Die Konsolidierungsmaßnahmen des
Bundesfinanzrahmens 2013 bis 2016 setzen in verschiedenen Bereichen an. Der
betragsmäßig größte Einsparungsbereich betrifft mit 6,9 Milliarden Euro und
somit 37,5% die Pensionen und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen mit
Auswirkungen auf Pensionen. Vorrangiges Ziel ist es, durch verschiedene
Maßnahmen das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben. Die Anhebung der Beiträge
für Bauern und Selbstständige, sowie außertourliche Anhebung der der
Höchstbeitragsgrundlage in der Pensions- und Arbeitslosenversicherung sind
weitere Schritte. Schließlich sollen die Pensionserhöhungen 2013 und 2014
moderater ausfallen als gesetzlich vorgesehen.
Quelle:Bundesfinanzrahmen 2013 bis 2016
Gemäß einer, von der EU Kommission in Auftrag gegebenen, öffentlichen Meinungsumfrage antworteten die gefragten Personen aus 27 EU Staaten auf die Frage, bis zu welchem Alter sie glauben, ihre momentane Tätigkeit ausüben zu können. Im Durchschnitt über alle befragten lag dieses Alter bei 61,7 Jahren. Interessanterweise gibt es zwischen den 15 älteren EU Staaten und den 12 neuen Mitgliedstaaten einen beträchtlichen Unterschied (EU15: 62,4 Jahre und NMS 12: 58,8 Jahre). Unterschiede gibt es auch zwischen Altersgruppen. Der größte Unterschied ist zwischen der Altersgruppe 55+ und den 15-24 jährigen zu sehen: Personen die 55 Jahre und älter und noch berufstätig sind, glauben sie werden ihre Tätigkeit noch bis zum Alter von durchschnittlich 66 Jahren ausüben können. Die Gruppe der 15-24 jährigen geht im Durchschnitt davon aus bis zum Alter von 56,7 Jahren arbeiten zu können. Ein weiterer merklicher Unterschied besteht zwischen selbständig und unselbständig Beschäftigten: während Selbstständige im Durchschnitt meinen, noch bis 64,9 Jahren ihrem Beruf nachgehen zu können, liegt diese Altersgrenze in der Gruppe der unselbständig Beschäftigten Arbeiter bei 59,9 Jahren.
Quelle:Special Eurobarometer 378 – Active Ageing
Das Altern der europäischen Bevölkerung bringt neue finanzielle Risiken und Fragestellungen mit sich, die nach Lösungen seitens der Staaten, der Wirtschaft und der Gesellschaft rufen. 2011 wird die erste „Baby-boom“ Generation 65 Jahre alt, und Vorhersagen prophezeien, dass sich die Anzahl der alternden und pflegebedürftigen Bevölkerung in Europa in den nächsten 50 Jahren verdoppeln wird. Die Frage, wie verschiedene Staaten auf die Herausforderung der Finanzierung der Langzeitpflege in all ihren Facetten reagieren, ist noch offen. Dieses Buch analysiert verschiedene Formen der Partnerschaft und das Potential der Kooperation zwischen staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessensgruppen. Es bietet nicht nur einen ausführlichen Einblick in die institutionellen Mechanismen der Altersfinanzierung, sondern auch eine detaillierte Analyse der Faktoren von Angebot und Nachfrage, die der Entwicklung der finanziellen Maßnahmen um Langzeitpflege decken zu können, zugrundeliegen.
Zwei Beiträge in diesem Buch wurden von AutorInnen am WU Forschungsinstituts für Altersökonomie geschrieben und befassen sich speziell mit Österreich und Zentraleuropa: „Long-Term Care Financing in Austria“ (Birgit Trukeschitz/Ulrike Schneider) und „Long-Term Care Financing in Central and Eastern Europe“ (August Österle) .
Quelle:Palgrave Macmillan Verlag
Die EU hat 2012 vor dem Hintergrund der zunehmenden Bevölkerungsalterung zum Europäischen Jahr für aktives Altern ausgerufen.
Durch das "Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" möchte die Europäische Kommission älteren Menschen helfen, das Erwerbsleben bis zum Pensionsalter aktiv zu gestalten, der Gesellschaft als Freiwillige und Pflegepersonen zu dienen und so lange wie möglich unabhängig, aktiv und gesund zu bleiben. Durch das Aufzeigen des Beitrags Älterer für die Gesellschaft soll die Solidarität zwischen den Generationen erhöht werden.
Durch das europäische Jahr 2012 sollen Mitgliedstaaten, Behörden, Sozialpartner
und die Zivilgesellschaft bei Bemühungen ermutigt und unterstützt werden, die
ein aktives Altern fördern.
Weitere Informationen zum "Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen" finden Sie auch unter: www.aktivaltern2012.at
Die ökonomischen Auswirkungen der gesellschaftlichen
Alterung auf das Gesundheitssystem werden in Politik und Medien oft so
dargestellt, dass wir aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung vor einer
Kostenexplosion im Gesundheitssystem stehen. Diese Sichtweise ignoriert aber
die Tatsache, dass mit einer höheren Lebenserwartung auch bessere Gesundheit im
Alter, bzw. späteres Einsetzen von typischen Alterserkrankungen einher gehen. Eine
neulich veröffentlichte Studie errechnet einen Effekt des Anstiegs der
Lebenserwartung auf die Kosten im Gesundheitssystem von gerade einmal einem
halben Prozent pro Jahr. Das längere Leben (im Schnitt stieg die
Lebenserwartung um 4,5 Jahre seit 1980) wird indes von der Bevölkerung sehr
geschätzt. Der geschätzte Gegenwert der gewonnenen Lebenszeit entspricht nicht
weniger als 13,5 % des Lebenseinkommens eines durchschnittlichen 20-jährigen im
Jahr 2000.
Der Deutsche Bundestag hat am 20. Oktober 2011 den Weg frei gemacht für die Einführung der Familienpflegezeit. Das Gesetz kann am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Mit der Familienpflegezeit wird erstmals flächendeckend die Möglichkeit geschaffen, Pflege und Beruf über zwei Jahre zu vereinbaren.
Die Familienpflegezeit sieht vor, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit
über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 15 Stunden
reduzieren können, wenn sie einen Angehörigen pflegen. Wird z. B. die
Arbeitszeit in der Pflegephase von 100 auf 50 Prozent reduziert,
erhalten die Beschäftigten weiterhin 75 Prozent des letzten
Bruttoeinkommens. Zum Ausgleich müssen sie später wieder voll arbeiten,
bekommen in diesem Fall aber weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so
lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist.
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Am 1. Oktober wird, als Wertschätzung gegenüber den Leistungen älterer Menschen und um Themen die ihr Leben betreffen anzusprechen, der „Internationale Tag der älteren Menschen“ gefeiert. Der von der UN ins Leben gerufene Tag wurde international zum ersten Mal im Jahr 1991 gefeiert. Das Thema, anlässlich des 10-jährigen Jubiläums dieses Tages, ist im Jahr 2011: „Start von Madrid+10: Die wachsenden Chancen und Herausforderungen globaler Alterung“.
Quelle: UN News
In Deutschland
müssen offenbar immer mehr Rentner nebenher arbeiten oder staatliche
Grundsicherung beantragen. Wie die "Saarbrücker Zeitung" unter
Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums in Berlin berichtet, gingen
im vergangenen Jahr rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren
einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Das seien 244.000
mehr als im Jahr 2000, was einem Anstieg um fast 59 Prozent entspreche. Dem
Blatt zufolge beantragten oder erhielten 2009 rund 400.000 Rentner die
staatliche Grundsicherung im Alter, 2003 waren es mit 258.000 noch deutlich
weniger.
Quelle: Saarbrücker Zeitung
In Österreich sind 15% der über 65-jährigen armutsgefährdet.
Österreich liegt damit unter dem europäischen Durchschnitt von 19%.
Resultate aus dem Jahre 2008 zeigen, dass etwa 19% aller über 65-jährigen in
den EU Staaten armutsgefährdet sind. Alle zusammen in etwa 16 millionen ältere
Menschen, in etwa einer von fünf aller 86 millionen der über 65-jährigen in der
EU.
Quelle: European Centre for Social Welfare
Policy and Research
Eine 65-jährige Frau hatte 1950 im Schnitt noch knapp 14 Jahre Lebenserwartung vor sich, 2008 waren es schon 21 Jahre. 65-jährige Männer konnten sich 1950 noch auf zwölf Jahre freuen, 2008 bereits auf knapp 18 Jahre.
Diese letztgenannten Werte sind Ausdruck eines neuen Trends, das Alter nicht mehr als die Zeit seit der Geburt zu messen - schließlich sind 70-Jährige heute so gesund wie 60-Jährige vor ein paar Jahrzehnten. So präsentierte Sergei Scherbov vom ÖAW-Institut für Demographie bei der Tagung die Idee, die verbleibende Lebenserwartung als Maß zu nehmen. Für Lutz ist das ein wichtiger Ansatz, weil sich dadurch das Verhalten der Menschen ändern würde. "Die Frage etwa, ob man noch eine private Pensionsversicherung abschließt, hängt davon ab, wie lange wir glauben noch zu leben", so Lutz, der dafür plädiert, "diese Idee unters Volk zu bringen".
Quelle: derstandard
Die im Jahr 2010
durch Demenzerkrankungen verursachten Gesamtkosten betragen geschätzte
US$ 604 Milliarden. Etwa 70% dieser Kosten fallen in Westeuropa und
Nordamerika an.
Die Kosten teilen sich in informelle Pflege (von
Familienangehörigen getätigte, unbezahlte Pflege), direkte Sozialkosten
(professionelle Pflege, Pflegeheime) und Kosten der notwendigen
Medikamente.
Quelle: World Alzheimer Report
Die
Unternehmen bauen auf die blühende Kaufkraft der SeniorInnen. Die
jungen Alten mit 60 bis 70 Jahren geben 75% ihres frei verfügbaren
Einkommens für Konsumgüter aus, berichtet Bernd Seeberger, Leiter des
Institutes für Gerontologie und demografische Entwicklung in Hall in
Tirol. "Das Durchschnittsalter, eine Harley Davidson zu kaufen, ist
61", verdeutlicht er.
Quelle: RONDO, Der Standard
Im Jahr 2009 nahmen österreichische ArbeitnehmerInnen im Alter zwischen 50 und 64 im Durchschnitt 19,4 Krankenstandstage in Anspruch. Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstandsfalls betrug 18,6 Tage, was eine durchschnittliche Krankenstandshäufigkeit von 1,04 Fällen pro ArbeitnehmerIn und Jahr ergibt. Diese Krankenstandshäufigkeit bleibt über die ausgewiesenen Altersgruppen nahezu konstant, jedoch steigt die durchschnittliche Dauer der einzelnen Krankenstände und somit die Zahl der entfallenden Tage pro erwerbstätiger Person mit dem Alter an.
Eine Ausnahme davon bilden ArbeitnehmerInnen im Alter von 65 und darüber, die deutlich seltener (gegebenenfalls jedoch umso länger) in Krankenstand gehen. Als Grund dafür können Selektionseffekte – weniger gesunde Menschen steigen generell früher aus dem Erwerbsleben aus – vermutet werden.
Quelle: Statistik Austria
Wie aktuelle österreichische Arbeitsmarktdaten zeigen, kommt die derzeitige wirtschaftliche Erholung nicht bei über 50-jährigen ArbeitnehmerInnen an. Während die Zahl der Arbeitslosen zwischen Jänner 2010 und Jänner 2011 um 4,3% gesunken ist, nahm die Zahl der älteren Jobsuchenden im Vergleichszeitraum sogar um 0,9% zu.
Quelle: derstandard.at
Aktuelle Bevölkerungsprognosen der Statistik Austria für das Jahr 2075 sagen voraus, dass 37,8% der BurgenländerInnen zu diesem Zeitpunkt im Alter von 60 und mehr Jahren sein werden. Dieser Anteil älterer Menschen macht das Burgenland zum voraussichtlich ältesten Bundesland Österreichs. Am anderen Ende der Skala findet sich Wien, das sich mit einem Bevölkerungsanteil von voraussichtlich 29,1% älteren Menschen zum jüngsten österreichischen Bundesland entwickeln wird. Die gleichen Aussagen lassen sich auch anhand des Bevölkerungsanteils der unter 15-jährigen treffen, welcher voraussichtlich im Burgenland am geringsten (12,2%) und in Wien am höchsten (14,6%) sein wird.
Quelle: Statistik Austria
Eine im Kontext gängiger „Hacklerregelungen“ ungewöhnlich scheinende Entscheidung traf der Europäische Gerichtshof im November. Einer 60jährigen Innsbrucker Ärztin wurde dabei das Recht zugesprochen, nicht zwangsweise pensioniert zu werden. Grundlage dafür ist der Gleichheitsgrundsatz. Da männliche Arbeitskräfte erst ab einem Alter von 65 Jahren gegen ihren Willen in den Ruhestand geschickt werden können, hat dieses Alterslimit auch bei Frauen zur Anwendung zu kommen. Ab dem Erreichen des 65. Lebensjahres besteht bei beiden Geschlechtern kein Anspruch auf einen Verbleib im Arbeitsleben, wie eine weitere Entscheidung des EUGH zeigt.
Quellen: EUR-Lex (EUGH Entscheidungen C-356/09, C-45/09), diepresse.com
Bisher gebräuchliche Berechnungsmethoden der sog. Altenlastquote, die das
Verhältnis zwischen betreuungsbedürftigen und potenziell betreuenden Personen
angibt, führen für die Jahre zwischen 2045 und 2050 in den in der Studie
berücksichtigten Ländern zu einem Wert von 0,53. 100 Personen im Erwerbsalter (zwischen
20 und 65) stünden somit 53 über 65-jährige gegenüber.
Neuartige Berechnungen der Wissenschaftler des IIASA (Science, Vol 329, Issue 5997) zeigen nun, dass sich dieser prognostizierte Wert auf wesentlich unproblematischere 0,12 reduziert, wenn in einer verfeinerten Prognose Faktoren wie verbesserte Gesundheit und somit verringerter faktischer Betreuungsbedarf, aber auch die vermehrte Fähigkeit Älterer, berufliche oder pflegerische Tätigkeiten zu erbringen berücksichtigt werden.
Quelle: IIASA
Wie Mitte August dieses Jahres in mehreren bedeutenden österreichischen Medien zu lesen war (der Standard, die Presse, Salzburger Nachrichten, Kurier, Wiener Zeitung) steht im Zuge der anstehenden Maßnahmen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte auch das Pflegegeld zur Disposition. Vor allem die Notwendigkeit der ersten Pflegegeldstufe steht dabei im Mittelpunkt der politischen Debatten. Betroffen von einer Änderung dieser Pflegegeldstufe wären laut der aktuellsten Publikation des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger zumindest rund 71 000 Personen (die in den Medien berichteten aktuellen Zahlen liegen darüber), welchen ein Betreuungsbedarf im Umfang von 50 Stunden pro Monat attestiert wurde und die gegenwärtig Bundespflegegeld in der Höhe von 154,20- Euro monatlich beziehen.
Quellen: Hauptverband der Sozialversicherungsträger, der
Standard, die Presse, Salzburger Nachrichten, Kurier, Wiener Zeitung
Zahlreiche Bemühungen der österreichischen Politik streben die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters an. Dabei liegt der Fokus auf Maßnahmen, die ältere ArbeitnehmerInnen dazu bewegen sollen, im Erwerbsleben zu verbleiben.
Dabei wird jedoch gerne vergessen, dass dem Arbeitsangebot Älterer auch eine entsprechende Arbeitsnachfrage gegenüber stehen muss. Aktuelle Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) zeigen, dass diese Voraussetzung zum längeren Verbleib im Erwerbsleben nur eingeschränkt gegeben ist.
So zeigt sich, dass der öffentliche Dienst mit 30% den größten Anteil an älteren Beschäftigten (50+) aufweist. In der privaten Wirtschaft hingegen werden die Vorzüge älterer ArbeitnehmerInnen nicht in gleichem Ausmaß geschätzt. Die auf den Plätzen folgenden Wirtschaftszweige „Industrie und Gewerbe“ sowie „Handel und KFZ-Reparatur“ beschäftigen nur 18% bzw. 16% ältere ArbeitnehmerInnen.
Quelle: derstandard.at
Während die gesamte Arbeitslosigkeit in Österreich gegenwärtig sinkt, haben ältere Menschen nachwievor besondere Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Dies zeigt sich im Anteil der Langzeitarbeitslosen (über ein Jahr auf Jobsuche), der über die Altersgruppen stetig steigt.
So liegt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an den gesamten Arbeitslosen in der Altersgruppe 60+ bei 11,7% und somit um das doppelte über dem Wert der nächstjüngeren Altersgruppe (55 bis 59 Jahre, 5,8%).
Quelle: www.ams.at, eigene Berechnungen
Laut einem aktuellen Bericht des Instituts für Höhere Studien hat sich der Wert des ausgezahlten Pflegegelds in Österreich aufgrund ungenügender Inflationsanpassung zwischen 1997 und 2007 deutlich verringert. Während das allgemeine Preisniveau in diesem Zeitraum einen Anstieg von 18 Prozent verzeichnete, wurde das Pflegegeld lediglich um 2,4 Prozent erhöht.
Die AutorInnen der Studie empfehlen daher, statt gelegentlicher Erhöhungen des Pflegegelds (wie zuletzt Anfang 2009) eine kontinuierliche Inflationsanpassung durchzuführen.
Quelle:
derstandard.at
Griechenlands Haushaltsdilemma ist eines der gegenwärtig brennendsten ökonomischen Themen. Teils heftig umstrittene Kürzungen in den öffentlichen Ausgaben sind dabei beschlossene Sache. Jedoch muten manche der derzeit gültigen sozialstaatlichen Regelungen nach außergriechischen Maßstäben seltsam an. So kostet es den griechischen Staat eine Summe von etwa 550 Mio. Euro pro Jahr, dass unverheiratete oder geschiedene Töchter von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nach dem Tod ihrer Eltern deren Pension beziehen. Etwaige Auswirkungen dieser Regelung auf die Scheidungsraten wurden bislang nicht kolportiert.
Quelle: derstandard.at
Mit einer gewissen Regelmäßigkeit widmet sich der österreichische Bundesrechungshof Fragen im Zusammenhang mit dem Pflegegeld (siehe auch Zahl des Monats November 2007). In seiner jüngsten diesbezüglichen Publikation wird die Vollzugspraxis der mannigfaltigen administrierenden Stellen einer Überprüfung unterzogen. Dabei ist die Österreichische Post Aktiengesellschaft mit einer durchschnittlichen Verfahrensdauer von 40 Tagen der schnellste Entscheidungsträger. Am anderen Ende der Skala nimmt ein Pflegegeldverfahren bei der Stadt Wien im Durchschnitt 137 Tage in Anspruch. Aufgrund fehlender Daten konnten einige Entscheidungsträger im Länderbereich in die Analyse nicht mit einbezogen werden.
Quelle: Rechnungshof 2010
Die älteste Teilnehmerin der Olympischen Winterspiele 2010 im kanadischen Vancouver war die 46jährige kanadische Curlerin Carolyn Darbyshire-McRory. Der Gewinn der Silbermedaille macht die Sportlerin somit automatisch auch zur ältesten Medaillengewinnerin dieser olympischen Winterspiele. Weniger große sportliche Erfolge erzielte der älteste männliche Teilnehmer, der mittlerweile 51jährige Hubertus Rudolph Prinz zu Hohenlohe-Langenburg. Er erreichte bei zwei Antritten die Plätze 46 und 78.
Quelle: DiePresse.com
16,7 Prozent der im Rahmen der VIC2008- Studie befragten informell pflegenden Erwerbstätigen geben an, sich nicht ausreichend erholen zu können. In der Gruppe der Erwerbstätigen ohne Pflegeverpflichtung beträgt der entsprechende Vergleichswert 7,6 Prozent.
Mehr Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen informeller Pflege auf die Erholungsmöglichkeiten erwerbstätiger Pflegepersonen präsentiert Dr. Ivo Ponocny am 18. Februar im Rahmen des „Guest Speaker Seminar des Forschungsinstituts für Altersökonomie“.
Quelle: VIC2008-Erholung
Der zum Zeitpunkt der Tat 91jährige J. L. Hunter Rountree ist der bislang älteste Bankräuber der Welt. Erste einschlägige Erfahrung sammelte er jedoch bereits in jüngeren Jahren, da er seine Karriere als Bankräuber bereits im Alter von 86 Jahren startete.
Generell machen demographische Veränderungen auch vor der Altersstruktur von Straftätern nicht halt. Dabei spielen beispielsweise Langeweile, aber auch finanzielle Nöte eine bedeutende Rolle. So erlebt Japan derzeit eine starke Zunahme von Straftaten Älterer, die Sicherheit und Versorgung im Gefängnis dem schwierigen, unsicheren und teuren Leben in Freiheit vorziehen.
Quellen:
The Boston Globe, Pohlmann
2009
Der damals 76-jährige Nepalese Min Bahadur Sherchan bestieg am 25. Mai 2008 als bislang ältester Mensch den Gipfel des Mount Everest.
Zum gegebenen Zeitpunkt bereitet sich jedoch bereits ein erster Herausforderer auf die Brechung des Rekords vor. Der ehemalige nepalesische Außenminister Shailendra Kumar Upadhyaya wird seinen Aufstieg auf den Mount Everest im Frühjahr 2010 im Alter von 80 Jahren in Angriff nehmen.
Quelle: SECEE NEPAL: 2008
Eine aktuelle Studie der Europäischen Kommission sagt voraus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Österreich von rund 268.000 Personen im Jahr 2007 auf rund 607.000 Personen im Jahr 2060 anwachsen wird. Das entspricht einer Steigerung um 126 Prozentpunkte.
Auch für die Aufteilung zwischen formeller und informeller Pflege werden Veränderungen erwartet. Während ein Anstieg der Zahl der institutionell betreuten älteren Menschen um 192 Prozentpunkte erwartet wird und sich die Zahl der Personen, die im eigenen Haushalt professionelle Unterstützung erhalten, um 144 Prozentpunkte erhöhen wird, erwartet die europäische Kommission einen vergleichsweise moderaten Anstieg von 51 Prozentpunkten bei der Zahl der ausschließlich informell betreuten Personen.
Quelle:
Europäische Kommission
Eine Studie der UNO sagt voraus, dass Spanien im Jahr 2050 die weltweit älteste Bevölkerung haben wird. Die Hälfte der Bevölkerung wird zu diesem Zeitpunkt mehr als 55 Jahre alt sein.
Zum Zeitpunkt der Publikation im Jahr 2001 war Japans Bevölkerung die älteste der Welt, das Medianalter der JapanerInnen betrug 41 Jahre. (Jeweils 50% der Bevölkerung sind jünger bzw. älter als das Medianalter.) Die Prognose der UNO sagt weiters einen bedeutenden Anstieg des weltweiten Medianalters voraus, dieses wird zwischen 2001 und 2050 um 10 Jahre steigen und dann 36 Jahre betragen. Auch in Österreich wird sich dieser Trend bemerkbar machen, die ExpertInnen der UNO sagen für den Vergleichszeitraum einen Anstieg des Medianalters von 38,4 auf 53,7 Jahre voraus.
Quelle:
UNO, Hauptabteilung Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten – Abteilung
Bevölkerungsfragen
Laut der aktuellsten veröffentlichten Konsumerhebung der Statistik Austria entfielen 14,6 Prozent der Konsumausgaben von österreichischen Haushalten mit über 60-jährigem Haushaltsvorstand auf Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Damit ist der Anteil des Lebensmittelkonsums in der älteren Bevölkerung höher als in jeder anderen Bevölkerungsgruppe.
Der Anteil des Lebensmittelkonsums am Gesamtkonsum wird unter anderem als Indikator für Einkommensarmut herangezogen. Die relativ hohen Lebensmittelausgaben der älteren Bevölkerung können daher als Hinweis auf eine relativ schwache durchschnittliche ökonomische Position dieser Bevölkerungsgruppe verstanden werden.
Quelle:
Statistik Austria, Konsumerhebung 2004/05
Als Antithese zur Frühverrentung kann die 102-jahrige Waliserin Connie Brown betrachtet werden. Die rüstige ältere Dame verbringt nachwievor sechs Tage pro Woche in ihrem Fish-and-Chips-Shop in Pembroke, wo sie das britische Nationalgericht seit nunmehr 81 Jahren zubereitet.
Auch ihre UnterstützerInnen, ihr 73-jähriger Sohn und dessen 66-jährige Frau, können getrost als routinierte Arbeitskräfte eingestuft werden.
Nebstbei bietet die Story der erfahrenen Gastronomin auch ein anschauliches Beispiel für langfristige Preisentwicklung. Eine Portion Fish-and-Chips, derzeit um 2,85 Pfund erhältlich, kostete zur Ladeneröffnung 1928 eineinhalb Pence – das Resultat einer durchschnittlichen jährlichen Teuerung von 6,7 Prozent.
Quellen:
derstandard.at
Wenn von Betreuung und älteren Menschen die Rede ist, dann wird damit gemeinhin die Betreuung und Pflege dieser Personengruppe assoziiert. Ein anderer Aspekt sind jedoch durch ältere Menschen erbrachte Betreuungsleistungen, in erster Linie für eigene Enkelkinder. Auswertungen des SHARE-Survey („Survey of Health, Aging and Retirement in Europe)“ haben ergeben, dass sich ungefähr ein Drittel der EuropäerInnen über 65 täglich als BabysitterInnen engagieren und dieser Tätigkeit im Durchschnitt 4,6 Stunden pro Tag widmen. Da Familiengenerationen in Europa zumeist nahe beisammen wohnen, ist das Betreuungspotenzial durch die ältere Generation generell groß.
Quelle: SHARE-Project
Die gesellschaftliche Alterung und die damit verbundenen Auswirkungen auf öffentliche Sozialsysteme führen zu einer steigenden Bedeutung der Solidarität zwischen den Generationen. In einer kürzlich publizierten Ausgabe des Eurobarometers wird diesem Thema nachgegangen.
Dabei gaben 92 Prozent der EuropäerInnen an, dass die öffentliche Hand Initiativen zur Steigerung des Zusammenhalts zwischen den Generationen fördern sollte.
Gleichzeitig sind jedoch bloß 27 Prozent der Befragten der Ansicht, dass von Regierungsseite diesbezüglich derzeit gute Arbeit geleistet wird.
Quelle: Eurobarometer
Zwischen April 2008 und April 2009 stieg die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen um 18,4 Prozent an. Dies bedeutet, dass im letzten Monat rund 51.000 ältere ÖsterreicherInnen arbeitslos waren. Im Vergleich mit dem gesamten Altersspektrum am Arbeitsmarkt fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit Älterer jedoch moderat aus, die Gesamtzahl der Personen ohne Beschäftigung stieg im Vergleichszeitraum um 25,9 Prozent an.
Quelle:
AMS Arbeitsmarktdaten
Schlechte Neuigkeiten für Personen, die sich mit ihrer Alterung nur schwer anfreunden können, bringt eine Studie der Universität Virginia. Dieser zu Folge erreicht das menschliche Gehirn ab dem Alter von 22 Jahren die maximale Leistungsfähigkeit, ab einem Alter von 27 Jahren beginnt es bereits wieder an Schnelligkeit, visueller Auffassungsgabe und logischem Denkvermögen zu verlieren.
Relativierend stellt die gleiche Studie jedoch fest, dass der geistige Verfall zwar früher einsetzt, dafür aber auch langsamer erfolgt als bisher gedacht.
Quelle: orf.at
Jene erwerbstätigen Personen aus dem Angehörigen- oder Bekanntenkreis, die sich als Hauptbetreuungspersonen um Bundespflegegeld beziehende WienerInnen über 60 kümmern, widmen dieser Tätigkeit im Median 13 Stunden pro Woche. Wenn Zeit für die Betreuung weiterer älterer Menschen miteinbezogen wird, so erbringt die Hälfte dieser Personengruppe sogar 14 oder mehr wöchentliche Stunden.
Auswirkungen dieser zusätzlichen Beanspruchung auf das Berufsleben werden in einer aktuellen Publikation des Forschungsinstituts für Altersökonomie diskutiert.
Quelle:
Forschungsinstitut für Altersökonomie, Forschungsbericht 2/2009
Am 22. Februar werden in Hollywood die alljährlichen Oscars vergeben. Die älteste Person, die bis dato einen derartigen Preis gewinnen konnte, war Jessica Tandy, die 1989 im Alter von 80 Jahren für ihre Rolle in Miss Daisy und ihr Chauffeur als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Die bis dato älteste nominierte Person war Gloria Stuart, die zum Zeitpunkt ihrer Nominierung als Beste Nebendarstellerin im Film Titanic im Jahr 1998 bereits 87 Jahre alt war.
Quelle:
en.wikipedia.org
Laut Eurostat wurden im Jahr 2005 in Österreich 0,956 Prozent des BIP für Sozialleistungen im Bereich der Altenpflege aufgewandt. Diese umfassen Pflegegelder, Unterbringung sowie Hilfestellungen im Alltag. Österreich liegt mit diesem Anteil von pflegebezogenen Sozialleistungen im vorderen europäischen Mittelfeld. Die höchsten Aufwendungen finden sich in den ausgebauten skandinavischen Sozialstaaten, mit Schweden (2.492% des BIP) an der Spitze. Am wenigsten bringen süd- und osteuropäische Sozialstaaten für die Altenpflege auf, Zypern mit 0,002 Prozent des BIP bildet dabei das Schlusslicht.
Quelle: Eurostat
Der 73-jährige Ken Mink, Forward im Basketballteam der Universität Roane State im US-Bundesstaat Tennessee, ist der älteste Spieler, der sich je in die Scorerlisten des Collegebasketball eintragen konnte. Zwar spielte Mink beim 93:42 gegen das King College am 3. November dieses Jahres nur wenige Minuten, wurde dabei jedoch von einem circa 50 Jahre jüngeren Gegenspieler gefoult und verwandelte die folgenden zwei Freiwürfe souverän.
Quelle:
derstandard.at, 19. 11. 2008
Laut Eurobarometer 2007 sind 46% der ÖsterreicherInnen der Ansicht, dass Diskriminierung aufgrund des Alters in ihrem Land verbreitet ist. Damit entspricht die österreichische Wahrnehmung von Altersdiskriminierung exakt dem europäischen Durchschnittswert. Das höchste Ausmaß an Benachteiligung Älterer erfahren UngarInnen (66% der Befragten) und TschechInnen (63%), während in Luxemburg (31%) und Irland (30%) die geringste Benachteiligung wahrgenommen wird.
Die von Seiten der EU-Kommission als ausgesprochen zukunftsrelevant eingestufte Altersdiskriminierung in der Arbeitswelt (siehe Homepage des Projekts mature@eu) dürfte in Österreich zudem überdurchschnittlich verbreitet sein. 67% der Befragten stimmten zu, dass Menschen über 50 in Österreich für „nicht mehr fähig gehalten“ werden, „effizient zu arbeiten“. Dieser Wert liegt deutlich über dem EU-Durchschnitt von 57%.
Quelle: Eurobarometer 2007
Zwischen 1960 und 2007 stieg die
Lebenserwartung weiblicher Neugeborener in Österreich um 11 Jahre an. Konnten
Mädchen 1960 zum Zeitpunkt der Geburt 71,9 Lebensjahre erwarten, so lag die
entsprechende Lebenserwartung 2007 bereits bei 82,9 Jahren.
Männliche Neugeborene konnten einen
noch größeren Zuwachs an Lebenserwartung verzeichnen, eine Steigerung von 65,4
Jahren im Jahr 1960 auf 77,3 Jahre im Jahr 2007 bedeutet sogar einen Zuwachs
von 11,9 Jahren.
Quelle:
Statistik Austria 2008
Rund 108 Mio. € gaben die
ÖsterreicherInnen im Jahr 2007 für Anti-Aging-Produkte aus. Diese haben sich in
den letzten Jahren zum wichtigsten Segment im Bereich der Gesichtspflege
entwickelt und zeichnen mittlerweile für 42 Prozent des Branchenumsatzes im
Umfang von 257 Mio. € verantwortlich.
Quelle: die Presse, 23.5.2008
Aufgrund einer groß angelegten Befragung im Rahmen der „Wiener Studie zur informellen Pflege und Betreuung älterer Menschen“ stehen dem Forschungsinstitut für Altersökonomie nunmehr 3038 verwertbare Fälle von PflegegeldbezieherInnen in Wien und ihren Betreuungspersonen für statistische Auswertungen zur Verfügung. Verglichen mit bisherigen Erhebungen (ÖBIG 2005 / 1151 Personen; Badelt et al. 1997 / 1498 Personen, jeweils für ganz Österreich) ist dies die bislang umfangreichste österreichische Studie zur informellen Pflege und Betreuung älterer Menschen.
Die MitarbeiterInnen des Forschungsinstituts für Altersökonomie bedanken sich bei all jenen, die Zeit und Mühe für die Beantwortung des Fragebogens aufgebracht haben.
Das Kinojahr 2008 bringt unter anderem Comebacks
altbewährter Haudegen. Bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass die
angegrauten Helden keineswegs altersweise Charakterrollen spielen, sondern es
noch einmal so richtig krachen lassen.
Harrison Ford gibt mit zarten 65 den Peitschenknaller
Indiana Jones, Sylvester Stallones 61 Lenze hindern ihn nicht daran, Rambo
nochmals Aufräumarbeiten in Südostasien erledigen zu lassen. Einen Clint
Eastwood können auch jugendliche 77 nicht bremsen. Angeblich soll Dirty Harry
eine cineastische Auferstehung feiern.
Quelle: Die Presse, 23.5.2008
Laut einer aktuellen WIFO-Studie werden die Kosten für
Altenpflege, die der öffentlichen Hand anfallen, im Jahr 2030 zwischen 5.403,9
(Minimalszenario) und 9.978,8 (Maximalszenario) Mio. € liegen. Die Pflegekosten
werden dabei als Folge der Demographie, der Gesundheit der älteren Bevölkerung,
der Nachfrage nach professionellen Pflegedienstleitungen und der
Kostenentwicklung bei pflegerischen Sachleistungen betrachtet. Je nach
Entwicklung dieser Einflussfaktoren ergeben sich entsprechende
Kostendimensionen. Ein so genanntes „Mittelszenario“ geht von 8.452,1 Mio. € aus.
Quelle: WIFO 2008
-590 war
im Jahr 2006 der Wanderungssaldo der über 60-jährigen in Österreich. 4706 älteren
EinwanderInnen stehen dabei 5296 Personen dieser Altersgruppe gegenüber, die
Österreich verlassen haben.
Quelle:
Statistik Austria
Laut einer
Erhebung von Eurostat zum Einsatz von Informations- und
Kommunikationstechnologie in europäischen Haushalten im Jahr 2006 haben in der
Altersgruppe zwischen 55 und 74 Jahren 21% der österreichischen Frauen und 39%
der österreichischen Männer das Internet genutzt. EU-weit liegt Österreich
damit im Mittelfeld. Als die fleißigsten „Surfer“ entpuppten sich
skandinavische SeniorInnen aus Dänemark (60% der Frauen / 67% der Männer) und
Schweden (55% / 64%), den geringsten Gebrauch von dieser Form der modernen
Kommunikationstechnologie machten ältere GriechInnen (3% / 11%) und BulgarInnen
(5% / 7%).
Quelle: Eurostat, Gemeinschaftserhebung über den IKT-Einsatz durch Haushalte und Einzelpersonen
Ungefähr 906.000 über 60-jährige ÖsterreicherInnen betätigen
sich ehrenamtlich. Das ist etwa jede/r zweite in dieser Altersgruppe. Dabei
arbeitet die größte Anzahl älterer Menschen in der Nachbarschaftshilfe sowie in
den Bereichen „Kirchliches oder Religiöses“ sowie „Kunst, Kultur, Unterhaltung
und Freizeit“.
Während die Nachbarschaftshilfe bei beiden Geschlechtern das
primäre Betätigungsfeld darstellt, sind ältere Frauen deutlich stärker als
ältere Männer mit kirchlichen und religiösen Tätigkeiten befasst.
„Katastrophenhilfs- und Rettungsdienste“ hingegen können auf eine
vergleichsweise große Gruppe älterer Männer zurückgreifen.
Quelle: Statistik Austria, Eigene
Berechnungen
Ältere ArbeitnehmerInnen haben es vergleichsweise schwer,
einen Job zu finden. So kehrten zwischen 1975 und 2001 nur 10% der arbeitslos
gewordenen, zwischen 60 und 64-jährigen westdeutschen Männer innerhalb von 2
Jahren ins Erwerbsleben zurück.
Dabei besteht ein negativer Zusammenhang zwischen dem Alter
der Arbeitssuchenden und ihren Einstellungschancen: In der Altersgruppe von 35
bis 49 fanden 79% einen Job, bei den 50 bis 54-jährigen immerhin noch 67%. Die
Chancen der 55 bis 59 jährigen hingegen lagen bei nur noch 29%.
Quelle:
Frosch, K. 2007 Einfluss
soziodemographischer Faktoren und der Erwerbsbiographie auf die Reintegration
von Arbeitssuchenden: Schlechte Chancen ab Alter 50?
ROSTOCKER ZENTRUM –
DISKUSSIONSPAPIER
83,52 Jahre betrug die durchschnittliche Lebenserwartung zum
Zeitpunkt der Geburt im Jahr 2007 in Andorra. Weibliche Neugeborene können 86,62
Lebensjahre erwarten, ihre männlichen Altersgenossen immerhin 80,62. In Summe entspricht
dies der weltweit höchsten durchschnittlichen Lebenserwartung. Österreich
findet sich im globalen Ranking mit 79,21 Jahren (weiblich: 82,62 / männlich:
76,32) auf Platz 25.
Quelle: CIA
World Factbook
Über
Astrid Lindgren wird erzählt, sie habe an ihrem 80. Geburtstag zur
Verwunderung anwesender schwedischer Fernsehjournalisten gemeinsam mit einer
ebenso betagten Freundin einen ernsthaften Versuch unternommen, auf einen Baum
zu klettern. Sie begründete diesen doch ungewöhnlichen Versuch mit den Worten: "Es
gibt schließlich kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern!"
Zwar
kursiert auch eine Variante der Anekdote, die den 80. Geburtstag von Elsa
Olenius als Anlass nennt und der weltberühmten Autorin zum Zeitpunkt des
Geschehens somit ein Alter von 67 Jahren zuschreibt. Doch ist die Anekdote in
beiden Fällen ein beeindruckendes Beispiel der Lebensfreude älterer Menschen.
Das
Team des Forschungsinstituts für Altersökonomie wünscht in diesem Sinne einen
fröhlichen Dezember, rät aber dennoch von eigenen Versuchen mit dem
Weihnachtsbaum ab.
Quelle: Online-Lexikon der Wiener Zeitung
Wie der österreichische Bundesrechnungshof im Zuge der
Evaluierung der Pflegegeldauszahlung durch die Sozialversicherungsanstalt der
gewerblichen Wirtschaft ermittelt hat, deckt das österreichische Pflegegeld je
nach Pflegestufe und angenommenen stündlichen Betreuungskosten zwischen 6,6%
und 57,9% der anfallenden Kosten ab. Der minimale Deckungsgrad liegt dabei
jedenfalls in Pflegstufe 1 (50 Stunden Betreuungsbedarf / Monat) vor, in
Pflegestufe 7 (über 180 Stunden Betreuungsbedarf, erhebliche motorische
Einschränkungen) ersetzt das Pflegegeld den relativ größten Teil der
pflegebezogenen Aufwendungen.
Quelle: Bundesrechnungshof, 2007
Bei 33,6% der an
Frauen ausbezahlten Pensionen in Österreich im Jahr 2006 handelte es sich um
Witwenpensionen. Der Vergleichswert für Männer betrug 5,1%.
Seit 1980 hat sich
dieses Verhältnis leicht verschoben, damals bezogen 46,2% der Pensionistinnen
eine Witwenpension, während nur 0,1% der Männer ein derartiges
Ruhestandeinkommen erhielten.
Quelle: Statistik
Austria, Gender-Statistik
14.598 € brutto
(Frauen: 10.956 / Männer: 19.732) betrug das Jahresmedianeinkommen der in
Österreich lebenden PensionistInnen im Jahr 2005. Der Median der in Österreich
ausbezahlten Pensionseinkommen liegt mit 13.047 € brutto (Frauen: 9.889 /
Männer 18.142) deutlich darunter, was in erster Linie auf verhältnismäßig
geringe, in Österreich bestehende Pensionsansprüche von GastarbeiterInnen
zurückzuführen ist.
Quelle: Statistik
Austria, Lohnsteuerstatistik
Von rund 1.277.000 Österreichern über 65 beziehen vor
Pensionen und Sozialleistungen 1.112.000 ein Äquivalenzeinkommen, das
unter der Armutsschwelle liegt. Das entspricht einem Anteil von 87% der älteren
Bevölkerung. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass einem Großteil der
restlichen 13% nur aufgrund einer erwerbstätigen Person im selben Haushalt ein
Einkommen über der Armutsschwelle beigemessen wird.
Pensionen und Sozialleistungen reduzieren den Anteil der älteren Menschen, die tatsächlich in Armut leben, auf 14%.
Quelle: Statistik Austria, EU-SILC 2005
Im Jahr 2002 betreuten ungefähr 425.900 ÖsterreicherInnen
eine hilfs- oder pflegebedürftige Person, 281.900 davon waren Frauen. Die Zahl
der pflegenden Männer betrug demnach 144.000.
Quelle: Statistik Austria, Mikrozensus 2002
59,8 Jahre betrug in Österreich im Jahr 2005 das
durchschnittliche Erwerbsaustrittsalter. Im EU-Vergleich beendet die
österreichische Bevölkerung ihre Berufstätigkeit relativ früh. Ältere
Französinnen und Franzosen haben es am eiligsten, ihrer Erwerbstätigkeit
Lebewohl zu sagen (58,8 Jahre), ältere IrInnen hingegen bleiben im Durchschnitt
bis zu einem Alter von 64,1 Jahren beruflich aktiv.
Quelle: Eurostat
2,8 (Frauen) bzw. 6,2 (Männer) beträgt
die Differenz in der Lebenserwartung in Jahren zwischen ÖsterreicherInnen mit
akademischer Bildung und Pflichtschulabschluss. Während 35jährige mit
Pflichtschulabschluss noch 46,6 (Frauen) bzw. 40,2 (Männer) Lebensjahre erwarten
dürfen, betragen die entsprechenden Werte für AkademikerInnen 49,4 bzw. 46,4
Jahre. Mehr Bildung trägt also zu geringerer Mortalität bei. Es kann jedoch
vermutet werden, dass die Bildung über weite Strecken ein Proxy für latente
Variable ist, der genannte Unterschied also primär auf mit Bildung in
Zusammenhang stehende Gründe (gesündere Lebensführung, höheres Einkommen, etc.)
zurückzuführen ist.
Quelle: Statistik Austria, Bildungsspezifische
Sterbetafeln 2001/2002
83,4 betrug im Jahr 2001 in Österreich das sog.
Einkommensmedianverhältnis, welches angibt, wie viel Prozent des monatlichen
Medianäquivalenzeinkommens jüngerer Haushalte Personen über 65 zur Verfügung
steht. Die Maßzahl leistet eine Aussage über die wirtschaftliche Position
älterer Menschen in einem Land. Innerhalb ihres Landes besser gestellt als
ältere ÖsterreicherInnen sind deren AltersgenossInnen u.a. in Deutschland
(93,9), Italien (94,1), den Niederlanden (96,7) oder insbesondere Polen (111,0). Eine ungünstige
Einkommenssituation Älterer liegt z.B. in Irland (63,6) oder Dänemark (66,0)
vor.
Quelle: Eurostat
Unterschiede in den Konsumstrukturen zwischen
Pensionisten und der Gesamtbevölkerung legen die Berechnung eines eigenen
Verbraucherpreisindex für Haushalte von PensionistInnen nahe. Der PIPH wird seit
2001 ermittelt und wies seither stets eine stärkere Teuerung aus als das
Preisniveau für die Haushalte insgesamt. 1,8% ist der Wert des Preisindex für
Pensionistenhaushalte (PIPH) in Österreich für das Jahr 2006, der "normale" VPI
lag bei 1,5%.
Quelle: Statistik Austria (Verbraucherpreisindex)
Im Jahr 2050 wird der Anteil der über 60-jährigen in
Österreich 33,7% betragen. Im Jahresmittel 2005 waren nur 22,0% der
ÖsterreicherInnen dieser Altersgruppe zuzurechnen.
Quelle: Statistik Austria (Bevölkerungsstatistik)
Ein 60jähriger Österreicher kann heute statistisch gesehen auf weitere 19,99 Lebensjahre hoffen.
Eine 60jährige Österreicherin hat Aussicht auf 24,03 weitere Lebensjahre.
Quelle: Statistik Austria (Sterbetafel 2000 / 2002)