Über den NPO-Sektor

Kennzahlen des Nonprofit Sektors in Österreich

NPO-Komp Logo

112.945 Vereine im Jahr 2008

Normalerweise sind die NPOs in Österreich als „Verein, „Stiftung“, „gemeinnützige Kapitalgesellschaft“ oder als „Genossenschaft“ organisiert. Die Organisationsform „Verein“ ist dabei deutlich am stärksten vertreten und dominiert somit den gesamten NPO Sektor[1]. Im Jahr 1960 gab es in Österreich 42.269 Organisationen die als „Verein“ geführt wurden. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2008 bereits 112.945 Vereine[2].

2008 gab es insgesamt 246 Landesstiftungen, 223 Bundesstiftungen und 3141 Privatstiftungen. Von den Privatstiftungen sind 210 rein gemmeinnützig. 34 Spaksassenstiftungen haben ebenso gemeinnützige Zielsetzungen[3].

Wenn Kapitalgesellschaften durch die zuständige Finanzbehörde den Status der Gemmeinnützigkeit nach BAO zuerkannt bekommen, sind diese ebenfalls den NPOs zuzurechnen. Die Gemmeinnützigkeit muss allerdings in den Statuten festgeschrieben und tatsächlich umgesetzt werden. Die Kapitalgesellschaften werden zwar in das Firmenbuch eingetragen. Angaben über den Gemeinnützigkeitsstatus sind jedoch nicht verpflichtend. Aus diesem Grund sind die Informationen über die Anzahl der gemmeinnützigen Kapitalgesellschaften sehr beschränkt. Einer Erhebung aus dem Jahr 2001 zufolge existierten etwa 2001.

170.113 Beschäftigte im Jahr 2006

Bei der NPO Befragung im Jahr 2006 wurde die Zahl der Beschäftigten im Nonprofit Sektor von 170.113 erhoben. Rund 59% dieser Personen sind im Bereich Soziale Dienste und im Gesundheitswesen tätig, weiblich (74,02%) und teilzeitbeschäftigt (55,67%)[4].

3.019.242 Freiwillige im Jahr 2006

43,8 % der ÖsterreicherInnen (3.019.242 Personen) waren im Jahr 2006 freiwillig engagiert. Diese Gesamtzahl der Freiwilligen unterteilt sich in:

1) 38,0 % formell Freiwillige

2) 26,2% informell Freiwillige

3) 25,8% sowohl formell als auch informell Freiwillige

In Österreich werden insgesamt 7.918.683 Stunden pro Woche an formeller und 6.773.996 Stunden an informeller Freiwilligenarbeit geleistet. Bei einer Umrechnung in Vollzeitäquivalente entspricht dies 425.000 Vollzeiterwerbstätigen (40 Stunden pro Woche). Der Anteil der beteiligten Männer liegt bei 33,0% und ist damit um 9,8 Prozentpunkte höher als bei den Frauen (23,2%) [5].

295 Millionen Euro Privatspenden im Jahr 2008

Im Jahr 2008 wurden im Durchschnitt 67 Euro pro Jahr je SpenderIn in Österreich gespendet, wobei Frauen höhere Beträge als Männer und ältere höhere als jüngere spenden. Dies ergibt ein gespendetes Gesamtvolumen von 295 Millionen Euro. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz kann Österreich hinsichtlich der Spendenbeteiligung (66% der Bevölkerung) gut mithalten. Die gespendeten Beiträge fallen in den Vergleichsländern aber deutlich höher aus. Österreich belegt hinsichtlich der durchschnittlichen Spendenhöhe in deutschsprachigen Ländern den letzten Platz (Deutschland: 100€/SpenderIn, Schweiz: 283€/Haushalt)[6].

4.048 Mio. Gesamteinnahmen und 3.461 Mio. Ausgaben

Im Jahr 2005 (tw. Daten aus 1997) betrug das Gesamtausgabevolumen der NPOs in Österreich 3.461 Mio. Euro. Die Einnahmen lagen bei 4.048 Mio. Euro. Diese Daten wurden im Jahr 2006 erhoben und basieren auf der Arbeitsstättenbefragung der Statistik Austria ergänzt um Daten aus älteren Erhebungen. Das Investitionsvolumen lag 2005 bei 689 Mio. Euro. Hier sind lediglich Organisationen inkludiert, die zumindest eine/n bezahlte/n ArbeitnerhmerIn haben.

Finanzierungsquellen von NPOs

Die folgende Abbildung veranschaulicht, dass im österreichischen Nonprofit Sektor viele Finanzierungsquellen genützt werden. Dabei ist jedoch die öffentliche Hand für das Gesamtvolumen mit Abstand am bedeutendsten. Knapp 30% aller NPOs geben an, dass die öffentliche Hand zwischen 81% und 100% der Gesamtfinanzierung trägt[7].

Finanzierungsquellen

Abbildung: Anteil unterschiedlicher Finanzierungsquellen an der Gesamtfinanzierung

Basis: 116 österreichische NPOs; Daten aus NPO-Finanzierungsbefragung 20107.

[1] Schneider, U./Badelt, C./Hagleitner, J. (2007): Der Nonprofit Sektor in Österreich. In: Badelt, C./Meyer, M./Simsa, R. (Hrsg.) (2007): Handbuch der Nonprofit Organisationen. Strukturen und Management. 4., überarbeitete Auflage. Schäfer-Poeschel Verlag: Stuttgart

[2] Statistik Austria (2010): Statistisches Jahrbuch 2010. Verlag Österreich: Wien

[3] Schneider, H./Millner, R./Meyer, M. (2010): Die Rolle der Gemeinnützigkeit in Österreichischen Stiftungen. Working Paper. Abteilung für Nonprofit Management, WU Wien

[4] Haider, A./Schneider, U./Leisch, R./Stöger, K. (2008): Neue Datengrundlagen für den Nonprofit Bereich. In: Statistische Nachrichten 63(8) S.754-761, Wien

[5] More-Holleweger, E./Heimgartner, A. (2009): Freiwilliges Engagement in Österreich. 1. Freiwilligenbericht. BMASK: Wien

[6] Neumayr, M./Schober, C. (2008): Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Spendenverhalten in Österreich. Spendenstudie 2008. Spendenbericht. NPO-Institut an der WU Wien

[7] Schober, C./Littich, E./Schober, D./Lintschinger, L. (2010): Ergebnisse zur NPO-Finanzierungsbefragung 2010, Studienbericht. NPO-Institut an der WU Wien (noch unveröffentlicht)

Copyright 2012 | WU (Wirtschaftsuniversität Wien) | 28.12.2011
MEMBER OF logo cems logo pim