Aktuellen Herausforderungen von Social Entrepreneurs - Handlungsempfehlungen für die Politik

22. Jänner 2018

Social Entrepreneurship Center der WU Wien / Wintersemester 2017-2018

Executive Summary

Projektpartner

Das Social Entrepreneurship Center der WU Wien wurde 2013 gegründet. Es versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis rund um die Themen soziales Unternehmertum, soziale Innovation und neue Formen der Finanzierung von wirkungsorientierten Organisationen. Die Aktivitäten des SEC beinhalten vielfältige Programme, welche in über 18 Ländern durchgeführt werden und umfassen Themegebiete wie Forschung, Capacity Building und Beratung. Bisherige Partner waren unter anderem die Europäische Kommision, Impact Hub Global, Caritas Wien, Fraunhofer Venture, ERSTE Stiftung, Social Impact Award, Industriellenvereinigung, uvm.

Projektziel

Ziel dieser Arbeit ist eine Bedarfserhebung der Social Entrepreneurs in Österreich. Dabei sollen die wichtigsten Barrieren und Bedürfnisse von Sozialunternehmern in Österreich identifiziert und darauf aufbauend Handlungsempfehlen für politische Akteure abgeleitet werden.

Vorgangsweise

Die Bearbeitung der Aufgabenstellung gliedert sich in mehrere, aufeinander aufbauende Schritte:

  • Sekundärrecherche zu Social Entrepreneurs in Österreich

  • Sekundärrecherche über Herausforderungen von Social Entrepreneurs

  • Primärrecherche anhand von Interviews mit Social Entrepreneurs und Experten zu Herausforderungen und Bedürfnissen der Branche in Österreich

  • Ableitung von Handlungsempfehlungen für politische Akteure aus den Interviews sowie Policies in anderen Ländern

Ergebnisse

Mithilfe der qualitativen Befragungen kann ein genaueres Bild von der derzeitigen Situation von Sozialunternehmertum in Österreich gewonnen werden. Grundsätzlich ist in den letzten Jahren am Heimatmarkt viel passiert. Das Angebot an Förderungen und Stellen, an die sich Sozialunternehmer mit unternehmerischen Fragen wenden können, verbessert sich stetig. Jedoch wird mit dem Aufblühen der Branche der Ruf nach einer rechtlichen Anerkennung laut. Eine spezifische Definition mit klaren und transparenten Regelungen wird gewünscht, um später weitere genannte Herausforderungen überwinden zu können. Es muss gezielt Bewusstseinsbildung betrieben werden, sodass Sozialunternehmertum bekannter wird und als zusätzliche Option zu kommerziellen Unternehmen gesehen wird. Im Zuge dessen wird auch das Angebot von Förderungen und das Interesse von Investoren für Projekte mit einer sozialen Nutzenwirkung in Zukunft steigen.

Um der rasanten Entwicklung in der Anzahl von Sozialunternehmern gerecht zu werden, müssen politische Akteure sowie staatsnahe Organisationen (z.B. WKO) dem Thema in Zukunft mehr Beachtung schenken. Im Regierungsprogramm für die Jahre 2017-2022 wird Social Entrepreneurship und sozialer Innovation zwar mehr Unterstützung zugesprochen, dennoch müssen diesen Plänen auch Taten folgen. Konkrete Förderungen für soziale Unternehmungen, eine rechtliche Anerkennung, das Schaffen von Arbeitsräumen, bevorzugte Stellung bei der Vergabe von staatlichen Aufträgen und vermehrte öffentliche Kommunikation des Themas wären einige notwendige Schritte von politischer Seite. Der Politik muss die enorme Relevanz des sozialen Unternehmertums anerkennen, da Sozialunternehmertum bei Marktversagen eingreift, um gesellschaftliche Probleme zu lösen, welche eigentlich in der Verantwortung des Staates liegen. Social Entrepreneurs erkennen soziale Probleme und reduzieren sie durch eine innovative Lösung. Im Lichte der hohen Staatsverschuldung sind Sozialunternehmen demnach ein wichtiger Player zur langfristigen Beibehaltung der gesellschaftlichen Balance.

Cooperation Partner

  • Social Entrepreneurship Center der WU Wien
    Campus WU, Welthandelsplatz 1, 1020 Wien
    Gebäude D2, 3. Stock

Contact Person

  • Dr. Peter Vandor
    peter.vandor@wu.ac.at

Student Team

  • Alexandra Enzinger

  • Stella Landt

  • Maximilian Renner

Projektbetreuung

  • Mag. Reinhard Millner

  • Dr. Peter Vandor

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