Die Geschichte der Werbung ist ein Teil der Zeitgeschichte. Sie gibt einen Einblick in den sozialen und kulturellen Wandel. Das Institut für Werbewissenschaft und Marktforschung widmet sich daher der Werbegeschichte in einer Reihe von Forschungsprojekten. Die physischen und elektronischen Archive des Instituts, wie das Reklamemarkenarchiv, Anzeigenarchiv und Videoarchiv ermöglichen einen umfassenden Einblick in zeit- und werbehistorische Strömungen und erlauben es, die Entwicklung der Werbung im Laufe der Zeit zu dokumentieren.
Das Reklamemarkenarchiv des Instituts, das unter http://www2.wu-wien.ac.at/werbung/ abrufbar ist, erlaubt eine Zeitreise in die Welt um 1900 - der Blütezeit der Reklamemarke. Die Reklamemarken waren damals eines der meist verbreiteten und sehr beliebten Werbemittel. Sie wurden zum begehrten Sammelobjekt. Viele Unternehmen - die es zum Teil heute noch gibt - nutzten diese Sammelleidenschaft um Konsument/inn/en ihre Werbebotschaft zu übermitteln.
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Aufgrund der vergleichsweise geringen Größe der Reklamemarken war die grafische Gestaltung von zentraler Bedeutung, die häufig an bekannte Künstler wie Egon Schiele (Bild), Ludwig Hohlwein, Koloman Moser oder Franz von Stuck vergeben wurde. |
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Wissenschaftler/innen und Forscher/innen haben die Möglichkeit in dieser Sammlung nach ihren Interessen zu suchen. Damit soll auch erreicht werden, weltweit Kooperationspartner anzusprechen und deren Fachwissen aus den Bereichen Werbung, Wirtschaftsgeschichte und Kunstgeschichte zusammenzuführen um diese Sammlung um wichtige Informationen zu ergänzen. Anhand der Marken können wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen dokumentiert und bildlich dargestellt werden. Der Zugang zu dieser Sammlung über das Internet ermöglicht somit eine interdisziplinäre Aufarbeitung der Reklamemarken auf nationaler und internationaler Ebene.
Aufgabe dieser Forschungsarbeit ist es, auf Basis des Anzeigenarchivs des Instituts und weiteren Quellen die Entwicklung der Werbung (Schwerpunktmäßig von 1970-2005) zu dokumentieren. Um einen effizienten Zugriff auf diese Anzeigen zu gewährleisten, sollen diese elektronisch erfasst werden. Ziel ist es, die Anzeigen nach bestimmten Kriterien zu katalogisieren um eine optimale Suche zu ermöglichen.
Im Rahmen dieser Arbeit wurden Werbefilme und Werbespots unter Berücksichtigung von werbegeschichtlichen und sozioökonomischen Bedingungen sowie von film- und gestaltungstechnischen Merkmalen analysiert. Dazu wurde eine Vorauswahl der besten 60 Spots der letzten 50 Jahre zusammengestellt. Diese wurden fachlich dokumentiert und auch elektronisch digitalisiert. Anschließend wurden die besten Werbespots von einer Fachjury gewählt und bei der 50-Jahr-Feier der österreischischen Werbewissenschaftliche Gesellschaft (WWG) ausgezeichnet.
Elektronisches Reklamemarkenarchiv