Profil

Mittel- und Osteuropakompetenz

Österreichische Unternehmen haben schon früh die enormen Chancen erkannt, die aus der wirtschaftlichen Öffnung Mittel-und Osteuropas (MOE) resultieren, und pionierartig genutzt. Auch die WU hat rasch mit einer Vielzahl an Initiativen in Lehre und Forschung reagiert. Bereits im Sommer 1990 hat die WU eine Sommeruniversität zum Thema "Einführung in die soziale Marktwirtschaft" für Studierende und Universitätslehrer aus den Reformländern angeboten. Dieses Pilotprojekt hat sich in der Folge zur Internationalen Sommeruniversität der WU mit bisher mehr als 4.000 Teilnehmer/innen weiterentwickelt.

Parallel dazu wurden gemeinsam mit lokalen Partneruniversitäten organisierte Sommeruniversitäten in Kroatien, Rumänien, Slowenien und in der Ukraine sowie länderübergreifend angelegte Programme wie die "Erste Bank Summer University Danubia" und die "International Summer University Southern Europe" in das Angebotsprogramm aufgenommen.

Am Institut für Betriebswirtschaftslehre des Außenhandels wurde gemeinsam mit dem Institut für Slawische Sprachen das "Kompetenzfeld Mittel- und Osteuropa-Management" als Spezialisierung in der Speziellen Betriebswirtschaftslehre eingeführt, in dem die Studierenden auf eine Berufstätigkeit in MOE vorbereitet werden. Die Ausbildung umfasst neben der Vermittlung von regionsspezifischem Fachwissen auch das Erlernen einer Fachsprache (Tschechisch oder Russisch).

Mit dem JOSZEF-Programm und der "Meisterklasse Osteuropa" folgten Mitte der 1990er Jahre zwei Zusatzprogramme für hochqualifizierte und an MOE interessierte Studierende der WU und aus MOE, die gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft entwickelt wurden. Ziel dieser freiwilligen Studienprogramme ist es, Studierende mit "Osteuropakompetenzen" auszustatten, die sie für eine Managementfunktion in dieser Region qualifizieren.

1996 wurde die Seminarreihe "Doing Business in CEE" gemeinsam mit der Carlson School of Management, University of Minnesota, USA, gestartet, und später dann der CEMS-Kurs "Ost-West-Projektseminar", bei denen von international gemischten Studentengruppen in Zusammenarbeit mit einem Unternehmenspartner Real-Life-Projekte in der Region bearbeitet werden.

In der Mittel-und Osteuropa-Forschung waren das Institut für Slawische Sprachen, das Institut für BWL des Außenhandels, das Forschungsinstitut für Europafragen sowie das Forschungsinstitut für Mittel-und Osteuropäisches Wirtschaftsrecht (FOWI) Pioniere. Sie nehmen heute eine führende Stellung in der Forschung in ihrem Fachgebiet ein. Bald folgten einschlägige Forschungsprojekte von Forscher/innen aus den Bereichen Volkswirtschaft, internationales Steuerrecht, Organisation, Marketing und Unternehmensführung, die zu einer Verbreiterung der Kompetenz der WU in der MOE-bezogenen Managementforschung beitrugen.

International anerkannte Forschung zur MOE-Thematik lässt sich an der WU in folgenden Bereichen finden (in Klammer die führenden Institute bzw. Forscher/innen):

  • Interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Lernen (Renate Rathmayer, Edgar Hoffmann)
  • Rolle von Klein-und Mittelbetrieben sowie des Unternehmertums in MOE (Josef Mugler, Dietmar Rössl)
  • Wirtschaftsrecht in Mittel-und Osteuropa (FOWI)
  • Regionale Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien (Reiner Springer, Arnold Schuh)
  • Rollen und Funktionen von regionalen Managementzentralen (Arnold Schuh, Bodo Schlegelmilch, Björn Ambos, Barbara Brenner)
  • Risikomanagement und internationale Finanzierung (Reinhard Moser)
  • Rolle des Non-Profit-Sektors (Nonprofit Management)
  • Entwicklung des Finanzsektors und Bankensystems (Gerhard Fink, Peter Haiss)
  • Interkulturelles Management und Kulturstandards (Gerhard Fink, Sylvia Meierewert)
  • Struktur, Entwicklung und wirtschaftliche Implikationen von ausländischen Direktinvestitionen in MOE (Wilfried Altzinger, Christian Bellak)
  • Nutzen und Kosten der EU-Erweiterung (Fritz Breuss, Mikulas Luptacik)
  • Steuerwettbewerb und Steuerkoordination in der EU (Christian Bellak)
  • Tourismus in MOE (Josef Mazanec, Andreas Zins)
  • Arbeitsmarkteffekte von ausländischen Direktinvestitionen und Aussenhandel in Mittel-und Osteuropa (Engelbert Stockhammer)
  • Steuerrecht in den Ländern Mittel- und Osteuropas (Michael Lang & International Law Group)


Seit 1993 findet alljährlich die Konferenz "Business and Marketing Strategies for Central and Eastern Europe" in Wien statt. Sie wird von Reiner Springer vom Institut BWL des Aussenhandels gemeinsam mit Petr Chadraba von der DePaul University, Chicago, USA, organisiert. Diese Konferenz hat sich zu einem wichtigen Treffpunkt für an Marketing und Strategiefragen in MOE interessierte Forscher/innen entwickelt.

Im September 2007 wurde erstmals der internationale "Grow East Congress" an der WU veranstaltet, der sich schwerpunktmäßig mit Markenstrategie, Konsumentenverhalten und Vertriebssystemen in Mittel-und Südosteuropa beschäftigte.

Mit der "DMCEE: Database of Management in CEE 1991-2006" besitzt die WU eine umfangreiche elektronische Datenbank zur Unternehmensführung, interkulturellen Kommunikation, Soziologie und Recht in MOE mit mehr als 2.000 bibliographischen Einträgen.

Die Mitwirkung an Konferenzen in MOE, Gastaufenthalte und Gastvorträge an Partneruniversitäten in MOE, Forschungskooperationen (z.B. NODE), die Unterstützung von MOE Universitäten bei der Curriculum Entwicklung (z.B. im TEMPUS-Projekt mit Kharkov) sowie die Leitung des CEEPUS-Netzwerks "Amadeus" sind weitere Beispiele für die vielfältigen Aktivitäten der WU in MOE.

Mission

Das Competence Center for CEE versteht sich als zentrale Kontakt- und Wissenstransferstelle der WU zu Mittel- und Osteuropafragen in der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung und in der Forschung. Durch die bessere Vernetzung von Forschung, Ausbildungsprogrammen und Universität-Praxis Beziehungen soll eine Qualitätssteigerung in allen involvierten Bereichen erzielt werden.

Die Aktivitäten des Competence Center für CEE sollen zur Wahrnehmung der WU als eine international führende Forschungs- und Ausbildungsstätte in den Themenbereichen Unternehmenstätigkeit und Management in Mittel- und Osteuropa beitragen.

Die WU trägt damit zur Verbreitung von wirtschaftswissenschaftlichem state-of-the-art  Wissen und - als Folge davon- zur erfolgreichen Führung von Untenehmen, Non-Profit-Organisationen und Institutionen in der Region Mittel- und Osteuropa bei.

Copyright 2012 | WU (Wirtschaftsuniversität Wien) | 15.12.2011
MEMBER OF logo cems logo pim