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Trotz zahlreicher Initiativen und Beiträge zur Geschlechterdemokratisierung
ist es bis dato nicht gelungen, hierarchische und vertikale
Geschlechtssegmentierungen zu überbrücken. |
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Vielmehr wird nach wie vor - in allen organisatorischen, strukturellen und strategischen Bereichen des Wirtschaftens - auf traditionelle Gender-Stereotypen Bezug genommen, welche die Trennung von öffentlicher und privater Sphäre aufrechterhalten. Damit wird nicht nur ein wissenschaftlicher und alltäglicher Diskurs über veränderte zeitgemäße Rollenverständnisse bei und von Frauen und Männern in der Politik, in der Wissenschaft und im Privatbereich überschattet, verhindert und verzögert, sondern auch die Diskriminierung beispielsweise in Bezug auf Geschlecht, Alter, ethnischer Zugehörigkeit und sexueller Orientierung remanifestiert. Im Rahmen gesellschaftlicher Entwicklungen - wie z.B. der steigenden Komplexität sozio-ökonomischer Probleme durch Internationalisierungsprozesse, die Veränderung von Sozialstrukturen, die wachsende Bedeutung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und die Gefahr des Digital Divide - wird die wirtschaftliche Relevanz von sozio-ökonomischen Problemen, wie beispielsweise Verteilungs- und Versorgungsungerechtigkeit, mangelnder Ressourcenzugang von Frauen und gesellschaftlichen Minderheiten, der Verzicht von Unternehmen auf Produktivitätspotentiale, die gestaltende Wirkung von Geschlechterstereotypien etc., mehr als nur deutlich und die Anerkennung von Diversitätsaspekten zur Notwendigkeit. In diesem Sinne stellt die Einrichtung des Arbeitsbereiches "Gender and Diversity in Organizations" einen innovativen Beitrag der WU-Wien zur Erarbeitung neuer Konzepte dar, die die gegenwärtigen Dynamiken adäquat, d.h. kontextbezogen und damit realitätsnah, in den Blick nehmen. Die WU Wien ist damit im europäischen Raum beispielgebend und reiht sich in die Reihe der renommiertesten internationalen Universitäten ein, die in steigendem Ausmaß Gender- und Diversitätsforschung etablieren.
Die strategische
und inhaltliche Orientierung des Arbeitsbereiches "Gender and
Diversity in Organizations" liegt im Bereich Betriebswirtschaftslehre,
wenngleich die Bearbeitung der genannten Problemfelder aufgrund
ihrer Verfasstheit wissenschaftstheoretisch wie methodisch
selbstverständlich interdisziplinär (Ökonomie,
Recht, Soziologie, Technik) erfolgen muss. Umgekehrt stellt
die Gender- und Diversitätsforschung gerade für
die BWL eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung
des Fachbereiches dar.
Eingebettet in Beschaffungs- und Absatzmärkte können
klassifikatorisch drei wichtige Entwicklungen identifiziert
werden, die Gender- und Diversitätsforschung unumgänglich
machen: So verändern (1) die internationale Migration
(2), die Internationalisierung sozio-ökonomischer Prozesse
und (3) die zunehmende Bedeutung der Informations- und Kommunikationstechnologien
betriebswirtschaftliche Handlungsbereiche. Aus einer zukunftsorientierten
Sicht muss diesen Veränderungen durch entsprechende Forschungs-
und Ausbildungsaktivitäten Rechnung getragen werden.
Daher wird es in Zukunft eine zentrale Qualifikationsfrage
sein, inwieweit (Nachwuchs)Führungskräfte befähigt
sind, mit Anforderungen wie z.B. Managing Diversity oder Chancengleichheit
umzugehen. Aber auch in anderen Institutionen nimmt die Nachfrage
an entsprechendem Know-how zu: im Öffentlichen Dienst
(Frauenförderung, Gleichstellung, Gender Mainstreaming,
Integrationsmaßnahmen), in der Wirtschaftsberatung (Weiterbildung,
Gender-Awareness-Trainings, Diversity-Assessment, Prozessberatung,
z.B. bei der Einführung von Equality-Projekten und Gender
Mainstreaming) und im Non-Profit Bereich (Management von Beratungsstellen,
z.B. Gleichbehandlung, Diskriminierung, etc.).
Um diesen
Anforderungen entsprechend begegnen zu können, bedarf
es der kritischen Erweiterung und Reflexion etablierter Theorien
und Modelle betriebswirtschaftlichen Handelns sowie der Erarbeitung
neuer und innovativer Konzepte zur Geschlechterdemokratisierung.
Damit könnten Pareto-Verbesserungen auf der konkreten
betriebswirtschaftlichen Ebene erreicht, aber auch nutzbringende
neue Wege beschritten werden, die dazu beitragen, den gegenwärtigen
und zukünftigen Herausforderungen standzuhalten. Dieses
grundsätzliche Verständnis ist die inhaltliche Leitlinie
der in jedem Fall interdisziplinär verstandenen Aufgaben
der Abteilung Gender und Diversitätsmanagement:
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In
der Lehre wird insbesondere an der Etablierung
und Koordination des Kompetenzfeldes "Gender- und
Diversitätsmanagement" gearbeitet, das mit dem
Wintersemester 2003/04 erstmals angeboten wird. |
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In
der Forschung stehen interdisziplinär verstandene
Fragestellungen wie z.B. Genderaspekte in Organisationen,
Gendertraining, Gendermanagement, Entwicklung und Implementierung
von Diversitätskonzepten in Unternehmen, partizipative
Organisations- und Technikentwicklung und geschlechtssensible
Gestaltung von Arbeitsplätzen im Vordergrund. Darüber
hinaus wird es von zentraler Bedeutung sein, Theorien
und Methoden eines modernistischen positivistischen Wissenschaftsbegriffs
um den Gender-Aspekt zu erweitern und diskursive, auf
einen feministischen Wissenschaftsbegriff gestützte
Genderforschung an der WU zu etablieren. |