Journal für Betriebswirtschaft

Positionierung des JfB

Im JfB werden ausschließlich herausragende State-of-the-Art-Reviews publiziert, also

  • innovative Übersichtsartikel zu abgegrenzten und wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen,
  • in denen die bestehenden Erkenntnisse der internationalen Forschung in innovativer Weise geordnet, in neue Zusammenhänge gestellt und kritisch bewertet,
  • sowie künftige Entwicklungslinien aufgezeigt werden.

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Publikationen

Heft 4 (61. Jahrgang, 2011):

Sebastian Scharf/Elena Michel

Return on Marketing – Eine Bestandsaufnahme empirischer Befunde

Spätestens im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Budgetdruck auf die einzelnen Funktionsbereiche der Unternehmen nochmals gestiegen, so dass der Nachweis des Beitrags zum Unternehmenserfolg im Sinne des Shareholder Value Konzeptes unerlässlich ist. Speziell das Marketing steht ob seiner durch die Querschnittsfunktion schwer greifbaren direkten Wirkungen häufig unter kritischer Beobachtung. Konsequenterweise rangiert das Thema „Return on Marketing“ seit Jahren auf den Research Priority Lists der führenden wissenschaftlichen Marketingorganisationen weit oben. In zahlreichen Forschungsarbeiten werden deshalb auch die Erfolgswirkungen des Marketings anhand kapitalmarktbasierter Größen operationalisiert. In jüngster Vergangenheit scheinen sich Methoden der Kapitalmarktforschung auch im Marketing als Standard durchzusetzen. Im vorliegenden Beitrag werden die mannigfaltigen Studien zu diesem Forschungszweig einem systematischen Review unterzogen. Gewonnene Erkenntnisse werden inhaltlich verdichtet, und es werden mögliche Erklärungsansätze für etwaige Divergenzen in den berichteten Befunden diskutiert. Dazu werden insbesondere die zugrundeliegenden Stichproben, die jeweils betrachteten Effekte sowie die verwendeten Methoden eingehend betrachtet. Zuletzt gilt es (methodische) Limitationen aufzuzeigen und einen Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten zu geben.

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Heft 2/3 (61. Jahrgang, 2011):

Robert Mai

Der Herkunftslandeffekt: Eine kritische Würdigung des State of the Art

Der Einfluss des Produktherkunftslandes auf das Konsumentenurteil, der sog. Herkunftslandeffekt (Country of Origin-Effekt), hat in Forschung und Praxis starke Beachtung erfahren. Trotz unzähliger Studien ist der Erkenntnisstand jedoch noch immer unbefriedigend. Dies liegt u. a. daran, dass der Herkunftslandeffekt in realitätsfernen Untersuchungen mit erheblichen methodischen Schwächen überschätzt wurde. Für die Marketing-Praxis bedeutsamere Formen von Herkunftshinweisen wurden in der verhaltenswissenschaftlich orientierten Forschung ebenso weitestgehend vernachlässigt wie rechtliche Bestimmungen, die der Umsetzung enge Grenzen setzen. Um ein grundlegendes Verständnis des Forschungsfeldes zu entwickeln, skizziert vorliegende Studie zunächst den derzeitigen Erkenntnisstand und zeigt Einflussfaktoren des Effektes systematisch auf. Sodann diskutiert der Beitrag zentrale Problembereiche und neue Herausforderungen des Gebietes. Um dem zukünftig zu begegnen und zu neuen Erkenntnissen beizutragen, werden zahlreiche Direktiven für die Forschung erarbeitet.

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Patrick Velte/Markus Stiglbauer/Karsten Sepetauz

Entwicklung der Risiko- und Prognoseberichterstattung am deutschen Kapitalmarkt

Aus Sicht der Prinzipal-Agenten- und der Kommunikationstheorie kommt der Prognose- und Risikoberichterstattung eine weit reichende Bedeutung zu, um bestehende Informationslücken zwischen bilanziellem Eigenkapital und Unternehmenswert zu reduzieren. Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst die normative Entwicklung der Lageberichterstattung synoptisch auf. Die bisherigen Reformbestrebungen des deutschen Gesetzgebers sowie die Grundsätze ordnungsmäßiger Lageberichterstattung können die Freiheitsgrade des Managements bei der Abfassung des Risiko- und Prognoseberichts nur bedingt begrenzen. In einer Metaanalyse werden die Quantität und Qualität der Prognose- und Risikoberichte am deutschen Kapitalmarkt und ihre Einflussfaktoren betrachtet. Hierbei wird die zeitliche Entwicklung der Berichterstattung in den Geschäftsjahren 2000–2009 nachgezeichnet. Die nach dem Blackwell-Theorem und Unraveling-Prinzip zu erklärende Zielsetzung einer Prognose- und Risikoberichterstattung mit hohem Präzisionsgrad wird mehrheitlich nicht befolgt. Wesentliche Einflussfaktoren auf die Risiko- und Prognoseberichterstattung stellen die Unternehmensgröße, die Index- und die Branchenzugehörigkeit dar. Vor dem Hintergrund der konstatierten Berichtsdefizite ergibt sich die Notwendigkeit einer normativen Fortentwicklung der handelsrechtlichen Lageberichterstattung. Der Management Commentary der IFRS und die Management’s Discussion & Analysis (MD&A) der US-GAAP werden als potenzielle Deduktionsgrundlage künftiger Konkretisierungsbemühungen des deutschen Gesetzgebers auf die mögliche Übernahme von Regelungen des DRS 5 und 15 in das Handelsrecht herangezogen.

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Henning Piezunka

Technological platforms: An assessment of the primary types of technological platforms, their strategic issues and their linkages to organizational theory

Das Konzept der Plattform beschreibt die Kernkomponenten eines Systems, welche in starkem Maße mit komplementären Komponenten des Systems verflochten sind und die Gesamtarchitektur des System mitbestimmen. Das Konzept einer Plattform liegt diversen technologischen Produkten, einer Vielzahl an Mehrprodukt System und einer hohen Anzahl an Transaktionen zwischen Marktteilnehmern zugrunde. In dieser Arbeit bespreche ich die rasch wachsende Literatur und identifiziere drei separate, aber verwandte Strömungen in der Literatur: (1) Produkt Plattformen; (2) Industrie Plattformen; (3) Zweiseitige Märkte. Hierbei fokussiere ich mich auf empirische Arbeiten und mathematische Modelle. Für jede Strömung beschreibe ich die wesentlichen Charakteristika der Plattform, diskutiere die wesentlichen strategischen Fragestellungen, fasse die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und knüpfe die Verbindung zur Organisationstheorie. Abschließend vergleiche ich die die drei Strömungen und zeige mögliche Forschungsrichtungen auf.

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Heft 1 (61. Jahrgang, 2011):

Vivek K. Velamuri/Anne-Katrin Neyer/Kathrin M. Möslein

Hybrid value creation: a systematic review of an evolving research area

Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung im Bereich hybrider Wertschöpfung zu geben. Hybride Wertschöpfung bezeichnet einen Prozess, bei dem durch innovative Kombination von Produkten (materielle Komponente) und Dienstleistungen (immaterielle Komponente) zusätzliche Werte geschaffen werden. Der aktuelle Stand des Forschungsfeldes wird auf Basis einer systematischen Literaturanalyse präsentiert. Insgesamt werden 169 Publikationen analysiert. Diese lassen sich in acht thematischen Kategorien bündeln. Eine systematische Analyse und Diskussion der grundlegenden Ansätze und Trends in jeder dieser Kategorien liefert ein Gesamtbild des aktuellen Forschungsstandes und zeigt zentrale Forschungslücken. Der Beitrag schließt mit einem Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen der hybriden Wertschöpfung und Empfehlungen für zukünftige Forschung.

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Gerhard Schewe/Ann-Marie Nienaber

Explikation von implizitem Wissen: Stand der Forschung zu Barrieren und Lösungsansätzen

Wissensmanagement ist für den Erfolg moderner Organisationen unentbehrlich. Oftmals wird die Aufdeckung verborgenen Wissens als die zentrale Herausforderung zur Stärkung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit gesehen. Daher werden heute große Mengen an Wissen täglich in umfangreichen zumeist elektronischen Speichern gesammelt. Ein wesentlicher Teil des Wissens ist jedoch in den Köpfen der Mitarbeiter verborgen, weshalb die Explikation von implizitem Wissen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Jedoch sehen sich Unternehmen einer Vielzahl von Barrieren bei der Aufdeckung dieses versteckten Wissens gegenübergestellt. In der Literatur lässt sich bis heute keine übersichtliche Analyse möglicher Wissensbarrieren und Instrumente zur Überwindung dieser Hindernisse finden. Daher ist es Ziel dieses Beitrags, diese Barrieren strukturiert zu identifizieren, die der Aufdeckung verborgener Kenntnisse im Unternehmen entgegenstehen und Lösungsansätze zur Überwindung solcher Hindernisse aufzuzeigen, damit Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben können. 

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Heft 4 (60. Jahrgang, 2010):

Robert Mai/Stefan Hoffmann

Die Wirkung von Akzent und Dialekt in der internen und externen Kommunikation: Stand der betriebswirtschaftlich orientierten Forschung und Forschungsdirektiven

In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird mit zunehmender Intensität die Bedeutung sprachlicher Charakteristika diskutiert. Die bisherige Forschung zeigt, dass sich insbesondere sprachliche Varietäten, wie ein regionaler Dialekt oder ein fremdländischer Akzent eines Sprechers, auf den Erfolg kommerziell motivierter Interaktionen auswirken. Der vorliegende Beitrag zeigt diese Effekte anhand eines Literaturüberblickes systematisch auf. Die zugrundeliegenden Wirkprozesse, die ein Akzent bzw. ein Dialekt auslösen kann, werden erläutert und zentrale empirische Befunde der betriebswirtschaftlichen Forschung vorgestellt. Aufgrund der Interdisziplinarität des Forschungsfelds werden dabei auch Erkenntnisse angrenzender Disziplinen, wie den Sprachwissenschaften und der Sozialpsychologie, diskutiert. Nach einer umfassenden und kritischen Würdigung des momentanen Forschungsstandes wird ein integratives Rahmenmodell vorgeschlagen, welches die bislang vorliegenden partiellen Erklärungsansätze und die fragmentarischen empirischen Befunde vereint. Darauf aufbauend zeigt der Beitrag Direktiven für die zukünftige Forschung auf.
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Fabian Homberg/Margit Osterloh

Fusionen und Übernahmen im Licht der Hybris – Überblick über den Forschungsstand

Eine hohe Anzahl von Fusionen und Übernahmen scheitert. Gleichwohl sind Fusionen und Übernahmen an der Tagesordnung. Als eine Erklärung hierfür wird die Hybris-Hypothese diskutiert, d.h. die These, dass sich Entscheidungsträger der aufnehmenden Unternehmen systematisch überschätzen. Um diese These zu testen und um gegebenenfalls Maßnahmen gegen Hybris zu ergreifen, sind verlässliche Indikatoren für Hybris erforderlich. Die Arbeit stellt die in der Literatur entwickelten Indikatoren vor und diskutiert deren Vor- und Nachteile.
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Martin Fassnacht/Jochen Mahadevan

Grundlagen der Preisfairness – Bestandsaufnahme und Ansätze für zukünftige Forschung

Aufgrund einer hohen Dynamik des Forschungsbereichs ist es das Ziel des vorliegenden Beitrags, eine gesamthafte Bestandsaufnahme der wissenschaftlichen Literatur zum Thema Preisfairness vorzunehmen. Aufbauend auf den theoretischen und begrifflichen Grundlagen der Preisfairness werden vier konzeptionelle und 63 empirische Arbeiten analysiert. Die analysierten Arbeiten werden danach differenziert, ob die Preisfairness hinsichtlich ihrer Determinanten oder Konsequenzen erforscht wurde. Es erfolgt eine Diskussion konvergierender und, falls vorhanden, divergierender Befunde. Auf Basis der analysierten Literatur werden Ansätze für zukünftige Forschungsarbeiten identifiziert und priorisiert.
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Heft 3 (60. Jahrgang, 2010):

Britta Cornelius/Udo Wagner/Martin Natter

Managerial applicability of graphical formats to support positioning decisions

Zusammenfassung:
Seit jeher sind Entscheidungen betreffend die Segmentierung eines Marktes sowie die Positionierung des eigenen Angebots in der Wahrnehmung der Kunden Kernaufgaben des Marketingmanagements. In jüngster Zeit gelangen substanzielle algorithmische Fortschritte, die es erlauben, diese beiden Aufgaben gleichzeitig zu lösen, mit anderen Worten, Clusterverfahren (zur Segmentierung) mit mehrdimensionalen Skalierungstechniken (zur Positionierung) zu verbinden. Erfahrungsgemäß werden solche methodischen Entwicklungen nur dann von der Praxis als Hilfsmittel angenommen, wenn sie leicht zu verwenden und ihre Ergebnisse in graphisch ansprechender und intuitiv interpretierbarer Form darstellbar sind. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über den derzeitigen Stand der Wissenschaft und unterscheidet dabei zwischen den drei Aspekten (I) der Darstellung der Wettbewerbsstruktur zwischen den Anbietern, (II) der Berücksichtigung der Präferenzen für einzelne (Produkt-) Attribute sowie (III) der individuellen und segmentspezifischen Heterogenität der Nachfrager. Dabei werden insbesondere die verschiedenen Möglichkeiten zur graphischen Aufbereitung der Ergebnisse präsentiert und die Vorteile sowie die Einschränkungen der Methoden aufgezeigt. Schließlich gibt der Aufsatz einige Empfehlungen bezüglich der Verwertbarkeit der Modelle in der Marketingpraxis und zeigt Möglichkeiten zu zukünftigen Forschungsbemühungen auf.
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Tobias Effertz/Thorsten Teichert

Kindermarketing aus neurologischer Sicht: Empfehlungen für ethisch korrekte Gestaltungen des Marketing-Mix

Zusammenfassung:
Kinder sind eine Zielgruppe der Konsumgüterindustrie, die wie keine andere entwicklungsbedingten Veränderungen unterworfen ist und deshalb eine sich im Zeitablauf ändernde Wahrnehmung und Verständnis von Konsumgütern und deren Marketing besitzt. Insbesondere deshalb ist das Kindermarketing einer starken Kritik unterworfen, da es direkt mit problematischen Konsummustern und gesundheitlichen Risiken assoziiert wird. Dieser Artikel gibt einen interdisziplinären Überblick über die Kindesentwicklung und Implikationen, die für das Kindermarketing ableitbar sind. Hierbei wird ausgehend von der kognitiven Entwicklungstheorie Piagets eine neuroökonomische Sichtweise auf die Kindesentwicklung genutzt und sowohl mit aktuellen Marketingkampagnen kontrastiert als auch mit allgemeinen Marketingkonsequenzen abgeglichen. Als Synthese der Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie werden Gestaltungsoptionen für die betriebswirtschaftliche Marketingpraxis diskutiert und ein Forschungsbedarf für empirische Untersuchungen aufgezeigt. Der Artikel schließt mit fünf wesentlichen Empfehlungen für ein ethisch korrektes Kindermarketing. Ob sich die aufgestellten Forderungen im praktischen Marketingumfeld in Eigenverantwortung umsetzen lassen, bleibt jedoch fraglich.
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Heft 2 (60. Jahrgang, 2010):

Andreas Deckert/Robert Klein

Agentenbasierte Simulation zur Analyse und Lösung betriebswirtschaftlicher Entscheidungsprobleme.

Zusammenfassung:
In komplexen ökonomischen Systemen ergeben sich oft Fragestellungen bzw. Entscheidungsprobleme, die mit klassischen Analyse- und Optimierungstechniken nur schwer adressierbar sind. Märkte, auf denen Akteure mit heterogenen Zielsetzungen dynamisch interagieren, oder Unternehmen, in denen vielschichtige Prozesse ineinandergreifen, sind typische Beispiele für solche Systeme in unserer global vernetzten Wirtschaft. In den letzten Jahren hat mit der agentenbasierten Simulation (ABS) eine Technik zunehmende Verbreitung gefunden, die hilft, solche Systeme zu simulieren und inhärente Wirkungszusammenhänge besser zu erfassen. Im vorliegenden Beitrag stellen wir die Möglichkeiten der ABS insbesondere zur Analyse und Lösung betriebswirtschaftlicher Problemstellungen näher vor und geben eine systematische Übersicht von Anwendungsfällen aus der Forschung und der unternehmerischen Praxis. Abschließend analysieren wir den Anwendungsprozess zur Nutzung einer ABS, von der Konzeption und Modellierung bis hin zur Implementierung und dem Ablauf der Simulation.

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Jörg-Markus Hitz

Information versus adverse Anlegerbeeinflussung: Befund und Implikationen der empirischen Rechnungswesenforschung zur Publizität von Pro-forma-Ergebnisgrößen.

Zusammenfassung:
Pro-forma-Ergebnisgrößen sind freiwillig veröffentlichte Performancemaße, die an der reglementierten Jahresüberschussgröße ansetzen und diese modifizieren. Als Motiv solcher Publizität wird einerseits die Bereitstellung entscheidungsnützlicher Informationen diskutiert, andererseits die gezielt einseitige Beeinflussung von Anlegern. Insbesondere die anknüpfende Regulierungsdiskussion hat eine Vielzahl empirischer Studien im nordamerikanischen Raum, in jüngerer Zeit aber auch in Deutschland motiviert, die im vorliegenden Beitrag systematisiert, rezipiert und gewürdigt werden, um abschließend Pfade für künftige Forschungsbemühungen aufzuzeigen. Während die US-Befunde einerseits den informationsstiftenden Charakter von pro forma earnings stützen, liefern sie gleichzeitig Anhaltspunkte, dass insbesondere Kleinanleger solche Performancemaße mitunter unzutreffend verarbeiten und zu Fehldispositionen veranlasst werden. Im Verbund mit der Evidenz ausgeprägter und facettenreicher Pro-forma-Ergebnis-Publizität in Deutschland stützen diese Ergebnisse die jüngere Aufmerksamkeit europäischer Wertpapieraufsichtsbehörden und unterstreichen den Bedarf nach weiterführenden Untersuchungen zu Motiven und Rezeption der Pro-forma-Publizität am deutschen Kapitalmarkt sowie im EU- bzw. IFRS-Kontext.

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Heft 1 (60. Jahrgang, 2010):

Rainer Lueg/Utz Schäffer

Assessing emprical research on value-based management: Guidelines for improved hypothesis testing.

Zusammenfassung:
The claims that value-based management (VBM) increases corporate performance have attracted considerable interest among researchers and organizations over the last three decades. Even though many studies have been conducted, the evidence on whether users outperform non-users is inconsistent. This paper attempts to place these diverse findings into perspective, and provide venues for future research. For that purpose, we drafted a framework to analyze 120 empirical studies on VBM. We concluded that meaningful hypothesis tests have been impaired by the narrow scope of data sets as well as methodological misspecifications. Based on this analysis, we categorized studies into four streams of research, employing factor analysis and cluster analysis. We then suggested that the most sophisticated studies identified positive performance effects of VBM. Lastly, we derived guidelines to improve the hypothesis testing of future studies on VBM.

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Alexander Bassen/Houndou Basse Mama/Hidajet Ramaj

Investor relations: A comprehensive overview.

Zusammenfassung:
This paper reviews the existing literature on investor relations. The purpose of investor relations is consistently to provide market participants with decision-relevant information as a result of either mandatory or voluntary information-disclosure policies. A causation chain between investor relations and stock prices is established through the liquidity hypothesis with respect to the depth of analyst coverage. Though a positive association is documented, it is not perfectly linear. After presenting the taxonomy of corporate disclosures, we elaborate on how well the full-disclosure and the discretionary disclosure models fit into reality. In addition, the extant theoretical and empirical literature reports that investor relations policies vary over time, across firms and jurisdictions.

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Heft 4 (59. Jahrgang, 2009):

Julia Heidemann/Nora Kamprath/Quirin Görz

Customer Lifetime Value: Entwicklungspfade, Einsatzpotentiale und Herausforderungen.

Zusammenfassung:
Aufgrund der in Forschung und Praxis anhaltenden Diskussion einer kundenwertorientierten Ausrichtung von Unternehmen, gewinnt die Bewertung und Steuerung von Kundenbeziehung immer mehr an Bedeutung. Dabei ist in den letzten Jahren eine Vielzahl an wissenschaftlichen Publikationen entstanden, die sich verstärkt dem Thema Kundenwert gewidmet haben. Eine in der Wissenschaft weit verbreitete zukunftsorientierte Bewertungsmethode stellt das Konzept des Customer Lifetime Value (CLV) dar. Für die Ermittlung des CLV existieren nicht nur zahlreiche Modelle. Vielmehr kann der CLV als zentrale Steuerungsgröße Unternehmen bei der Beantwortung verschiedener unternehmerischer Fragestellungen unterstützen. Vor diesem Hintergrund wird im vorliegenden Beitrag ein Überblick über den gegenwärtigen Stand der CLV-Forschung gegeben. Als Erweiterung der existierenden Literatur werden Entwicklungspfade, Einsatzpotenziale und zukünftige Herausforderungen des CLV vorgestellt und diskutiert.

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Ariane Westphal/Markus Gmür

Organisationales Commitment und seine Einflussfaktoren: Eine qualitative Metaanalyse.

Zusammenfassung:
Organisationales Commitment ist im Zuge der zunehmenden Individualisierung und Flexibilisierung von Arbeitsbeziehungen zu einer zentralen Referenzgröße für die Managementforschung und -praxis geworden. Neben den Effekten des Commitment für den betriebswirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen wurde in jüngerer Zeit eine wachsende Zahl möglicher Einflussfaktoren empirisch untersucht. Der vorliegende Beitrag fasst den aktuellen Forschungsstand zu den wichtigsten Einflussfaktoren für affektives, normatives und kalkuliertes Organisationales Commitment in Anlehnung an die grundlegenden Arbeiten von Meyer und Allen (1991) zusammen.

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Heft 2-3 (59. Jahrgang, 2009):

Patrick Velte

Die Implementierung von Prüfungsausschüssen/ Audit Committees des Aufsichtsrats/Board of Directors mit unabhängigen und finanzkompetenten Mitgliedern.

Zusammenfassung:
Der Einrichtung von Prüfungsausschüssen (Two Tier-System) und Audit Committees (One Tier-System) kommt aus Sicht der Agency- und Stewardship-Theorie sowohl im Aufsichtsrat als auch im Board of Directors eine weit reichende Bedeutung zu, da die Theorien ihre Funktionen im Rahmen der Corporate Governance erklären. In diesem Kontext wird bei der Formulierung des Anforderungsprofils der Ausschussmitglieder den Voraussetzungen der Unabhängigkeit und Finanzexpertise ein überragender Stellenwert im Hinblick auf die Stärkung der Corporate Governance zugesprochen. 

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Martin Schulz/Manfred Steiner

Die Verfahrensheterogenität in der Performance-Messung von Anlagenportfolios.

Ein Überblick über traditionelle und moderne Maße sowie aktuelle Trends.

Zusammenfassung:
Die Performance-Messung ist vielfach Ausgangspunkt für die Bewertung eines Anlageportfolios. Da die traditionellen Performance-Ansätze großer Kritik ausgesetzt sind und deren Anwendung insbesondere bei schiefen Renditeverteilungen theoretischen Schwachstellen unterliegt, setzt sich sowohl in wissenschaftlichen als auch praktischen Fragestellungen zunehmend der Einsatz moderner Performance-Maße durch. Sie zeichnen sich durch die Verwendung asymmetrischer Risikomaße aus, lösen sich von einem gleichgewichtstheoretischen Grundsatz oder weichen von der Darstellung als Verhältniskennzahl ab. Darüber hinaus wird aktuell eine Synthese von Performance-Maßen und Copula-Funktionen diskutiert. Die Folge hiervon sind copula-basierte Performance-Ansätze, die ein ausfallorientiertes Risikoverständnis mit einer adäquaten Abhängigkeitsmodellierung vereinen. Die vorliegende Arbeit stellt die wesentlichen Vertreter klassischer, moderner und copula-basierter Performance-Maße vor und geht auf deren Vor- und Nachteile ebenso ein, wie auf zukünftig mögliche Forschungsgebiete.

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Klaus Ruhnke

Entdeckung von falschen Angaben in der Rechnungslegung durch den Abschlussprüfer - Bezugsrahmen, Einordnung empirischer Studien der Prüfungsdifferenzenforschung und Forschungsperspektiven.

Zusammenfassung:
Jahresabschlüsse beinhalten regelmäßig Falschdarstellungen. Bei den seitens des amtierenden Abschlussprüfers entdeckten Falschdarstellungen handelt es sich um die Prüfungsdifferenzen. Die vorhandenen empirischen Differenzenstudien liefern reichhaltige Einblicke in die Prüfungsrealität, belegen die Fehleraufdeckungs- und -korrekturkraft von Abschlussprüfungen, lassen sich als Bestätigung des Risikomodells werten und bieten gleichzeitig Ansatzpunkte für normative Überlegungen. Da die vorhandenen Forschungsarbeiten sehr heterogen sind, wird ein objektorientierter Bezugsrahmen entwickelt, der einerseits der Integration der reichhaltigen vorhandenen empirischen Studien dient and andererseits künftige Arbeiten in geeignete Bereiche lenken soll. Die Ergebnisse zentraler Studien werden zugeordnet und analysiert. Kritik betrifft vor allem die oftmals nicht vorhandene oder nur fragmentarische theoretische Fundierung der Studien, so dass sich auch aus diesem Blickwinkel reichhaltige Ansatzpunkte für künftige Forschungsarbeiten eröffnen.

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Heft 1 (59. Jahrgang, 2009):

Henning Zülch/Ronny Gebhardt/Sebastian Hoffmann

Politische Ökonomie der Rechnungslegung - Bisherige Forschungsergebnisse und künftige Forschungsperspektiven unter besonderer Berücksichtigung des Lobbyingkonzeptes.

Zusammenfassung:
Insbesondere in der deutschen Forschungstradition im Bereich der externen Rechnungslegung nehmen Überlegungen im Hinblick auf die Auslegung und Fortbildung von Normen eine dominierende Stellung ein. Spätestens mit dem Aufkommen der Informationsökonomie wurde jedoch deutlich, dass Rechnungslegung eher als gesamtgesellschaftlich relevante Institution denn als rein technisches Instrument zu betrachten ist. Denn mit der Entscheidung für die öffentliche Bereitstellung bestimmter Rechnungslegungsinformationen können Verteilungseffekte einhergehen. Insofern ist die Annahme plausibel, dass diejenigen Akteure die Regelsetzung zu beeinflussen versuchen, deren Wohlfahrt unmittelbar bzw. mittelbar hiervon betroffen ist.

Dieser grundlegenden Sichtweise folgt der im deutschsprachigen Raum bislang wenig beachtete Forschungsansatz der Politischen Ökonomie der Rechnungslegung. Ziel der Forschungsbemühungen ist es insbesondere, die Entstehung von Rechnungslegungsregeln unter möglichst umfassender Berücksichtigung der vielschichtigen Interessenslagen innerhalb einer Gesellschaft zu erklären. Im Rahmen des vorliegenden Beitrags möchten wir den aktuellen Stand dieses Forschungsansatzes näher vorstellen und künftige Forschungsperspektiven darlegen.

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Jochen Eckert/René Schaaf

Verfahren zur Präferenzmessung - Eine Übersicht und Beurteilung existierender und möglicher neuer Self-Explicated-Verfahren.

Zusammenfassung:
Für Unternehmen ist eine Produktgestaltung, die die Bedürfnisse der Kunden trifft, von hoher Relevanz, um langfristig Umsatz und Ertrag zu sichern. Die Kenntnis der Kundenbedürfnisse, für die als Maß deren Präferenzen herangezogen werden können, spielt daher für Unternehmen eine wichtige Rolle. Self-Explicated-Verfahren sind neben Conjoint-Verfahren die am häufigsten angewendeten Verfahren zur Präferenzmessung. Erstaunlicherweise wurde sich von wissenschaftlicher Seite jedoch trotz der Relevanz von Self-Explicated-Verfahren zur Präferenzmessung nur wenig mit diesen beschäftigt. Aufbauend auf einer Darstellung und Beurteilung existierender und möglicher neuer Self-Explicated-Verfahren zeigt der Beitrag, dass bisher nur wenige Self-Explicated-Verfahren umgesetzt wurden und identifiziert viel versprechende neue Verfahren für die zukünftige Forschung. Neben gütebezogenen Kriterien werden Self-Explicated-Verfahren dabei auch anhand anwendungsorientierter Kriterien evaluiert und somit aufgezeigt, welche Verfahren sich insbesondere aus praktischer Sicht anbieten.

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Heft 4 (58. Jahrgang, 2008):

Editorial (Barbara Sporn)
Das JfB gehört zu den meistgelesenen wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschriften

Zusammenfassung:

Das Journal für Betriebswirtschaft (JfB) wurde 1951 an der damaligen Wiener Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität Wien gegründet. Es gehört damit internation zu den traditionsreichsten und ältesten wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Betriebswirtschaftslehre und wird bis heute von der Wirtschaftsuniversität Wien getragen.

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Jochen Eckert/René Schaaf
Verfahren zur Präferenzmessung - Eine Übersicht und Beurteilung existierender und möglicher neuer Self-Explicated-Verfahren.

Zusammenfassung:
Für Unternehmen ist eine Produktgestaltung, die die Bedürfnisse der Kunden trifft, von hoher Relevanz, um langfristig Umsatz und Ertrag zu sichern. Die Kenntnis der Kundenbedürfnisse, für die als Maß deren Präferenzen herangezogen werden können, spielt daher für Unternehmen eine wichtige Rolle. Self-Explicated-Verfahren sind neben Conjoint-Verfahren die am häufigsten angewendeten Verfahren zur Präferenzmessung. Erstaunlicherweise wurde sich von wissenschaftlicher Seite jedoch trotz der Relevanz von Self-Explicated-Verfahren zur Präferenzmessung nur wenig mit diesen beschäftigt. Aufbauend auf einer Darstellung und Beurteilung existierender und möglicher neuer Self-Explicated-Verfahren zeigt der Beitrag, dass bisher nur wenige Self-Explicated-Verfahren umgesetzt wurden und identifiziert viel versprechende neue Verfahren für die zukünftige Forschung. Neben gütebezogenen Kriterien werden Self-Explicated-Verfahren dabei auch anhand anwendungsorientierter Kriterien evaluiert und somit aufgezeigt, welche Verfahren sich insbesondere aus praktischer Sicht anbieten.

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Christiane Pott/Theodore J. Mock/Christoph Watrin
Review of empirical research on rotation and non-audit services: auditor independence in fact vs. appearance

Zusammenfassung:
Confidence in the processes of corporate reporting and auditing has rapidly decreased recently due to front-page accounting scandals in both the United States and Europe. The goal of audit regulations, such as the Sarbanes Oxley Act in the United States (US) and the 8th Directive in the European Union (EU), is to restore public trust in the auditing process. Along with other regulatory aspects, requirements related to audit partner rotation and bans on providing concurrent non-audit services were implemented to maintain auditor independence, both in fact and in appearance. However, the implementation of audit regulation implies that increased requirements are able to enhance the failed audit function. Empirical research should help to understand the impact of these two regulatory aspects and indicate their effectiveness in maintaining auditor independence. Thus, we outline the newest empirical research related to audit partner rotation and non-audit services and independence in fact or in appearance. Overall, we conclude that prior research does not point to one particular requirement that would most effectively restore trust in the audit function. Rather the existence of multiple threats to auditor independence might demand a combination of several requirements to maintain auditor independence. Thus, more research is needed to investigate the joint effects of different threats to auditor independence, e. g., non-audit fees and audit partner tenure.

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Heft 3 (58. Jahrgang, 2008):

Niemann Rainer/Sureth Caren
Steuern und Risikobereitschaft in Modellen irreversibler Investitionen

Zusammenfassung:
Der vorliegende Beitrag bietet einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Forschung auf dem Gebiet der Steuerwirkungen unter Unsicherheit, insbesondere für die Realoptionstheorie. Wir untersuchen den Einfluss der Besteuerung auf die Bereitschaft von Investoren, riskante und irreversible Investitionen durchzuführen. Als Erweiterung der vorliegenden Literatur wird ein einfaches Ertragsteuersystem in ein realoptionsbasiertes Modell irreversibler Investitionen bei Risikoneutralität integriert. 

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Grundei Jens
Are managers agents or stewards of their principals?

Zusammenfassung:
Agency theory has been the dominant framework for a theoretical conceptualization of corporate governance. According to this view, the governance problem of uncertainty about managerial behavior can be solved by assuming opportunistic behavior and setting up governance mechanisms to curtail opportunism. However, the adequacy of agency theory has recently been challenged because distrust-based governance mechanisms that are in line with the theory’s recommendations have been ineffective to avoid managerial misconduct. Moreover, agency-based control and incentive systems have even been accused of being harmful. Stewardship theory has been proposed as an alternative approach.

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Heft 2 (58. Jahrgang, 2008):

Witt Peter/Hack Andreas
Staatliche Gründungsfinanzierung: Stand der Forschung und offene Fragen

Zusammenfassung:
Der Beitrag gibt einen Überblick über den Stand der Forschung zur staatlichen Gründungsfinanzierung, speziell in Deutschland. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob eine öffentliche Gründungsfinanzierung aus wirtschaftspolitischer Sicht zu rechtfertigen ist. Konkret werden vier Forschungsfragen untersucht. Die erste Frage lautet, ob Unternehmensgründungen für eine Wirtschaft überhaupt Nutzen stiften. Die zweite Frage lautet, ob auf dem Markt der Finanzierung von Gründungsunternehmen Unvollkommenheiten bzw. Marktversagen feststellbar sind. Die dritte Frage lautet, ob staatliche Maßnahmen der Gründungsfinanzierung einzelwirtschaftlich effektiv sind, dass sich also geförderte Unternehmen als erfolgreicher erweisen als nicht geförderte. Die vierte Frage lautet, ob eine staatliche Gründungsfinanzierung die angestrebten wirtschaftspolitischen Ziele zu den niedrigstmöglichen Kosten erreicht, also effizient ist. Die Antworten sind durchweg negativ und zeigen, dass die bisherige Forschung keine ausreichende Rechtfertigung für eine staatliche Gründungsfinanzierung bieten kann.

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Parragh Sophie/Doerner Karl/Hartl Richard
A Survey on Pickup and Delivery Problems

Part II: Transportation between pickup and delivery locations

Zusammenfassung:
Der vorliegende Artikel ist Teil II einer umfassenden Überblicksarbeit in zwei Teilen über pickup and delivery Probleme. Grundsätzlich können zwei Problemklassen unterschieden werden. Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigte sich mit dem Transport von Gütern von einem Depot zu Auslieferungs-Kunden (linehaul customers) und von Rückladungs-Kunden (backhaul customers) zu einem Depot. Der zweite Teil behandelt nun all jene Probleme, die sich mit dem Transport zwischen Abhol- und Auslieferungsorten befassen, im Folgenden als Vehicle Routing Problems with Pickups and Deliveries (VRPPD) bezeichnet. Diese Problemklasse umfasst das Pickup and Delivery Vehicle Routing Problem , ungepaarte Abhol- und Auslieferungsorte, das klassische Pickup and Delivery (PDP), gepaarte Abhol- und Auslierferungsorte, und das Dial-A-Ride Problem (DARP), Personentransport zwischen gepaarten Abhol- und Ablieferungsorten unter Berück- sichtigung von serviceorientierten Kriterien. Die jeweiligen Problemtypen werden zuerst anhand von mathema- tischen Einfahrzeug- und Mehrfahrzeugproblemformulierungen definiert. Im Anschluss werden die in der Literatur beschriebenen Lösungsmethoden diskutiert.

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Heft 1 (58. Jahrgang, 2008):

Graf Albert/Maas Peter
Customer Value from a Customer Perspective: A Comprehensive Review

Zusammenfassung:
Die Identifizierung und Schaffung von Wert für den Kunden – Customer Value (CV) – wird als zentrale Voraussetzung für zukünftige Erfolge von Unternehmen betrachtet. Obwohl das Wertekonzept als eines der Basiselemente in der Marketingtheorie gilt, wurde das CV-Konstrukt erst in den letzten Jahren zu einem viel erforschten Untersuchungsobjekt. Es entstand eine Vielzahl von Definitionen, Modellen und Erhebungsansätzen, die teils stark divergieren. Dieser Beitrag liefert einen Überblick der verschiedenen Ansätze und Trends in diesem Forschungsfeld. Dieser umfasst die Analyse der Entwicklung des „Perceived“ und „Desired“ CV, die Beziehungen zwischen dem CV and anderen zentralen Marketingkonstrukten, sowie den Zusammenhang zwischen CV und Wert des Kunden für Unternehmen, z.B. in Form des Customer Lifetime Value. Abschliessend wird ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen der CV-Forschung gegeben.

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Parragh Sophie/Doerner Karl/Hartl Richard
A Survey on Pickup and Delivery Problems

Zusammenfassung:
Der vorliegende Artikel ist Teil I einer umfassenden Überblicksarbeit in zwei Teilen über pickup and delivery Probleme. Grundsätzlich können zwei Problemklassen unterschieden werden. Die erste Problemklasse, mit der sich dieser Artikel befasst, beinhaltet all jene Probleme, die Auslieferungen von einem Depot zu Auslieferungs-Kunden (linehaul customers) und Abholungen von Rückladungs-Kunden (backhaul customers) zu einem Depot behandeln. Diese Problemklasse wird im Folgenden als Vehicle Routing Problems with Backhauls (VRPB) bezeichnet. Vier verschiedene Problemtypen können weiters unterschieden werden: das Vehicle Routing Problem with Clustered Backhauls (VRPCB), alle Auslieferungen müssen vor den Abholungen durchgeführt werden, das Vehicle Routing Problem with Mixedlinehauls and Backhauls (VRPMB), gemischte Ausliefer- und Abholsequenzen sind gestattet, das Vehicle Routing Problem with Divisible Delivery and Pickup (VRPDDP), Kunden, die Ausliefer- und Abholservice verlangen, können zweimal besucht werden, und das Vehicle Routing Problem with Simultaneous Delivery and Pickup (VRPSDP), Kunden, die beide Services verlangen, können nur genau einmal angefahren werden. Die zweite pickup and delivery Problemklasse wird in Teil II dieser Arbeit behandelt.

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Heft 3&4 (57. Jahrgang, 2007):

Reiner Quick/Henrik Solmecke
Gestaltung der Abschlussprüferhaftung - Implikationen theoretischer Modelle

Zusammenfassung:
Namen wie Enron, WorldCom oder Parmalat sind längst nicht mehr nur tragische Firmengeschichten, sie sind Synonyme für korrupte Manager, aber auch für die vermeintlich schlechte Arbeit von Wirtschaftsprüfern. So wundert es kaum, dass die Gesetzgeber mit aller Schärfe reagieren: Neue Gesetze werden in immer kürzeren Abständen verabschiedet, von denen auch Wirtschaftsprüfer betroffen sind. Für Deutschland heißt das insb., dass eine Dritthaftung der Abschlussprüfer thematisiert wird und auf lange Sicht wohl unausweichlich ist. Daher stellt sich die Frage, ob das Bestreben einer Haftungsausweitung theoretisch fundiert werden kann. Der Artikel stellt spieltheoretische Forschungsarbeiten, insb. deren wesentlichen Annahmen und Ergebnisse, vor und vergleicht bzw. würdigt diese kritisch.

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Jörg Baetge/Gerhard Schewe/Roland Schulz/Henrik Solmecke
Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg: Stand der empirischen Forschung und Konsequenzen für die Entwicklung eines Messkonzeptes

Zusammenfassung:
Im Rahmen einer übergreifenden Analyse empirischer Arbeiten wird der State-of-the-Art der Forschung zum Zusammenhang von Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg dargelegt. Neben der inhaltlichen Analyse des Zusammenhangs liegt der Schwerpunkt des nachfolgenden Beitrags auf einem Review der Messung von Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg, wie sie sich in den betrachteten Zusammenhangsanalysen zeigt. Aufbauend hierauf werden die Grundzüge je eines Konzeptes zur Messung der Unternehmenskultur und des Unternehmenserfolges entwickelt, welche als Ausgangsbasis verstanden werden können, um in weiterführenden Untersuchungen den Zusammenhang von Unternehmenskultur und Unternehmenserfolg für die unterschiedlichsten Unternehmen zu bestimmen.

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Arnold Picot/Oliver Baumann
Modularität in der verteilten Entwicklung komplexer Systeme: Chancen, Grenzen, Implikationen

Zusammenfassung:
Die Entwicklung komplexer Systeme stellt Unternehmen vor die Herausforderung, das effektive Zusammenwirken einer Vielzahl interdependenter Elemente zu gewährleisten. Eine Systemdekomposition in Module mit klar definierten Schnittstellen gilt dabei als effiziente Designlösung, um dennoch die Vorteile von Spezialisierung und Arbeitsteilung zu nutzen. In jüngerer Zeit beschäftigen sich zahlreiche Arbeiten, insbesondere aus evolutionsökonomischer und komplexitätstheoretischer Perspektive, mit den prinzipiellen Grenzen und Implikationen der Modularität. Die in vielen Bereichen steigende Komplexität macht ein fundiertes Verständnis der Vorteile, Grenzen und Implikationen modularer Ansätze in der verteilten Systementwicklung notwendig und bietet breites Potential für zukünftige Forschung...

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Oliver Schilke/Martin Reimann
Neuroökonomie: Grundverständnis, Methoden und betriebswirtschaftliche Anwendungsfelder

Zusammenfassung:
Derzeit werden in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung mit zunehmender Intensität neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden hinzugezogen, um die Zustände und Prozesse der ,,Black Box“ des menschlichen Gehirns vor, während und nach ökonomischen Entscheidungen präziser erklären zu können. Dieser Beitrag zielt darauf ab, die Grundlagen des sich hieraus entwickelnden Wissenschaftszweigs der Neuroökonomie zu erläutern.

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Alfred Wagenhofer/Hannes Dücker
Die Messung von "Earnings"-Qualität

Zusammenfassung:
Dieser Beitrag stellt die gebräuchlichen Maßgrößen zur Erfassung der Ergebnisqualität (earnings quality) vor. Sie werden zunächst in einem theoretischen Rahmen kritisch diskutiert und dann anhand der Jahresabschlüsse österreichischer börsennotierter Unternehmen über zehn Jahre ermittelt. Damit werden Stärken und Schwächen der einzelnen Maßgrößen sowie die konzeptionellen und empirischen Zusammenhänge zwischen ihnen aufgezeigt. Die Kenntnis der Zusammenhänge ist auch bei einer Aggregation der Maßgrößen zu einem gesamten Maß für Ergebnisqualität wichtig, um die Robustheit von Forschungsergebnissen einschätzen zu können. Mit dem Beitrag soll das Bewusstsein für Möglichkeiten und Mängel der empirischen Messung von Ergebnisqualität verstärkt, aber auch der Bedarf nach und Wege für weitere Forschung aufgezeigt werden.

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Heft 2 (57. Jahrgang, 2007):

Markus C. Arnold
Experimentelle Forschung in der Budgetierung - Lügen, nichts als Lügen?

Zusammenfassung:
Die Budgetierung ist eines der wichtigsten Planungs-, Kontroll- und Koordinationsinstrumente in dezentralisierten Unternehmen. Methoden der partizipativen Budgetierung erlauben dabei der Unternehmenszentrale zum einen die Nutzung der Informationen der besser informierten Bereichsmanager, ermöglichen diesen jedoch zum anderen, ihren Informationsvorsprung zum Aufbau von Slack zu nutzen. Der vorliegende Beitrag stellt Experimente vor, die das Verhalten der Akteure in partizipativen Budgetierungsprozessen analysieren.

Christoph Mirow/Katharina Hölzle/Hans G. Gemünden
Systematisierung, Erklärungsbeiträge und Effekte von Innovationsbarrieren

Zusammenfassung:
Innovationsbarrieren sind ein häufig erwähntes, jedoch nur selten tiefergehend diskutiertes Forschungsgebiet. In dem vorliegenden Beitrag wird dieses für das Innovationsmanagement bedeutende Thema systematisch beleuchtet.

Heft 1 (57. Jahrgang, 2007):

Torsten J. Gerpott
Bewertung von Personalabbauprogrammen aus Aktionärssicht - Eine Bestandsaufnahme der empirischen Ereignisstudien-Forschung

Zusammenfassung:
Dieser Beitrag analysiert Befunde von 32 seit 1990 publizierten Arbeiten, die Effekte der Ankündigung großzahliger Personalabbauprogramme (PAP) auf den Aktienkurs bzw. Eigenkapitalwert börsennotierter Unternehmen sowie Faktoren zur Erklärung der Varianz solcher Effekte unter Rückgriff auf die Ereignisstudienmethodik untersuchen.

Nils Boysen /  Malte Fliedner/  Armin Scholl
Level-Scheduling bei Variantenfließfertigung: Klassifikation, Literaturüberblick und Modellkritik

Zusammenfassung:
Viele Hersteller von Verbrauchsgütern sehen sich heutzutage einer enormen Variantenvielfalt gegenüber, die sie auf ihren Fließsystemen produzieren müssen. So bietet etwa BMW seine Automobile in 1032 theoretisch möglichen Varianten an. Um nicht die marktseitigen Vorteile dieser Variantenvielfalt durch ineffiziente Produktionsabläufe aufzuzehren, muss die Produktionsplanung diesem Phänomen angemessen Rechnung tragen.

Heft 4 (56. Jahrgang, 2006):

Klaus Ruhnke
Business Risk Audits: State of the Art und Entwicklungsperspektiven

Zusammenfassung:
Die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften führen Abschlussprüfungen unter Anwendung des Business Risk Audit-Ansatzes (sog. BRA-Ansatz) durch. Dieser Ansatz ist seit kurzem auch in den internationalen Prüfungsnormen verankert. Für die theoretische Fundierung des BRA relevante theoretische Ansätze werden identifiziert und diskutiert.

Martin Wallmeier / Florian Zainhofer 
How to invest over the life cycle: Insights from theory

Zusammenfassung:
We analyse the state of the art in the field of life cycle portfolio choice, a recent strand of the literature on intertemporal portfolio selection. Life cycle models are designed to identify optimal savings and portfolio policies over the lifetime of investors.

Heft 3 (56. Jahrgang, 2006):

Marion Eberlein / Christian Grund
Ungleichheitsaversion in Prinzipal-Agenten-Beziehungen

Zusammenfassung:
Die Prinzipal-Agenten-Theorie geht klassischerweise von rein egoistischen eigennutz­maximierenden Akteuren aus. Seit einiger Zeit gibt es aber eine zunehmende Zahl von Beiträgen, die von dieser Prämisse abweichen und soziale Präferenzen der Akteure zulassen. Eine gängige Erweiterung ist dabei die Annahme ungleichheitsaverser Agenten.

Enar Ruiz-Conde / Peter S. H. Leeflang / Jaap E. Wieringa
Marketing variables in macro-level diffusion models

Zusammenfassung:
Diffusionsmodelle auf der Makroebene bilden die typischen Absatzmuster eines neuen Produktes in den Phasen des Produktlebenszyklus ab. Diese Modelle werden häufig wegen der impliziten Berücksichtigung der Effekte von Marketingmix-Variablen (wie Preis und Werbung) auf den Diffusionsprozess kritisiert. Die explizite Einbeziehung von Marketingvariablen in Diffusionsmodelle führt nicht nur zu einer besseren Abbildung der Realität, sondern ermöglicht auch die Ableitung relevanter praktischer Implikationen.

Heft 2 (56. Jahrgang, 2006):

Heribert Gierl / Sandra Reich
Werbungwirkung durch Imagery-Processing

Zusammenfassung:
Die Frage, warum bestimmte Informationen oder Werbemittel mehr und andere weniger Überzeugungskraft aufweisen, beschäftigt die Marketingforschung und verwandte Gebiete seit geraumer Zeit. Eine dieser Thematik zuzuordnende Forschungsrichtung, die in den letzten zwanzig Jahren eine Forschungstradition entwickelte, ist die Imagery-Forschung.

Yasemin Boztug / Nadja Silberhorn
Modellierungsansätze in der Warenkorbanalyse im Überblick

Zusammenfassung:
Ein Großteil der Handelsunternehmen versucht mittlerweile, Kunden über Kundenkartenprogramme und die damit verbundenen Vorteile an sich zu binden. Der Handel kann dadurch auf große Datenmengen über die Kaufhistorie seiner Kunden zurückgreifen. Die Antworten auf strategische Fragestellungen, wie beispielsweise die Kundenbindung, sollen zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung jedes einzelnen Kunden führen.

Heft 1 (56. Jahrgang, 2006):

Wolfgang Kürsten
Corporate Hedging, Stakeholderinteresse und Shareholder Value

Zusammenfassung:
Hedging von Unternehmensrisiken ("Corporate Hedging") wird in Zeiten von zunehmender Internationalisierung und volatileren Märkten vielfach als eine Grundaufgabe moderner Unternehmenssteuerung angesehen. Dabei wird Hedging meistens aus der Generalprämisse risikoaverser Wirtschafssubjekte oder einem natürlichen Schutzbedürfnis ungenügend diversifizierter Stakeholder, seltener aus Sicht der Shareholder heraus begründet.

Franziska Völckner 
Methoden zur Messung individueller Zahlungsbereitschaften: Ein Überblick zum State of the Artv

Zusammenfassung:
Werbeslogans wie z.B. "Geiz ist geil" (Saturn), "Preise gut, alles gut" (C&A) oder "Bei diesen Preisen muss man reisen" (1-2-Fly) verdeutlichen, dass der Preis im Fokus der Marketingstrategie vieler Unternehmen steht. Die im Markt erzielten Preise haben einen wesentlichen Einfluss darauf, ob und in welchem Maße Unternehmen mit dem Verkauf ihrer Produkte Gewinne erzielen. Zur optimalen Gestaltung und Umsetzung preispolitischer Maßnahmen ist die Kenntenis der Zahlungsbereitschaft von Nachfragern essenziell.

Heft 4 (55. Jahrgang, 2005):

Heribert Gierl / Sandra Reich
Erklärung der persuasiven Wirkung von Werbung

Zusammenfassung:
In diesem Beitrag werden die in der jüngeren Forschung zur Wirkung von Werbung diskutierten und untersuchten Aspekte in einem Werbewirkungsmodell zusammengefasst. Der hier dargestellte Entwurf enthält drei Mediatorvariablen (Gefallen der Werbung, Gedanken über die Werbung, Gedanken über das Werbeobjekt) und zwei Moderatorvariablen (Involvement/Fähigkeit zur Informationsverarbeitung und Kontakthäufigkeit).

Sascha L. Schmidt / Patrick Vogt / Svante Schriber
Ansätze und Ergebnisse anglo-amerikanischer M&A-Forschung

Zusammenfassung:
In dem vorliegenden Review etablierter U.S. Management Journals (1995-2003) und Standardwerke werden zunächst sechs Denkschulen innerhalb der anglo-amerikanischen M&A-Forschung identifiziert: "Capital Market", "Principal Agent", "Industrial Organization", "Organizational Behavior", "Human Resources" und "Strategic Management". Die einzelnen Denkschulen werden hinsichtlich ihres Verständnisses von M&A-Erfolg untersucht.

Heft 3 (55. Jahrgang, 2005):

Klaus Brockhoff
Technologie, Innovation und Corporate Governance

Zusammenfassung:
Zwischen technologischem Wandel und Corporate Governance können wechselseitige Beziehungen bestehen. Sie werden als "technological imperative" einerseits und als "strategic choice" andererseits bezeichnet. Hier werden Hinweise für die Existenz beider Beziehungen auf der Grundlage früherer Forschung vorgelegt.

Frank Heinemann
Die Theorie globaler Spiele: Private Information als Mittel zur Vermeidung multipler Gleichgewichte

Zusammenfassung:
Investitionsentscheidungen mit Netzwerkeffekten, Refinanzierung illiquider Unternehmen und spekulative Attacken sind typische Beispiele für Koordinationsspiele mit multiplen Gleichgewichten. Durch Berücksichtigung privater Informationen ermöglicht die Theorie globaler Spiele unter bestimmten Umständen ein eindeutiges Gleichgewicht zu ermitteln.

Heft 2 (55. Jahrgang, 2005):

Katharina Weinkauf / Martin Högl / Hans Georg Gemünden / Katharina Hölzle
Zusammenarbeit zwischen organisatorischen Gruppen: Ein Literaturüberblick über die Intergroup Relations-, Schnittstellen- und Boundary Spanning-Forschung

Zusammenfassung:
Die Zusammenarbeit zwischen organisatorischen Gruppen (Abteilungen, Projektteams etc.) leistet einen entscheidenden Beitrag zur Effizienz und Effektivität von Unternehmen. Drei Forschungsströme liefern wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen organisatorischen Gruppen.

Klaus Gugler
Der Einfluss von Corporate Governance auf die Determinanten und Effekte von Investitionen

Zusammenfassung:
Der vorliegende Überblicksartikel kommt zu dem Schluss, dass das Corporate-Governance-Umfeld einer Firma den Zusammenhang zwischen den Investitionen (I) und den Cash Flows (CF) und damit die Investitionsrenditen beeinflusst. Beide Erklärungsansätze für positive I-CF-Sensitivitäten - die Theorie der asymmetrischen Information (TAI) als auch die Manager-Diskretions-Theorie (MDT) - finden empirische Unterstützung in Unter-Stichproben von Firmen.

Marianne Holler / Bernhard Fellner / Erich Kirchler
Selbstregulation, Regulationsfokus und Arbeitsmotivation. Überblick über den Stand der Forschung und praktische Konsequenzen

Zusammenfassung:
Die Bedeutung der Selbstregulation für die Arbeitsmotivation und -leistung ist unumstritten. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit Selbstregulation, mit dem Regulationsfokus auf Promotion oder Prävention und der Passung zwischen Regulationsfokus und Arbeitsauftrag und -anforderungen.

Heft 1 (55. Jahrgang, 2005):

Jürgen Hauschildt / Sören Salomo
Je innovativer, desto erfolgreicher? Eine kritische Analyse des Zusammenhangs zwischen Innovationsgrad und Innovationserfolg.

Zusammenfassung:
Innovationsgrad und Innovationserfolg sind die strategischen Ziel- und Resultatsgrößen des Innovationsmanagements. Es bestehen Zweifel, ob zwischen beiden Größen ein linearer positiver Zusammenhang besteht. Dieser Zweifel lässt sich nicht nur theoretisch begründen.

Lutz Kruschwitz / Andreas Löffler
Ein neuer Zugang zum Konzept des Discounted Cashflow

Zusammenfassung:
In letzter Zeit sind viele Arbeiten zum Konzept des Discounted Cashflow (DCF) erschienen. In diesem Beitrag wollen wir die wichtigsten Ideen und Ergebnisse referieren.

Sonja Gensler / Bernd Skiera / Martin Böhm
Einsatzmöglichkeiten der Matching Methode zur Berücksichtigung von Selbstselektion

Zusammenfassung:
Häufig ist es von Interesse, den Effekt der Teilnahme an einer Maßnahme auf eine Ergebnisvariable zu untersuchen. Um jedoch Kausalität adäquat evaluieren zu können, müssen Selbstselektionseffekte berücksichtigt werden. Hierfür wird die Matching Methode vorgeschlagen.

Eric von Hippel
Democratizing innovation: The evolving phenomenon of user innovation

Abstract:
Almost 30 years ago, researchers began a systematic study of innovation by end users and user firms. At that time, the phenomenon was generally regarded as a minor oddity. Today it is clear that user-centered innovation is a very powerful and general phenomenon.

Copyright 2012 | WU (Wirtschaftsuniversität Wien) | 24.01.2012
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