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Studie: Rund 7,5 Arbeitsplätze pro Start-up, Tendenz steigend

Am WU Gründung­szen­trum wurde die öster­reichis­che Start-up-­Land­schaft im Rah­men einer in­ter­na­tionalen Ver­gleichsstudie un­ter die Lupe gen­om­men. Die Ergeb­n­isse zei­gen deut­lich, dass Start-ups nicht nur in­ter­na­tional mit in­nov­at­iven Ideen glänzen, son­dern auch wichtige Arbeit­splätze schaf­fen. Durch­schnit­t­lich 7,5 Per­sonen arbeiten nach bereits 2,19 Jahren in den Jun­gun­ternehmen. Wien zeigt sich als Herzstück der öster­reichis­chen Start-up-Szene. Durch­schnit­t­lich sind die En­tre­pren­eure zum Zeit­punkt der Gründung 31,6 Jahre alt und zumeist männ­lich. Mehr als drei Vier­tel der Start-ups sind mit ihren In­nov­a­tionen bereits auf in­ter­na­tionalen Märk­ten aktiv.

Der Bundes­verb­and Deutsche Start-ups e.V. star­tete 2015 er­st­mals in Europa die Ini­ti­at­ive „European Star­tup Mon­itor“, die mit­tels repräsent­at­iver Un­ter­suchun­gen einen Überblick über die Start-up-­Land­schaft in Europa gibt. Es wurden über 2.300 Star­tups be­fragt, die zusam­men mehr als 31.000 Arbeit­nehmer/innen aus den europäis­chen Ländern und Is­rael repräsen­tieren. In je­dem Land wurden hi­erfür akademis­che Forschung­s­part­ner/innen einge­setzt. Für Öster­reich ana­lysierte das WU Gründung­szen­trum un­ter der Lei­tung von Rudolf Dömötör und Lisa-­Marie Fassl die öster­reichis­che Start-up-­Land­schaft im Jahr 2015. „Mit dem European Star­tup Mon­itor verfügen wir nun über be­last­bares Zah­len­ma­terial über die öster­reichis­che Gründer/innenszene. Die Daten ver­deut­lichen nicht nur die steigende Bedeu­tung dieser Un­ternehmen als Job- und In­nov­a­tionsmo­tor, son­dern helfen auch dabei, die Be­son­der­heiten und Bedürfn­isse von Start-ups besser zu ver­stehen“, so Rudolf Dömötör, Direk­tor des WU Gründung­szen­trums.

Die Ergeb­n­isse zeichnen ein genaues Pro­fil der Gründer/innen und geben um­fassend Auskunft über die häufig­sten Busi­ness-­Mod­elle, Fin­an­zier­ungen und die Per­son­al­struk­turen ihrer jun­gen Un­ternehmen. Ins Auge sticht dabei ins­beson­dere die hohe Zahl an neu geschaf­fenen Arbeit­splätzen - binnen 2,2 Jahren (durch­schnit­t­liches Al­ter der Start-ups im Jahr 2015) schafft jedes dieser Un­ternehmen rund 7,5 Arbeit­splätze. Bei­nahe alle En­tre­pren­eure gaben an, in den näch­sten zwölf Mon­aten die Zahl der Mit­arbeiter/innen weit­er­hin um durch­schnit­t­lich 5,5 Per­sonen erhöhen zu wollen. Die meisten Start-ups in Öster­reich befinden sich in Wien, rund zwei Drit­tel der Jun­gun­ternehmen haben ihren Sitz in der Bundeshauptstadt.

B2B im Di­gital In­dus­tries- und Life Sciences-Sek­tor

Bei­nahe die Hälfte der un­ter­suchten Start-ups in Öster­reich sind im Bereich Di­gital In­dustry (44 Prozent) angesiedelt, sie bi­eten vor­wie­gend Ser­vice-Soft­ware, IT & Soft­ware Entwicklung und E-­Com­merce. Zwan­zig Prozent wid­men sich Heraus­for­der­ungen im Sek­tor Life Sciences. Rund die Hälfte aller Start-ups in Öster­reich glänzen mit Welt­neuheiten am Markt, 19,3 Prozent geben an, mit ihren Produk­ten ein­z­igartig in Europa zu sein. Zahlreiche Stud­i­er­ende schnup­pern bereits während Aus­land­saufenthal­ten und in Teilzeit­job Start-up-Luft und holen sich so Mo­tiv­a­tion und In­spir­a­tion für ihre ei­genen Un­ternehmen.

(c) Wolfgang Stöttinger

Team­work im glob­alen Markt

Nur 15,5 Prozent aller Gründer/innen sind weib­lich, die Zahl ist in den ver­gan­genen Jahren nach wie vor nur ger­ingfügig gestie­gen und ist den­noch leicht höher als im Nachbar­land Deutsch­land. Auffällig ist auch, dass Gründer­innen bereits mit durch­schnit­t­lich 27,5 Jahren gründen, während ihre männ­lichen Kolle­gen zum Zeit­punkt der Gründung 31,9 Jahre alt sind. Einig ist man sich darüber, dass die meisten gerne ihr er­stes ei­genes Un­ternehmen im Team mit mindes­tens einer zweiten Per­son starten möchten. Die öster­reichis­che Gründer/innenszene zeich­net sich durch ein ho­hes Maß an in­ter­na­tionaler Di­versität aus: ein Fünftel der Gründer/innen sind nicht öster­reichis­che Staatsbürger/innen. Dieser Wert ist bei­nahe dop­pelt so hoch wie im europäis­chen Durch­schnitt. Spannend ist auch, dass rund 33 Prozent der Start-ups ihre Produkte und Di­enstleis­tun­gen welt­weit an­bi­eten, im­mer­hin 44 Prozent in ganz Europa. Nur 23 Prozent bleiben bis dato mit ihrem Ange­bot am na­tionalen Markt.

Start mit Ei­gen­kapital

Für ihren er­sten Sch­ritt ins Un­ternehmer­tum nutzen die En­tre­pren­eure zu rund 90 Prozent ihr ei­genes Er­spartes, die zweite wichtige Geldquelle sind für die Hälfte der Un­ternehmen staat­liche Förder­ungen. Aber auch Fam­ilie und der Fre­un­deskreis stehen rund einem Vier­tel der Be­fragten fin­an­zi­ell un­terstützend zur Seite (24,8 Prozent). Auch Boot­strap­ping (24,8 Prozent) und die Fin­an­zier­ung durch Busi­ness An­gels (23,9 Prozent) sind be­liebte Mod­elle.


Rück­frage­hin­weis:

Anna Maria Schwendinger, Bakk.
Presse-Refer­entin
Tel.: +43-1-31336-5478
E-­Mail.: anna.schwendinger­@wu.ac.at
wu.ac.at

Zur Studie

WU-Presseinformation als PDF
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