allermeisten Fällen mit der Branche in welcher schon Arbeitserfahrung vorhanden ist.

Insgesamt zeigten 46% der Befragten einen Gründungswunsch. Ein möglicher Grund für die hohe Bereitschaft könnte in den unterschiedlichen Anforderungen an eine Gründung in den verschiedenen Ländern liegen. Daher wurde anschließend qualitativ spezifisch nach der Geschäftsidee gefragt. Hier konnten rund ein Drittel der gründungsbereiten Befragten eine konkrete gut elaborierte Geschäftsidee vorweisen. Die Gründungswünsche der Befragten, sofern sie einen angaben, lagen zumeist im Gastronomie-/Textilgewerbe oder im Baugewerbe.

Handlungsempfehlungen

Dem Projektteam ist eine große Diskrepanz zwischen Wünschen und Möglichkeiten der Weiterbildung bei den Asylwerbern aufgefallen. Viele Befragte äußerten den Wunsch studieren zu wollen, ihre höchste schulische Ausbildung ist jedoch eine Unter- oder Mittelstufe, wodurch eine Studienzulassung nicht gegeben ist.

Betrachtet man die Ergebnisse dieser Befragung gilt es zuletzt ein besonderes Augenmerk auf die Weiterbildung von Frauen zu legen. Wie die Ergebnisse zeigen ist der Bildungsstand von Frauen in Verhältnis zu Männern deutlich geringer. Eine weitere mögliche Maßnahme ist die Implementierung einer Plattform, die Asylwerber, die freiwillig und unentgeltlich arbeiten und unterstützen wollen, mit Angeboten von solchen Tätigkeiten vernetzt.

Cooperation Partner

  • Caritas der Erzdiözese Wien
    Albrechtskreithgasse 19-21
    1160 Wien
    office@caritas-wien.at
    Tel.: +43 1 878 12-0

  • Contact Person
    Caritas der Erzdiözese Wien
    Louise Holub, DSA (Leitung Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Manou)
    Louisa-Holub@caritas-wien.at
    Tel.: +43 (0)664-842 96 60

Student team

  • Jan Eißner
    Thomas Schmit
    Magdalena Hödl
    Benedikt Pfaffenwimmer

Projektbetreuung

·         Dr. Peter Vandor

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