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Telekommunikation und
Rundfunk, für die heute die neuen Rechtsbegriffe „elektronische Kommunikation“
und „audiovisuelle Medien“ gelten, bestimmen seit ihren Anfängen die Forschungstätigkeit
des Instituts. Untersucht haben wir
bisher folgende Aspekte:
- die ehemals
staatliche Betätigung durch öffentliche Monopolunternehmen,
- die gemeinschaftsrechtlich
vorgegebene Öffnung der Märkte und die damit
erforderlich gewordene
sektorspezifische Marktregulierung,
- die durch
die Liberalisierung ausgelösten Konvergenzentwicklungen
(das
Zusammenwachsen von Rundfunk, Telekommunikation und IT) und die damit
einhergegangene Diversifizierung der Inhalte-Dienste.
Derzeit bestimmen vor
allem folgende Punkte den Fokus unserer Arbeiten:
- die sachadäquate
rechtliche Erfassung der verschiedenen Inhalte-Dienste (insb
durch die Erarbeitung
einer neuen audiovisuellen Mediendienste-RL),
- die Finanzierung
des öffentlichen Rundfunks in einem wettbewerblichen Umfeld,
- die mit
der Umstellung auf ein digitales Rundfunksystem verbundenen Fragen, und
- rechtliche
Modelle zur Vermeidung eines digital gap in der Informationsgesellschaft/
die (sozial)grundrechtliche Absicherung des Zugangs zu Information.
Bisher publizierte Ergebnisse (Auszug):
Berka/Grabenwarter/Holoubek (Hrsg), Gemeinschaftsrecht
und Rundfunk – Revolution oder Anpassung, Manz, Wien, 2007.
Holoubek/Damjanovic/Traimer, Regulating Content – European
Regulatory Framework for the Media and Related Creative Sectors, Kluwer Law
International, Alphen aan den Rijn, 2007.
Berka/Grabenwarter/Holoubek
(Hrsg), Medienfreiheit versus Inhalteregulierung, Manz, Wien, 2006.
Damjanovic/Holoubek/Kassai/Lehofer/Urbantschitsch, Handbuch des Telekommunikationsrechts, Springer, Wien, 2006.
Damjanovic, Regulierung der Kommunikationsmärkte unter Konvergenzbedingungen, Springer, Wien,
2002.
Holoubek, Liberalisierung und Regulierung im Telekommunikationsbereich in: 100
Jahre Wirtschaftsuniversität Wien, Festschrift – dargebracht vom Fachbereich Rechtswissenschaften,
Verlag Österreich, Wien, 1998, 307.
Aicher/Holoubek (Hrsg), Das Recht der Medienunternehmen, Orac, Wien, 1998.
Korinek/Holoubek (Hrsg), Österreich auf dem Weg zum dualen Rundfunksystem,
Verlag Medien und Recht, Wien, 1991.
Holoubek, Rundfunkfreiheit und Rundfunkmonopol, Böhlau Verlag, Wien, 1990.
Laufende Projekte:
Herausgabe des Weblog ContentandCarrier
im Rahmen des Forschungsinstituts für das Recht der
elektronischen Massenmedien (REM):
Dem aus dem
angloamerikanischen Raum stammenden „regulatory agency“ Konzept nachgebildet, wurden
unabhängige Regulierungsbehörden auch in Europa eingerichtet: sowohl auf
innerstaatlicher als auch in Form der Gemeinschaftsagenturen auf gemeinschaftlicher
Ebene. Diese Organisationseinheiten sind außerhalb der
„normalen“ hierarchischen Verwaltungsstrukturen angesiedelt und mit besonderem
Sachverstand ausgestattet. Sie sollen vor allem in sensiblen und technologisch
komplexen Märkten tagespolitisch motivierte Intervention in Marktprozesse vermeiden
und zugleich die zur Regulierung dieser Märkte notwendige
Problemlösungsfähigkeit mitbringen. Zentrale Aspekte unserer Forschungstätigkeit
auf diesem Gebiet bilden: - demokratische
Legitimation und gerichtliche Kontrolle solcher Einrichtungen,
- typische Regulierungsinstrumente
solcher Einrichtungen, und hier insbesondere die
verschiedenen zwischen den
klassischen Rechtsakten von Bescheid und Vertrag
liegenden innovativen
Steuerungsinstrumente,
- Formen der regulierten Selbstregulierung,
- Herausbildung
neuer (verwaltungsrechtlicher) Verfahrenstypen
Bisher publizierte Ergebnisse (Auszug):
Bezemek, Rechtskraft des vertragsersetzenden Bescheides, Holoubek/Lang –
Symposium (Tagungsband in Druck).
Holoubek, Gegenstand,
Verfahren und Organisation der Regulierung elektronischen Massenmedien
Antworten auf (k)einen Paradigmenwechsel, in: Walter Berka/Christoph
Grabenwarter/ Michael Holoubek (Hrsg), Medienfreiheit versus
Inhaltsregulierung Schriftenreihe Recht der elektronischen Massenmedien,
Band I, Manz, Wien, 2006, 19.
Fuchs, Strukturen und Merkmale
neuer Verwaltungsverfahren: Auswahl-, Qualitätssicherungs- und
Verwaltungskontrollverfahren als Beispiele neuerer Entwicklungen im
Verwaltungsverfahrensrecht, Diss. jur. (Univ. Wien), 2006.
Holoubek, Die
Determinierung von Regulierungsentscheidungen im Spannungsfeld von
Entscheidungsprärogative der Verwaltung, gerichtlicher Rechtskontrolle und Rechtsschutz
der Marktteilnehmer, in: Michael Holoubek/Walter Boltz (Hrsg),
Strommarktregulierung. Aktuelle Fragen aus der Sicht von Akteuren und Betroffenen,
Braumüller, Wien, 2005, 3.
Holoubek, Regulierungsentscheidungen in Verordnungsform Aktuelle
Verfassungsfragen der Gasmarktregulierung, in: Michael Potacs (Hrsg), Aktuelle
Fragen des Gaswirtschaftsrechts, Manz, Wien, 2005, 1.
Holoubek, Der unabhängige Finanzsenat im System oberster
Kollegialbehörden, in: Holoubek/Lang (Hrsg), Das Verfahren vor dem unabhängigen
Finanzsenat, Linde, Wien, 2003, 15.
Holoubek, Aufgaben, Organisation und Verfahren von
„Regulierungsbehörden“ vor dem Hintergrund verfassungsrechtlicher
Anforderungen, in: Duschanek (Hrsg), Beiträge zur Ausgliederungsdiskussion,
WKÖ, Wien, 2002, 48.
Holoubek, Organisation und Aufgaben der Elektrizitätsaufsicht, in:
Pauger (Hrsg), Das Elektrizitätsrecht nach der ElWOG-Novelle, Manz, Wien, 2001, 55.
Holoubek, Die Organisation der Medienregulierung im Lichte der Konvergenz,
JRP 2000, 216.
Die
wirtschaftliche Integration auf gemeinschaftlicher Ebene wirkt sich
tiefgreifend auf die regulatorische Ausgestaltung der mitgliedstaatlichen
Sozial- und Kulturpolitiken aus. Sozial- und kulturpolitische
Verteilungsentscheidungen, gemeinhin die Erbringung gemeinwohlorientierter
Leistungen durch die Mitgliedstaaten (zB in den Netzwerkindustrien, der
Wasserver- und Abfallentsorgung, im Gesundheits-, Bildungssektor usw) werden zunehmend an den
Binnenmarktregeln sowie dem allgemeinen Diskriminierungsverbot des
Gemeinschaftsrechts gemessen. Das wirft ein weites Spektrum an rechtlichen
Fragestellungen auf. Wir haben uns bislang vor allem auf die folgenden Punkte
konzentriert: - Ausgestaltung
sektorspezifischer Regulierung von Netzwerkindustrien (und hier insb
Telekommunikation, Energie, Post und Verkehr),
- Erbringung
von gemeinwohlorientierten Leistungen auf kommunaler Ebene (insb
auch in einer
rechtsvergleichenden Betrachtung),
- Entwicklung
einer Typologie rechtlicher Modelle staatlicher Wirtschaftstätigkeit,
- die
verschiedenen Systeme zur Sicherstellung einer Grundversorgung mit
gemeinwohlorientierten Leistungen (öffentliche Unternehmen, Universaldienst,
Konzession, …),
- die
Vereinbarkeit von wirtschaftlicher Integration auf gemeinschaftsrechtlicher
Ebene und der Aufrechterhaltung nationaler sozial- und kulturpolitischer
Gestaltungsspielräume
Bisher publizierte Ergebnisse (Auszug):
Holoubek/Damjanovic, Sozial- und Kulturpolitik im europäischen Mehrebenensystem –
mitgliedstaatliche Kompetenzen und ihre Grenzen in der europäischen Wirtschaftsverfassung,
in: 50 Jahre Römerverträge (eine juristische Nachdenkschrift der AK), ÖGB, Wien, 2007.
Segalla, Kommunale
Daseinsvorsorge - Strukturen kommunaler Versorgungsleistungen
im Rechtsvergleich, Springer, Wien 2006.
Bechter, Zuständigkeiten und Handlungsmöglichkeiten der Europäischen
Gemeinschaft in der Bildungspolitik, 2006.
Holoubek/Boltz
(Hrsg), Strommarktregulierung - Aktuelle Fragen aus der
Sicht von Akteuren und Betroffenen, Braumüller, Wien, 2005.
Dullinger/Holoubek/Segalla (Hrsg), Recht und Praxis der Eisenbahnregulierung, Band 6 der
Schriftenreihe zum öffentlichen Recht und zu den politischen Wissenschaften, Braumüller, Wien, 2004.
Segalla, Offener Netzzugang im
Schienenverkehr - gemeinschaftsrechtliche und eisenbahnrechtliche
Rahmenbedingungen, Braumüller, Wien, 2002.
Holoubek/Segalla, Instrumente kommunaler Daseinsvorsorge – Evaluierung und
Fortentwicklung, in: Österreichischer Gemeindebund/Österreichischer Städtebund
(Hrsg.), 40 Jahre Gemeindeverfassungsnovelle 1962, Manz, Wien, 2002, 63.
Holoubek, Der Staat als
Wirtschaftssubjekt und Auftraggeber, in: Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer Bd. 60, de Gruyter, Berlin, 2001, 513.
Laufende Projekte:
Damjanovic, Die Binnenmarktregeln in ihrer Funktion als sozial- und kulturpolitische Gestaltungsinstrumente Europas (Arbeitstitel/Habilitationsprojekt)
Der Staat ist auf
dem Markt sowohl als Anbieter als auch als Nachfrager wirtschaftlich tätig. Bei
der Beschaffung von Sachgütern oder Dienstleistungen ist er als Nachfrager dem
komplexen Rahmenwerk des Vergaberechts unterworfen, dem auf
gemeinschaftsrechtlicher Ebene zur Verwirklichung des Binnenmarktes zentrale
Bedeutung zukommt. Die europäischen
Vergaberichtlinien und deren Vorgaben
für das nationale Vergaberecht bilden einen zentralen Gegenstand unseres
wissenschaftlichen Interesses. Schwerpunktmäßig befassen wir uns in diesem Zusammenhang mit dem vergabespezifischen Rechtsschutz sowie
neuen Modellen der Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und privater Hand – den
sog. PPPs – und den in diesem Zusammenhang aufgeworfenen Fragen von Ausgliederung und Privatisierung.
Bisher publizierte Ergebnisse (Auszug):
Holoubek/Fuchs/Holzinger, Vergaberecht, Springer, Wien 2009.
Fuchs/Holoubek/Weinhandl, Vergaberecht, Springer, Wien 2005.
Fuchs, Die neue EG-Sektorenrichtlinie. ZVB 2004, 208 (Teil I), 250 (Teil II).
Holoubek, Die gemeinschaftsrechtlichen Einflüsse auf das Vergaberecht in
Österreich. ZUV 4/2002, 13.
Holoubek/Potacs (Hrsg), Handbuch
des öffentlichen Wirtschaftsrechts, Band 1+2, Springer, Wien, 2002.
Holoubek, Vergabekontrolle zwischen effektivem Rechtsschutz und
Vergabeeffizienz. In: Fuchs/Horvath (Hrsg.): Wirtschaftsstandort Österreich.
Von der Theorie zur Praxis. Festschrift Heinz Handler, BMWA, Wien, 2001, 252.
Holoubek, Öffentlich-rechtliche Rahmenbedingungen von Ausgliederungen und Privatisierungen.
ÖGZ, 12/2000, 22.
Holoubek, Grundfragen des Vergaberechtsschutzes in Österreich. In: Rill/Griller
(Hrsg.): Grundfragen der öffentlichen Auftragsvergabe, WKÖ, Wien, 2000, 237.
Holoubek, Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Konsequenzen von
Ausgliederungen, Privatisierungen und Beleihungen. ÖZW, 2000.
Holoubek/Korinek, Grundlagen staatlicher Privatwirtschaftsverwaltung –
Verfassungsrechtliche und einfachgesetzliche Rahmenbedingungen nicht
hoheitlicher Verwaltung, Leykam, Graz, 1993.