ProjektmitarbeiterInnen
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Univ.Prof. Dr. Hermann Frank |
Forschungsinstitut für Familienunternehmen, WU |
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Univ.Prof. Dr. Christian Korunka |
Institut für Wirtschaftspsychologie, Uni Wien |
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Univ.Prof. Dr. Manfred Lueger |
Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung, WU |
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Mag. Lavinia Nosé |
Forschungsinstitut für Familienunternehmen, WU |
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Daniela Suchy, Bakk. MA |
Forschungsinstitut für Familienunternehmen, WU |
Thematische Ausgangslage und Projektbeschreibung
Aus einer sozialwissenschaftlichen bzw. psychologischen Sicht weisen Familienbetriebe zahlreiche Besonderheiten und Merkmale auf, die aus der Perspektive einer angewandten Forschung von großem Interesse sind. Dies betrifft auch Entscheidungsprozesse, die gerade in Familienunternehmen auf eine überaus komplexe Dynamik zwischen betrieblichen und familiären Handlungslogiken treffen.
In der einschlägigen Fachliteratur wird besonders die Thematik von komplexen widersprüchlichen Anforderungen in Familienunternehmen betont, wobei die empirische Befundlage dazu relativ gering ist; einschlägige empirische Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum liegen überhaupt nur vereinzelt vor. Konflikte im Rahmen der Unternehmensnachfolge werden in den letzten Jahren in der Forschung hingegen häufiger thematisiert; (z.B. Müller, 2008), während außerhalb dieses Themenkomplexes, z.B. in Bezug auf Innovationsprozesse, bei Gerechtigkeitsvorstellungen in Bezug auf Geschwister, kaum Ergebnisse vorliegen. Widersprüchliche Anforderungen sind keineswegs nur negativ zu sehen. Konfliktlösungsfähigkeiten in einem Familienunternehmen und eine entwickelte „Konfliktkultur“ sind wichtige Vorrausetzungen für erfolgreiche Entscheidungen (Cosier & Harvey, 1998; Davis, 1983; Filbeck & Smith, 1997) und gehören insofern zu den spezifischen Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen. Andererseits können ungelöste Konflikte sogar deren Existenz gefährden (Feltham, Feltham & Barnett, 2005).
Die Studie hat daher folgende Zielsetzungen:
Ein Merkmal der vorliegenden Studie besteht darin, dass aus einer ressourcenorientierten Perspektive neben den kritischen Aspekten von widersprüchlichen Anforderungen auch positive Aspekte beleuchtet werden sollen. Die zentrale Annahme besteht darin, dass ein konstruktiver Umgang mit Konflikten eine gute Grundlage für Entscheidungen bildet.
Beim Untersuchungsgegenstand „Familienunternehmen“ ist die Schnittstelle zwischen Familie und Unternehmen (work to family conflict bzw. family to work conflict) besonders wichtig. Neben den potentiell negativen Aspekten dieser Schnittstelle wird in der vorliegenden Studie auch die Möglichkeit einer positiven wechselseitigen Beeinflussung untersucht (work to family enrichment bzw. family to work enrichment).
Die Studie besteht aus zwei Modulen, die aufeinander aufbauen und die sich zu einem Gesamtkonzept ergänzen.
Modul 1: „Interviewstudie“
Auf der Grundlage der Literaturanalyse wird ein Rahmenmodell zur Erklärung von Konflikten in Entscheidungsprozessen entwickelt. Die Elemente des Rahmenmodells werden in einem Interviewleitfaden abgebildet. Auf der Grundlage dieses Interviewleitfadens werden jeweils mehrere Gespräche in einem Familienunternehmen zu Entscheidungsprozessen aus verschiedenen Perspektiven durchgeführt. Insgesamt werden in diesem Studienteil drei Fallstudien mit Familienunternehmen ab 10 Mitarbeiter/innen ausgearbeitet werden, die auch als Input für Modul 2 fungieren (Skalenentwicklung).
Die im Rahmen der Interviews gewonnenen Daten können, sofern sie sich durch eine besonders hohe Problemlösungskompetenz auszeichnen, als good practice-Fall ausgearbeitet verwertet werden.
Modul 2: „Fragebogenstudie“
Im Rahmen einer Fragebogenerhebung werden Entscheidungsprozesse und Konfliktkulturen österreichweit bei einer größeren Zahl von Familienunternehmen analysiert, wobei eine Fallzahl von ca. 250 Familienunternehmen angestrebt wird.
Der Fragebogen wird an österreichische Unternehmen verschickt, die durch eine Filterfrage in Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen geteilt werden. Als Kriterien für die Abgrenzung von Familienunternehmen können Eigentum, Beteiligung am Management und in Kontrollgremien (z.B. Beirat), sofern vorhanden, herangezogen werden (vgl. dazu im Detail Klein, 2004).
Analog zum ersten Modul werden auch in diesem Modul Unternehmen ab 10 Mitarbeiter/innen befragt.
Die gesamte Studie zum Download finden Sie hier (Link zum Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend).