Lebendiges Strafrecht in St. Pölten und Bier in Hainfeld – ein Seminarerlebnis der besonderen Art
Das Dissertantenseminar „Strafrechtsfälle aus Literatur und Filmkunst“ des Instituts für Österreichisches und Europäisches Wirtschaftsstrafrecht, das am 11. und 12. Juni 2010 in Kooperation mit dem Land NÖ umgesetzt und mit dessen Unterstützung im Landhaus in St. Pölten durchgeführt wurde, hat wieder einmal bewiesen, dass die – wissenschaftliche – Auseinandersetzung mit dem Strafrecht großen Spaß machen kann.
Das Konzept des Seminars lässt sich kurz zusammenfassen: strafrechtliche Fallanalysen eingebettet in ein gelockertes und angenehmes Arbeitsumfeld, in dem Seminarteilnehmer ungezwungen mit Lehrenden und Lernenden kommunizieren können.
Die Dissertanten hatten ein Film- oder Literaturwerk zu wählen, den Film kurz zu beschreiben und in Folge auf strafrechtliche Tatbestände hin zu prüfen. Zur Analyse wurden Filmsequenzen vorgeführt und die jeweiligen Rechtsfragen genau herausgearbeitet.
Bei der Auswahl der Werke waren den Teilnehmern (nahezu) keine Grenzen gesetzt. So reichte die Palette von Verfilmungen der Bibel mit „Samson und Delilah“, wo der Bibelheld als skrupelloser Mörder entlarvt wurde, über Computerdelikte oder Delikten im Zustand der vollen Berauschung, wie dies eindrucksvoll anhand des Filmes „Hangover“ geschildert wurde, bis hin zu „Rogue-Trader“, wo aktuelle Probleme des Wirtschaftsstrafrechts, im Besonderen Bilanzdelikte, erörtert wurden.
Waren komplizierte Sachverhalte mit hoher Praxisrelevanz und hochqualitative Vorträge der Dissertanten wissenschaftlicher Kern der Veranstaltung und stets fordernd für Teilnehmer und Lehrende, so gab es doch auch viele heitere Momente, bedingt durch interessante Filmsequenzen und eine entsprechende Erörterung. In zahlreichen Diskussionen im Anschluss an die Präsentationen wurden die einzelnen Themen vertieft behandelt und verschiedene Ansätze und Praxisprobleme aufgezeigt. Insgesamt ergab sich ein interessanter und vor allem lehrreicher Streifzug durch viele Bereiche des Strafrechts.
Während des gesamten Programms durften die Seminarteilnehmer die Gastfreundschaft des Landes NÖ genießen. Herr Hofrat Dr. Gerhard Tretzmüller, Leiter der Abteilung Gebäudeverwaltung in der Landesregierung in St. Pölten, stellte dem Institut und den Teilnehmern den Waldviertelsaal zur Verfügung – ein räumlich großzügiger und modern eingerichteter klimatisierter Seminarraum im Landhaus St. Pölten. Auch ein Techniker wurde zur Verfügung gestellt, sogar für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgte das Land NÖ großzügig mit zahlreichen Erfrischungen in den Pausen und ausgiebigen und ausgezeichneten Mittagsbuffets. Zusätzlich gewährte Herr Bernhard Wiehalm, MSc, Abteilung Gebäudeverwaltung, Landesregierung St. Pölten, der auch für organisatorische Fragen jederzeit zur Verfügung stand, den Teilnehmern einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Regierungsviertels St. Pölten inkl. kurzer Besichtigung des Klangturms, der den Seminarteilnehmern einen wunderbaren Blick über St. Pölten eröffnete.
Anschließend an das Seminar gab es im Rahmen eines Kulturprogramms, zu dem der Besuch des Stiftes Lilienfeld, die Besichtigung der Privatbrauerei Hainfeld sowie eine Führung im Museum Historischer Bierkrüge samt gemeinsamer Labung im Braustüberl Hainfeld gehörten, noch Gelegenheit für die Teilnehmer, sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen und auch Kontakte zu Institutsmitgliedern zu knüpfen. Auch hier stand das Land NÖ mit großzügiger Unterstützung zur Seite indem es den kostenlosen Transport der Teilnehmer zu den Sehenswürdigkeiten organisierte.
Zusammengefasst bot das Seminar auf fachlicher Ebene eine Plattform, um das strafrechtliche Wissen auf andere Weise als durch schriftliche Fallangaben seitens des Instituts oder in Form einer herkömmlichen Seminararbeit zu vertiefen. Auf sozialer Ebene bot das Seminar die Gelegenheit, andere Teilnehmer und die Institutsmitglieder im Rahmen des Kulturprogramms in aufgelockerter und ungezwungener Atmosphäre abseits von Institutsräumlichkeiten kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Für das Gelingen des Seminars sei den Teilnehmern ein Dank ausgesprochen. Im Besonderen gilt der Dank auch Herrn Hofrat Dr. Tretzmüller und seinen Mitarbeitern, in Vertretung des Landes NÖ, für die besondere Unterstützung, ohne die ein Seminar in dieser Form nicht zu realisieren gewesen wäre.
Links: www.noe.gv.at
Kontakt für Seminarräumlichkeiten im Landhaus: Bernhard Wiehalm MSc, bernhard.wiehalm@noel.gv.at
Anhang: