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Provenienzforschung

Im Mai 2010 startete in der Universitätsbibliothek der Wirtschaftsuniversität Wien auf Initiative der Bibliotheksleitung und nach Genehmigung durch das Rektorat ein Provenienzforschungsprojekt. Die in Phase eins (Mai 2010 - August 2013) begonnenen Arbeiten konzentrierten sich auf die Autopsie von ca. 51.000 Bänden (Signaturbereich 1- 50.000). In Phase zwei (Februar 2014 - Dezember 2015) wurden weitere 15.000 Bände autopsiert. Als Ergebnis dieser Arbeit liegt nun eine Liste von 1.121 potentiell bedenklichen Erwerbungen vor, die 74 Personen und 118 Institutionen zugeordnet werden können.

Restitution

Ex-Libris der Buchhandlung Brüder Suschitzky

Bisher konnte die folgende Restitution durchgeführt werden:
Suschitzky, Wolf(gang)

Im Bestand der Hauptbibliothek wurde ein zweibändiges Druckwerk – Schmidt,  Heinrich: Was wir Ernst Haeckel verdanken (1914) mit dem Ex-Libris der Buchhandlung Brüder Suschitzky aufgefunden.

Philipp und Wilhelm Suschitzky gründeten im Herbst 1901 in Wien X, Favoritenstrasse 57, eine „Sortiments- und Antiquariatsbuchhandlung (mit angeschlossener Leihbibliothek)“, die 1911/12 durch die Gründung des „Anzengruber-Verlag Brüder Suschitzky“ erweitert wurde.

Der Schwerpunkt ihres kulturpolitischen Engagements lag in den Bereichen  Freidenkertum, Frauenfrage, Abstinenzlerbewegung, Sozial- und Sexualreform und Pazifismus.

Bereits Ende der 1920er Jahre, vor allem aber in der Phase der Demokratiezerstörung 1933/34 und danach kam es zu beträchtlichen Repressalien (Hausdurchsuchungen, Buchkonfiskationen und Gerichtsverhandlungen). Nach dem Selbstmord von Wilhelm Suschitzky am 18. April 1934 trat seine Witwe Adele Suschitzky (1878-1980) 1938 als Gesellschafterin in die Firma ein. 

1938 konnte sie nach London flüchten, wo sich schon ihre Kinder Edith Tudor-Hart und Wolfgang Suschitzky befanden. 

Philipp Suschitzky und seine Ehefrau Olga wurden im KZ Auschwitz ermordet.Da keine rechtmäßige Erwerbung von Seiten der UB der WU-Wien nachgewiesen werden konnte, wurde das Werk im September 2013 an Hr. Wolf Suschitzky (London) im Rahmen eines Wienbesuches restituiert.

Bücherrückgabe

AK Bibliothek Wien

Im Juli 2014 wurden im Rahmen einer kleinen Feier zehn Bücher, die ursprünglich aus dem Bestand der Arbeiterkammer-Bibliothek stammen, von der WU an die AK-Wien zurückgegeben. Wie die Werke im Jahr 1936 ihren Weg in die WU-Bibliothek fanden, lässt sich aufgrund der sehr dürftigen Quellenlage nicht mehr nachvollziehen.
Presseaussendung

Erben und Erbinnen nach Dr. Leopold Singer

Im Oktober 2015 wurden im Rahmen einer kleinen Feier 696 Bücher an Familie Singer rückerstattet.
Presseaussendung